Regie:
Harald Holstein Genre: Experimental Jahr: 2003 Format: MiniDv Länge: 7 min
Produzent: Harald Holstein
Darsteller: Figur: Barbara Galinski
Inhalt: Eine Frau steht vor wechselnden Hintergründen und macht die Begriffe Raum, Wohnort, Heimat, Hintergrund, Grund und Begründung verbal zum Thema. Sie scheitert in der Identifikation mit ihrer räumlichen (sozialen, städtischen?) Umgebung, sie findet keinen passenden Ort, keine Orientierung und gibt die Bindung an Heimat, an Hintergründe, an Gründe auf. Idee, Text und Realisation (Kamera, Ton und Schnitt): Harald Holstein Idee, Text und Realisation (Kamera, Ton und Schnitt): Harald Holstein
warum gescheitert: Der Film hat eine ungewöhnlich Filmsprache, die in ihrer extremen Schitttechnik zuerst befremdet. Die ganze Anlage ist sehr minimalistisch und abstrakt, was nicht für alle ein konsumierbarer Reiz ist. Bild und Text erklären sich nicht gegenseitig. Der Film gibt wenig Bezüge zu einer konkreten Wirklichkeit, ist bewußt offen, allgemein und vielschichtig gehalten, bietet dafür aber Raum für Interpretation und Assoziation. Diese Aufschlüsselungs- und Übersetzungsarbeit wollen nur wenige leisten, daher ist der Film zum Scheitern verurteilt, denn auch für die 7 Minuten braucht man Geduld.
Unser Kommentar: Der große russische Male Alexej von Jawlensky malte, als er krank im Alter den Pinsel nicht mehr halten konnte immer das gleiche Motive. Eine abstrakte Figur, ein Gesicht, mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Das war der Grund warum er weiterlebte....Und nicht wahnsinnig wurde...Dieses filmische Expose von Harald Holstein ist solch eine Meditation: Er zeigt eine reflektierenden Frau vor unterschiedlichen Hintergründen. Sie erklärt: „Ich bin nur durch Hintergrund. Er ist das Denken, das Zuhause. Ein Verlassen wäre grundlos.“ Denn er ist der Grund des Seins. Doch unzählige, unbestimmte Hintergründe ist Rauschen, grundloses Rauschen. Dann, wenn der Hintergrund(z.b. Mauer)einmal bleibt: dann erst wird das Sprachspiel offenkundig. Ich habe mich verlaufen, Gründe halten mich fest. Sprachliche, faktische, irdische...bildliche. Wo ist der Ariadnefaden brüllt sie: „Ich will ohne Gründe fliegen...“ zum Unraum, zur Schwere- und Gedankenlosigkeit. Das mandrische Wiederholen der Sentenzen erzeugt einen Sog, in den wir hineinströmen, direkt auf den Hintergrund zu. Ich fühle mich in die gute alte arte-Zeit zurückversetzt als es noch gute Gründe gab, TV zu machen, zu schauen...