Den Hörer in der Hand
Regie:  Tom Kimmig  Genre: Dokumentarfilm  Jahr: 2004    Format: DVCAM 16:9    Länge: 63 min
Kamera: Tom Kimmig    Drehbuch: Tom Kimmig    Produzent: Drife Filmproductions
Darsteller: 10 Telefonisten beim Hörerservice von Radio Bayern 1    
Ton: Friedemann von Rechenberg    Musik: Bayern 1 Musikprogramm    Schnitt: Thomas Wellmann    webside: www.tomkimmig.de

Inhalt:  Wie sieht der Telefonisten-Alltag von Bayern 1 Radio des Bayerischen Rundfunks aus? Wer hat den Hörer in der Hand?

warum gescheitert:  Brisant wurde der Film, sobald ihn das bayerische Fernsehen kurzfristig aus dem Programm nahm und die beteiligten Telefonisten aus den Diensten des bayerischen Radiosenders entlassen wurden. "Es kann sein, dass dem BR seine eigenen Hörer peinlich sind. Gut vorstellbar angesichts dieses Films, in dem kiebige und keifende Anrufer die Telefonisten fast an den Rand des Nervenzusammenbruchs treiben...Wenn Radio- oder TV-Sender Befragungen in Auftrag geben, kommt meist heraus, dass sie eine ganz tolle Zielgruppe haben, die genauso viel Spaß am Leben hat wie die Moderatoren, die den ganzen Tag gut drauf sind. Vielleicht hätte der BR so eine Studie in Auftrag geben sollen. Ein Dokumentarfilm ist etwas anderes. So liegt der BR gleich zweimal daneben. Erst hat man die falsche Vorstellung von Kimmigs Film gehabt, nun glaubt man offenbar an einen Imageschaden, wenn er gesendet wird." Oliver Gehrs, Frankfurter Rundschau Siehe auch im Pressespiegel: www.denhoererinderhand.de

Unser Kommentar:  Überwindet man all seine dumpfen Vorurteile gegen folkloristisch vermeintlich bügernahe Radiosender, dann wird man nach der aufschlussreichen Sichtung von Tom Kimmigs „Hörer in der Hand“ eingestehen müssen, dass die Mitarbeiter von Hörerredaktionen durchaus Arbeit am Menschen leisten. Sie sind gleichsam Mülleimer für Frustrierte und für Sorgentaschen von vereinsamten Landhörern. Die ehrliche Hingabe der jungen Menschen ist mit dem rührenden Eifer von Telefonseelsorgern vergleichbar. Kimmig erzählt unkommentiert aber pointiert anhand einer treuen Hörerin, wie ernst und sinnvoll solch eine Arbeit sein kann. Schön das Kimmig nicht in den Sch.eimer greift und das obligatorische Ablachen über bayrischen Idiome anstimmt. Dies ist ein Werbefilm für den BR, aber der ist nacht-schwarz unterwandert, deshalb kann er nicht sehen, was ihm da durch die Hände gefallen ist.