männerstadt im neissetal
Regie:  rené beder   Genre: doku  Jahr: 2005    Format: DV    
Kamera: rené beder    Produzent: arielle kohlschmidt / rené beder  (pgf)
Ton: arielle kohlschmidt    Musik: arielle kohlschmidt    Schnitt: arielle kohlschmidt    
Inhalt: ein männerchor in den keiner mehr eintritt in einer gescheiterten stadt

warum gescheitert: keiner wollte auf uns hören. mit dem geld für eine reisebeschreibung kann man nich noch einen film machen. entweder oder. aber das spiel hiess beides oder nichts. also ein pilotfilm. dafür zu gut geworden - der lacher der saison - aber unverkäuflich.

Unser Kommentar: Deutschland ein Wintermärchen;: Der Chor singt: lebe wohl du schöner deutscher Wald. So singt es 30 km südlich von Cottbus in der Grenzstadt zu Polen, in Bad Muskau. Singt es, als wäre nichts geschehen, als bliebe die Zeit stehen. Keine DDR, Kein Wende, kein Untergang in einen dritte Weltstand. Im Kontrast zum boomenden Nachbarn in Polen, kommt Wehmut auf. Letzte Heimstatt von Menschen, die Angst vor sich und der Zukunft haben. Der Chor ist der Ort, wo der Mann, das findet was er sucht: Nichts. Das Nirwana. Keine Auseinandersetzung, jeder Streit wird entschärfend verlacht, denn nur das eine Gefühl in bestimmend: Ja nicht allein zu sein. Selbst die teilweise extrem subjektive Kamera kann den Menschen nichts Privates, Persönliches entlocken. Der raue Charme der Oberlausitz lässt alle Fenster schließen. Die einzige Gefühlsregung: nach einer Krankheit singt der Chor dem ehemaligen Leiter: du gehörst zu uns. Und bricht in Tränen aus. Diese Gruppe verhindert den Einzelnen, mit voller Zustimmung aller Beteiligten, keine Kritik an der Umwelt, kein Protest gegen die Überalterung der Region... Die Kraft des Kollektivs, des Chors spannt, ähnlich wie der Film sei Netz in das er alle gefangen hält. Nur ansatzweise erfährt man etwas von dem Berufsständen, Jede Erzählung beginnt und endet in gemeinsamen Chor. Eine echte Alternative für biertrinkende Männer, die im Alter kein Fußball mehr spielen wollen. Dieser Film ist inhaltlich und formal einer öffentlich rechtlichen Produktion gewachsen, man fragt sich warum er übersehen wurde: War es Montag morgen, oder hatten die Redakteure nur die Titel der Speisekarte der Kantine vor Augen? Im Kopf? Ist aber auch wurscht, er wird, wenn die Zeit kommt, sowie so von irgendeinem unbeteiligten TV-Mitarbeiter durch gewunken,. Zeit hat er ja: Prodjahr 2006.