Regie:
Samir Kandil Genre: sophisticated comedy Jahr: 2003/4 Format: MiniDV Länge: 60 min
Kamera: Ian Umlauff Produzent: Samir Kandil
Darsteller: Reinhold Weiser, Samir Kandil, Nadine De Zanet, Maria Faust, Christian Schramm, Ullrich Bärenfänger, Ruth Willems, Jürgen Hellmann, Georg Huff
Inhalt: Hollywood 1940. Orson Welles ist der Star des Augenblicks - und das, obwohl er noch keinen einzigen Film gemacht hat. Der Druck des Studios auf sein "neues Wunderkind" wächst täglich, während zeitgleich alle seine Vorschläge für ein mögliches sujet abgelehnt werden. mögliches sujet abgelehnt werden. Freunde raten ihm, den Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz hinzu zu ziehen, der als Profi gilt und meist im Verborgenen arbeitet. Freunde raten ihm, den Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz hinzu zu ziehen, der als Profi gilt und meist im Verborgenen arbeitet. Welles sucht Mankiewicz auf, aber Mankiewicz will nichts vom Plan eines gemeinsamen Drehbuchs wissen. Er hat überhaupt genug von Hollywood und würde viel lieber "wie Chechov" Vierakter schreiben, anstatt den Rest seines Lebens mit der ewigen Gleichförmigkeit der Drehbuch-Dreiakter zuzubringen. Andererseits scheint Welles genau den Film machen zu wollen, zu dem seit zehn Jahren ein Drehbuchentwurf von niemandem eingesehen in Mankiewiczs Schreibtischschublade liegt. Und das auch auf die Gefahr hin, seine eigene Filmkarriere zu beenden, bevor sie überhaupt begonnen hat.
warum gescheitert: 1. "Four-Act Play" ist bei sämtlichen deutschsprachigen Filmfestivals, die den Machern bekannt waren, eingereicht und abgelehnt worden. 2. Alle öffentlich-rechtlichen Fernsehsender haben es abgelehnt, den Film zu zeigen. Einzig der WDR hätte ihn gern zusammen mit "Citizen Kane"an Orson Welles 90. Geburtstag gezeigt, aber die Rechte liegen beim ZDF, das es letztendlich ebenfalls abgelehnt hat, dem Film eine Chance zu geben. 3. Zu Orson Welles 90. Geburtstag haben wir den Film deutschen Programmkinos angeboten. Ein einziges (Brotfabrik, Berlin) hat ihn ins Programm aufgenommen, obwohl von "Citizen Kane" momentan keine Kino-Kopie zu bekommen ist. 4. Die Filmförderungsanstalten haben es abgelehnt, die Produktion dieses Films zu unterstützen. Die gesamte intendierte Machart sei unzeitgemäß und dem Medium Film unangemessen.
Unser Kommentar: „Die gesamte intendierte Machart sei unzeitgemäß und dem Medium
Film unangemessen“, wird über „four-act play“ geurteilt. Zu Recht.
Wenn sprachliche Flachheit und dramaturgische Kurzatmigkeit
das Maß aller Unterhaltungsdinge ist.
Will man aber dem Anspruch des Filmes gegenüber dem Theater
gerecht werden, dann sollte man sich schon mehr Mühe geben,
über diesen Film trefflich zu urteilen.
Sagt doch der Autor im Film selbst:
„Der Film ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kunst.
Theater ist Kunst und geht manchmal sogar darüber hinaus“
Dieses abgefilmte Kammerspiel setzt sprachliche Akzente.
Die Spielweise ist durchaus der Zeit von Orson Welles angemessen.
Der Regisseur spielt die Hauptrolle, sich selbst, Orson Welles.
Und er kaschiert das auch nicht. Er eifert der Eitelkeit seines
Vorbildes mit Erfolg nach. Die Dialoge sind mehr als Austausch
der Worte. Unterbödig schwingt eine reflektierte Theater- und
Filmästhetik mit, die ob man mag oder nicht Anstoß geben könnte,
darüber nachzudenken, ob nicht die Sprache ein Wert an sich sei.
Ja, meine lieben Stromlinienredakteure, wenn man natürlich seinen
akademischen Anspruch auf die Knöchelhöhe der Sachzwänge derart
zusammengestaucht, dass er gerade noch zwischen zwei Seiten
einer Doktorarbeit Platz hat, dann muss man diesen Film ablehnen.
Ich erinnere nur an Walter Benjamin, der den Verlust der Aura in
den Kunstwerken beklagt. Und diese hat der Film nämlich.
Eine Patina der 60ziger, wo der Diskurs über allem Stand, und nicht
von einer referenzlosen überbordenden Bildästhetik erschlagen wird.