Step into Darkness
Regie:  Richard Marx  Genre: Drama  Jahr: 2004    Länge: 10 min
Kamera: Ralf Henze    Drehbuch: Richard Marx    Produzent: HMW-Cooperation
Darsteller: Berenice Schneider, Lars Henze, Falko Möller, Ronald Henze, Richard Marx    
Ton: Erik Jeglorz, Ronald Henze    Musik: Diverse    Schnitt: Richard Marx    webside: www.hmw-cooperation.de

Inhalt:  Eine junge Frau merkt, dass ihr Freund, ein linker Terrorist, anstatt einer Bank ein ganzes Kaufhaus sprengen will! Ein Konflikt entsteht, in dem sie versucht, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Bei dem Streit um Recht und Unrecht, Sinn und Unsinn solcher Aktionen kommt es zur Eskalation. Und plötzlich wird die Wohnung gestürmt.

warum gescheitert:  Der Film zeigt Personen, die in ihrer Handlungsweise an ihren persönlichen Vorstellungen der Welt scheitern; da sie die wahren Verhältnisse nicht mehr richtig deuten können. Jeder hat für sich einen Blickwinkel der Realität geschaffen, aufgrund dessen sich die Protagonisten untereinander nicht mehr verstehen. Am Ende scheitern sie alle mit ihrem Leben an der Bombe. In der Umsetzung krankt es überwiegend an den laienhaften Darstellern, die zwar ambitioniert, aber am Ende nicht überzeugend, die Geisteshaltungen ihrer Charaktere zum Ausdruck bringen. Das Drehbuch, welches weitgehend logisch konzipiert ist, weist aber erhebliche emotionale Schwächen auf. Bei mehreren kleinen Präsentationen zeigte sich, dass der Film seinem eigenem Anspruch nicht gerecht werden konnte, sämtliche Seiten zu Wort kommen zu lassen. Er bleibt am Ende ein ambitionierter, jugendlicher Versuch die RAF-Geschichte zu begreifen.

Unser Kommentar: 2008 jährt sich 68 zum 40zigsten Male. So ist eine Reflexion über den darauffolgenden Terror der RAF und seiner Nachfolger von dem Gespann Marx/Henze aus der Sicht der heutigen Jugend ein sinnvoller Beitrag. Der Film will nicht erklären, pädagogisch Fingerzeigen oder sonst was, sondern nur äkschn(action) und die Lust daran bei uns wecken. Ich, als alter Hippie springe mal losgelöst vom Anti-Hollywood-Reflex von meinem Tellerrand und gestehe diesem Film zähneknirschend zu, dass er trotz oder gerade wegen der darstellerischen Schwächen durchaus zeitgemäß ist.