Das Leben ist kein Fußballspiel. Auf der Suche nach dem Abseits
Regie:
Philipp Hartmann Genre: Dokumentarfilm Jahr: 2006 Format: DV Länge: 30 min
Kamera: Philipp Hartmann Drehbuch: Philipp Hartmann Produzent: Philipp Hartmann und HfbK Hamburg
Darsteller: Eduardo Cerveira, Wim Wenders, Vanina Cunha, Jürgen Vogel, Michel Lamoller, Dira Paes, Ava Rocha, Gerd Roscher, Philipp Engelhardt, Nora Tschirner, Nyvea Lourenco, Christiane Paul, Ulrich Matthes, Lumi Wietzke u.v.a.
Ton: Philipp Hartmann Musik: Nils Wülker, noisome, realejo quartet, jenana, Lau Schnitt: Philipp Hartmann webside: www.phartmann.de
Inhalt: Menschen aus verschiedenen Ländern und Prominenz aus dem Filmgeschäft erklären die Abseitsregel. Im Fußball und im wahren Leben. Sport und Philosophie gehen Hand in Hand...
warum gescheitert: Beim Fußball stellt die Abseitsregel wohl einen der klassischsten Momente des Scheitern dar. Der Stürmer jubelt, feiert sein Tor, und plötzlich bricht der Jubel jäh ab, weil der Linienrichter die Fahne hebt... Aber auch im wahren Leben kann man auf die unterschiedlichsten Arten im Abseits landen. Dies thematisiert der 5-teilige Kurz-Dokumentarfilm in unterhaltsamer und zugleich hochgradig philosophischer Weise.
Ich habe den Film im WM-Jahr 2006 nach fast einjähriger intensiver Dreharbeit auf der ganzen Welt fertig gestellt. Durch das WM-Fieber in Deutschland schlug die Auswertung zunächst einen vermeintlich vielversprechenden Weg ein - gleich drei Fernsehsender strahlten das Werk aus, Fernsehsender freilich, die fast niemand kennt, denn es handelte sich um lokale und freie Sender in drei deutschen Städten. Immerhin - bei einem der drei gewann der Film einen Amateur-Film-Wettbewerb zum Thema Fußball - der Preis war ein 4 Jahre altes WM-Trikot von Miroslav Klose. Beflügelt durch die Fußball-Euphorie habe ich den Film auf nahezu alle großen und kleinen deutschen und internationalen Filmfestivals eingereicht - und habe bis auf eines ausschließlich Absagen erhalten. Da ich immer noch an die Qualität des Films glaube, neige ich dazu, zu glauben, dass nach der WM-Euphorie eine Fußball-Übersättigung in der Welt um sich gegriffen hat und der Film vielleicht einfach plötzlich zum falschen Zeitpunkt an allen möglichen denkbar falschen Orten gelandet ist. So schnell steht man eben im Abseits...
Unser Kommentar: Das Wort „Abseits“ hat die unterschiedlichsten Bedeutungen und Erklärungen, jeder kennt ihn, kann ihn aber nicht erklären. In seiner umgedeuteten Struktur beschreibt der Abseits auch gerne Zusammenhänge des Alltags, der Politik, der Liebe und natürlich des Fußballs, mit all seinen Regelverletzungen und Spielarten. Philipp Hartmann dekodiert in einem Panoptikum von Meinungen den Begriff auf seinen philosophischen Grundgehalt. Schließlich lässt sich das Letzte festhalten, der Grund, dass jeder irgendwie und irgendwo und irgendwann abseits steht. Das Zentrum, an dem wir den Anstoß nehmen aber ist leer. Jeder strebt weg vom Abseits ins Tor, dem Netz.