Die Wittelsbacher
Regie:  Stephan Hartwig, Bohdan Graczyk  Genre: Drama  Jahr: 2004    Format: 35mm    Länge: 90 min
Produzent: Michael Wolf
Darsteller: Mit:Wilfried Labmeier-Laura Juds-Bohdan Graczyk-Vladimir Torbica-Bernd Ebel-Horst Janson-Joseph Hannesschläge-Franz X. Meiller    

Inhalt: Theo lebt in München unter der Wittelsbacherbrücke. Er hat mit dem Tod seiner Tochter bei einem Autounfall vor einigen Jahren einen traumatischen Schicksalsschlag erlitten. Seitdem versucht er, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken. Sein Leben ändert sich plötzlich, als eines Tages die zehnjährige Alina bei ihm Zuflucht sucht. Während Theo beginnt, sich rührend als eines Tages die zehnjährige Alina bei ihm Zuflucht sucht. Während Theo beginnt, sich rührend und liebevoll um die kleine Ausreißerin zu kümmern, muss er seine zurückgezogene Haltung und liebevoll um die kleine Ausreißerin zu kümmern, muss er seine zurückgezogene Haltung aufgeben und sich den Problemen stellen - denen des Mädchens und seinen eigenen.

warum gescheitert: Der Film konnte nur zustande kommen, weil alle Beteiligten (und das waren recht viele, wenn man sich den Abspann anschaut)auf ihre Gage verzichtet haben. Wir hatten gehofft, den Leuten und uns natürlich auch nach einem Fernsehverkauf zumindest einen Teil des Geldes zahlen zu können. Auch der BR wollte ihn nicht.

Unser Kommentar: In Bayern gehen die Uhren anders, und manch mal sogar in die andere Richtung. Hier sind auch mal arme Menschen Helden, und nicht immer die Reichen, die Schickeria. Obwohl diese gelegentlich auch das Restbuffet den Pennern unter die Brücke bringen. Deshalb ist der Titel „die Wittelsbacher“ nicht nur vom Spielort , sondern auch in seiner Doppeldeutigkeit geschickt programmatisch gewählt. Wir waren schon immer die besseren Menschen, wie es der jüngst verstorbene Modezar Mösi vorlebte. Deshalb fährt der bayerische Strassensepp niemals absichtlich schwarz, ist immer rasiert und hat eine ellengroßes Herz für ausländische Kinder. Auch wenn die Stadtindianerromantik so bekömmlich daherkommt, haben Stephan Hartwig und Bohdan Graczyk geschickt einen doppelten, tieferen, sozialkritischeren Boden gelegt. Einen schwimmenden Parkett auf den sich der BR zu Recht nicht stellen möchte. Denn die Konkurrenz mit den eigenen Produktionen dürfte schwer fallen und die Furcht der Redakteure bekräftigen, dass hier der sonst anspruchslose BR-TV-User Hunger nach mehr bekommen könnte. Das das abstossende Elend auf ein erträgliches Maß von den Schauspielern(v.a. den Möchtegern-Punktussis) gekonnt runterreduziert wurde, ist zudem ein Grund mehr den 20 Uhr Sendeplatz anzupeilen. Hier ticken die Uhren aber anders... (hwmueller)