Vlado Kristl - Ich bin ein Mensch-Versuch
Regie:  Johanna Pauline Maier / Markus Nechleba  Genre: Dokumentarfilm  Jahr: 2006    Format: DV    Länge: 87 min
Kamera: Johanna Pauline Maier    Drehbuch: Markus Nechleba    Produzent: weekend film / pickpocket production
Darsteller:  Vlado Kristl, Carola Regnier    
Ton: Markus Nechleba    Schnitt: Maier / Nechleba    
Inhalt:  Vlado Kristl (1922-2004): kroatischer Filmemacher, Maler und Lyriker, zeitlebens mißverstanden als Experimentalfilmer und Anarchist. Das Genie des Jungen Deutschen Films. Poetischer Freiheitskämpfer, Zertrümmerer und Erfinder des Kinos. Der Film zeigt ihn während seiner letzten zwei Lebensjahre in München. Künstlerische Arbeit und Leben sind untrennbar eins: der (scheiternde) Versuch, radikale Freiheit zu schaffen.

warum gescheitert:  Siehe Synopsis. Alles, was wirklich die Verhältnisse verändern würde, muss scheitern.

Unser Kommentar: "Ich habe die ganze Welt gegen mich aufgebaut - das ist die Kunst - ein Versuchsmensch zu sein." Technische Mittel zu verneinen und den undeutlichen Ton als Stilmittel zu erklären, zeugt schon von einer gewissen Verstiegenheit. Aber das zu zeigen, ist Absicht dieses Filmes. Der Maler und Filmemacher Vlado Kristl sitzt in seinem Raum, der nur von seinen Bildern begrenzt ist. Es ist sein kleines Gegenuniversum, nur ein Fenster, drahtversponnen, aus dem heraus er sein gescheitertes Weltbild in den erkalteten Kosmos schleudert. Das Ich, die Kunst der Antimaterie, das schwarze Loch in der sich alle festen Gedanken verlieren. Ja, solche Künstler hat es gegeben und Galeristen wie Klaus Lea ist Dank geschuldet, für solche Lebensentwürfe einen Raum, einen Unraum, eine Utopie bereitzustellen. Diese phychologisch geschickt inszenierte Doku ist ein Gang in den Hades, eine Hymne auf das letzte Informell, auf das Flüssige, auf das rein Mensch sein. "Das Material gibt die Idee".