Das Buch des Eremiten
Regie:  Tobias Sandberger  Genre: historisches Familiendrama  Jahr: 2004    Format: Betacam/35mm    Länge: 32 min
Produzent: Abbildungszentrum ohg, PHITZPHILM
Darsteller: Mit:Myriam Fiordiponti, Matthias Breitenbach, Thitz, Charlotte Crome, Tomek Nowicki,u.a.     

Inhalt: England, Ende des 18. Jahrhunderts. Ein Ziereremit fristet im Garten des Landschlosses eines verarmten Adeligen ein bescheidenes Dasein, als Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Ohne zu wissen, lebt auch sein leiblicher Sohn, den er einst, in Liebe, mit der Tochter des alten Schlossherrn gezeugt hatte, als vermeindliches Weisenkind hinter den feuchten Mauern des Schlosses, unmittelbar in seiner Nähe. Erst als Rachel, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrem Mann, dem Neuen Herrn des Anwesens, aufs Schloss zurückkehren darf, werden Erst als Rachel, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrem Mann, dem Neuen Herrn des Anwesens, aufs Schloss zurückkehren darf, werden die Ereignisse der Vergangenheit noch einmal neu aufgerollt und Vater und Sohn finden doch noch zueinander. die Ereignisse der Vergangenheit noch einmal neu aufgerollt und Vater und Sohn finden doch noch zueinander.

warum gescheitert: Für das Scheitern des Films sind mehrere, verschiedene Gründe zu nennen, wobei mir der wichtigste der zu sein scheint, das mit zu wenig Zeit und Geld zu viel erreicht werden wollte,...oder anders ausgedrückt: Dem eigenen Anspruch konnte nicht genüge getan werden, obwohl ein hochmotiviertes Team angetreten war, einen wirklich aussergewöhn- lichen Film zu machen. Allein die Tücke steckte im Detail, und über die nicht enden wollenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Produktion und Regie, über die entgültige Länge des Films, blieb zu wenig Zeit für die eigentliche Inszenierung.

Unser Kommentar: Der Miet-Eremit könnte der Film auch heißen und steht mit seiner besonderen Mischung aus Erzähltem, grafischer Animation und spielerischer Raffinesse der Komplexität des „der Kontrakt des Zeichners“ von Peter Greenaway in keinster Weise nach. Das nordische Backsteinflair der Schlösser, das helle ungetrübte Licht und das hemmungslos satte Grün verleiht dem Film etwas entrücktes, den Wunsch jenseits seiner eigenen Existenz auch einmal die Lust und Leiden der stillen Einkehr mit erotischen Reflexionen zu frönen. Die Geschichte einer verbotenen Liebschaft(wird nicht gezeigt) setzt eine klassentypische Inzucht frei(ahnungsweise). Am Ende aber geht alles seinen gerechten Gang (sichtbar). Es kommt nicht zusammen was nicht zusammen gehört. Ein wirklich nettes Stelldichein, mit Kafe und Kuchen und schönen Bildern aus einer alten Zeit, dem Rokoko(nordischer Spätbarock). Trotz des teils verwirrenden Erzählstils dennoch sehenswert. Zumal das Stilmittel des literarischen Icherzählers hier kinomatografisch zukunftsweisend als subjektive Kamera konsequent umgesetzt wurde.(hwmueller)