Verräterische Oliven
Regie:  Richard Marx  Genre: Mafiafilm  Jahr: 2006    Format: miniDV    Länge: 10 min
Kamera: Ralf Henze    Produzent: HMW Cooperation
Darsteller: Lars Henze, Ronald Henze, Bérénice-Anouck Schneider, Richard Marx, Erik Jeglorz    
Ton: Richard Marx    Musik: Richard Marx    Schnitt: Richard Marx    
Inhalt: Der Mafiaboss hat Probleme: Sein Olivenhandel floriert nicht mehr, seine unfähigen Mitarbeiter kriegen nichts auf die Reihe und obendrein belästigt ihn noch eine junge Dame, die ihn liebt! Nur der Killer macht noch seinen Job, schnell und präzise.

warum gescheitert: Ein ernsthafter Mafiafilm mit 20nochwas-jährigen Laien-Darstellern kann nicht gut ankommen. Das billige Drehbuch und die sinnlose Gewalt tun ihr Übriges. Nur die Kamera und Beleuchtung ist innovativ, was uns auf dem bisher einzigem Festival immerhin einen Preis eingebracht hat. Fette Form, kein Inhalt, aber unterhaltsam und zeigt auch Menschen, die alle irgendwie scheitern...

Unser Kommentar: Vom Winde verweht, einmal Pate sein im Italowestern. Diese dick aufgetragene Mafiaschnulze, wäre sicherlich von der Festplatte gelöscht, wäre da nicht. Wären da nicht diese Einstellungen, diese Einstellungen im und zum Film. Das wahrlich platte Drehbuch untermalt mit ölig monströsen Notengeflecht, überhöht jede Künstlichkeit des Mafiafilmes. Es sind nicht die Klischees die schmerzen, es ist der freischwindelnde Umgang mit dem Genre, dem brutalen an die Wand fahren von lieblich gewohnt gewordener Coppola –Brando –Pacino- Romantik. Die herausgesplatterte Bilderorgie von Gewalt, Sex(na ja, eher nicht) und der einzigen wahren Todsünde, der Gier, führt zum gerechten Ende. Hier arbeiten sich eine Hand voll junger Menschen ihre Filmererfahrung, oder kann man sagen Erziehung? ab, und kommen, gewollt oder nicht zu einer völlig neuen Filmsprache: Der selbstreferenziellen Bilderschichtung(was das auch heißen mag) Wäre dieser Film nämlich tonlos, dann wäre er ein einnahmeträchtiger Widerhaken beim allabendlichen Cancel-Jogging. Aber der eigentliche Reiz ist das: making of.... Man spürt bei jeder Einstellung förmlich das Set im Hintergrund. Die Ungeduld, das Zappeln, die Freude am Filmen, den genialen Geifer....und die trügerischen Oliven... Zeitweise ist man sogar verführt anzunehmen, der Film ist ja echt... Ich wäre so gern dabei gewesen, bei der Premiere im Henzens Partykeller und wenn die Syncro noch vernünftig nachgeholt würde, auch bei der Oskarverleihung. Die Fliege auf am den Schreibtisch, das zerflossenen Gesicht der Schönen, das brennende Kornfeld. Wahrlich diese Jungs haben viele Filme im Kopf, warten wir mal aus die Nächsten, ungeduldig....gespannt....