Regie:
Ulrike Boehnisch Genre: Dokumentarfilm Jahr: 2011 Format: HDV Länge: 75 min
Kamera: Wolfgang Busch, Markus Otto Drehbuch: Ulrike Boehnisch Produzent: Ulrike Boehnisch
Darsteller:
Ton: Philipp Weber Musik: Patrick Maresch, Buelent Emir Schnitt: Andrea Schoenherr webside: www.curuk-film.de
Inhalt: Dieser Film stellt folgende Bedingungen: keine Namensnennung, keine Gesichter, keine Verwendung von O-Tšnen ohne vorherige Freigabe. Die Brisanz des Themas ist damit von Anfang an Ÿberdeutlich, Ulrike Bšhnisch šffnet mit ihrer Dokumentation ein Pulverfass. sie zeichnet das Ausmusterungsverfahren nach, das Schwulen in der TŸrkei ermšglicht, die Wehrpflicht zu umgehen. Dabei mŸssen sie den Nachweis erbringen, dass sie an der "psychischen Stšrung HomosexualitŠt" leiden. Die Prozedur fŸhrt Ÿber Psychotests und Analuntersuchungen bis hin zur Einforderung von Fotos, die den Antragsteller beim Sex zeigen. Die Auswirkungen auf die Selbstachtung der Betroffenen sind Ÿberdeutlich, wenn einer der GesprŠchspartner unsicher fragt: "Bin ich ein richtiger Mann?"
warum gescheitert: In dem Film mussten die Protagonisten anonym gefilmt werden. Man sieht deshalb nur Hände, Gesten und Münder in Großaufnahme. Fernsehsendern und vielen Festivals erschien diese Bildsprache als "zu experimentell". Darüber hinaus wurde bemängelt, dass einer der Protagonisten "nur beinahe vergewaltigt wurde. Der Zuschauer hingegen braucht authentische Geschichten", hieß es von einem Verleiher.
Unser Kommentar: Viele Türken und vor allem Türkinnen glauben fest, dass Homosexualität eine Krankheit ist. So kann man sich die Bedrängnis Betroffener vorstellen, die in einer machistischen Gesellschaft einen fairen und authentischen Weg suchen. Diese Doku ist nah am Menschen und zeigt die Unmenschlichkeit einer Gesellschaft, die zurecht in die EU strebt und gleichzeitg wenig Verständnis für mitteleuropäische Moral und Gleichberechtigung aufbringt. Eines der Säulen der Aufklärung ist, dass jeder Mensch ein Recht auf Andersein hat. Die Sympathie das die Grenzen der EU in spe bis an den Iran stösst, wird durch solche prämodernen Menschenbilder nicht gerade gesteigert.