Regie:
rain Genre: dokumentarfilm Jahr: 2006 Format: digibeta Länge: 75 min
Kamera: DIETMAR RAIFF AXEL LÜTTICH CASEY CAMPBELL Produzent: kolja brandt
Darsteller: amigo, manuel mandon, nadja jensen, sutthinee michalke, anke baergProduzent KOLJA BRANDT
Musik: LARS LÖHNE
Inhalt: WAS PASSIERT, WENN MAN SEINE LEIDENSCHAFT ZUM BERUF MACHT? Vier Tänzer offenbaren ihre Motive, Ängste und Träume. Vier Künstler, deren Werkzeug der Körper ist gewähren uns einen Blick in ihr Innenleben und in ihren Alltag. Vier Künstler, deren Werkzeug der Körper ist gewähren uns einen Blick in ihr Innenleben und in ihren Alltag. Wie sind die ersten Schritte in das Tänzerleben und welche Bewegungen und Verletzungen stehen sie durch? Wie sind die ersten Schritte in das Tänzerleben und welche Bewegungen und Verletzungen stehen sie durch? Wenn Tanz zwischen purer Lebenslust und existenzieller Lebensgrundlage oszilliert, zeigt dieser Dokumentarfilm wo der Mensch und sein dem Tanz gewidmetes Leben steht. was steht am anfang, was am ende einer tänzer karriere.wie gehen die protagonisten mit ihren existenzängsten, ihren zukunftsvisionen, dem verfall ihrer körper um.was passiert, wenn man in der sogenannten grauzone der mittelmäßigkeit steckenbleibt und der ersehnte erfolg ausbleibt? Beim Tanzen hab ich das Gefühl ich vergesse alles, ich entfalte mich. Es ist so ne Befreiung. Ich fühl mich da frei, vergesse alle meine Sorgen. Das ist echt ein schönes Gefühl, wie Meditation. Du schaffst einen Punkt, wo du wirklich leer bist und du fühlst dich wohl an diesem Ort..." ( AMIGO)
warum gescheitert: 1. er lief bis jetzt noch auf keinem festival 2. das thema des films ist scheitern und der kampf sein leben so zu leben, wie man es gerne möchte und liebt mit all seinen konsequenzen.
Unser Kommentar: Diese Melange aus hip-hop, breakdance, klassischer Choreografie
und absoluter Körperakrobatik bewegt sich zwischen dem Wunsch,
dem Wahn ganz oben zu sein und der nackten, kalten Realität, die im
Hintergrund immer energischer an der Türe klopft: du wirst älter. Was dann?
So gehen die jungen Leute, deren Kraft , Schönheit und Energie, zwischen ihren
Händen zerrieselt, jedes Risiko ein, setzten den Körper, ihren Geist und ihre
Sehnsucht auf eine Karte und hoffen endlich mal den Joker zu ziehen.
Ganz anders unsere Protagonisten. Die haben es geschafft, sind im Geschäft.
Und sie wollen oben bleiben. Noch höher kommen. Über sich selbst hinauswachsen,
schwerelos, rauschhaft, wie die Schmetterlinge der Nacht.
Deshalb betreiben Raubbau an ihren Körpern, wie Dompteure an armen
unschuldigen Kreaturen. Aber am Ende steht die höchste Lust: die Demut.
Und das ist die Triebfeder: die Auflösung des trägen Egos in der mechanischen
Vervollkommung des Körpers zu archaischen Rhythmen, begleitet von
hunderttausenden Augenpaaren, um das belanglose Alltagsego abzustellen.
Das riecht nach Kult, Religion und Metaphysik.
Die perfekt inszenierten Bilder von rain, gepaart mit noch besser in Szene gesetzten
Tanzeinlagen eröffnen das Vabanque-spiel zwischen der Lust an der Selbstdarstellung,
der Verschmelzung mit dem Urgrund und der Mauer, die sich zwischen den Tänzer und
der Umwelt auftut.
Es ist eine eigene Welt. Mit eigenen Gesetzen. Mit eigenen Opfern. Mit eigenen Siegen.
amigo:“ Der Künstler braucht kein Geld, um glücklich zu sein“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Außer: ich wünsche mir den Film für eine breites, und wenn das nicht geht,
zumindest für ein junges Publikum als Schullektüre.