MONTE KLAMOTTE - Eine Expedition zum Schuldenberg von Berlin
Regie:  Gerd Conradt  Genre: Dokumentarfilm  Jahr: 2005    Format: Digi-Beta    Länge: 90 min
Kamera: Gerd Conradt    Produzent: Daniela Schulz, ds-films
Darsteller: Gerd Conradt    

Inhalt: Berlins berühmtester Berg ist weder der Teufelsberg noch sind es die Müggelberge - es ist der Schuldenberg. 60 Milliarden Euro lasten auf den Hauptstädtern. In der witzigen dokumentarischen Reportage Monte Klamotte macht Autor Gerd Conradt, bekleidet wie ein Bergsteiger und mit dem Eispickel in der Hand, Monte Klamotte macht Autor Gerd Conradt, bekleidet wie ein Bergsteiger und mit dem Eispickel in der Hand, einen Rundgang durch die Schuldenstadt, führt uns zu vergangenen Sünden wie dem Bauskandal um den einen Rundgang durch die Schuldenstadt, führt uns zu vergangenen Sünden wie dem Bauskandal um den Steglitzer Kreisel aber auch zu künftigen finanziellen Risiken wie der ungeklärten Weiterverwendung des Flugfeldes in Tempelhof nach dessen Schließung. Fast nebenbei entsteht so ein satirisch gefärbtes Bild der Stadt, das zwar auch die Stärken und Chancen Berlins aufzeigt, vor allem aber klarmacht, daß es am Berg zuerst immer ums Überleben geht.

warum gescheitert: Der Film ist eine relativ aufwändige KÜNSTLERISCHE Verarbeitung des Themas Schuldenberg; leider ist es weder gelungen, die wahrhaftig Schuldigen daran zur Aussage zu bewegen, noch einen Volkssturm der Berliner auszulösen, das Thema weiter zu verfolgen und der Schuldenberg ist bis heute nicht abgetragen! Die gesamte Expedition ist gescheitert, da wir den Gipfel des Berges nie erklommen haben (wie auch der Schlusskommentar im Film aussagt).Am Ende war auch die Kinoauswertung nur sehr mässig, da kein Geld mehr für grosse Werbeaktionen übrig war, um den Film grösser im Kino rauszubringen (Filmkopie) und zu bewerben. Auch den Abriss des Palastes der Republik in der Berliner Mitte konnten wir nicht verhindern. Ein grosses Scheitern inhaltlich, sozial, künstlerisch (?)... Wir als Künstler, als Team drehen weiterhin Dokumentarfilme, die einen künstlerischen Anspruch beinhalten, eine subjektive Sichtweise und nicht pure Dokumentation von Ereignissen sind, wir werden also weiterhin scheitern. Was ich vergessen hatte: dem Sender (RBB) war der Film übrigens technisch zu schlecht, es müsste für viel Geld digital nachbearbeitet werden, damit er seine (einmalige) Ausstrahlung einhalten konnte...Schaut doch mal auf die Website - dann seht ihr, wir haben es wirklich "ernst" mit dem Film gemeint, er sollte DER neue Heimatfilm werden: www.monte-klamotte.de

Unser Kommentar: Bei dieser nett gemachten Dokumentation von Gerd Conradt, wo ein Bergfex mal ganz salopp die Verschuldung der Stadt Berlin aus dem des Sümpfen des „das macht man halt so“ an das Tagesblick zu zerren versucht, kann dem Bayern durchaus die Brezel nebst Schweinshaxe im Halse stecken bleiben, bis ihm der Hals derart anschwillt, das er das Gutgemeinte wieder von sich gibt: aber bitte schee. Des hama bei uns a! Nur bei den Berliner scheint das ungedeckte Geldausgeben ein angeborener genetischer Defekt zu sein. Der Berg des sinnlosen Verschwendens reicht vom Flugfeld bis in die Spitzen „des sinnlos abreißen öffentlicher Bauwerke“. Der platte unbeteiligte Kommentar der beiden gutsituierten Journalisten Lidschreiber und Roth: „das ist Demokratie“ täuscht nicht darüber hinweg, das die aus der Bahn geratene Neomanie preußischer Prägung im wahrsten Sinne des Wortes alles platt macht, was noch Wurzeln hätte treiben können. Der Blinde Freund von Conradt, weiß das mit innerer Weitsicht herrlich zu kommentieren: Wenn ich im Verkehrslärm stehe, ist meine Wahrnehmung lahm gelegt und geht nur noch bis zur Stockspitze. Das könnte aus den Munde der kurzsichtigen Politiker stammen, die sich hier nicht vor die Kamera trauen. Sozialpopulismus kann man Gerd Conradt nun nicht unterstellen, wenn er vom Raubbau an unseren Staatsfinanzen und der Schändung unserer Kulturdenkmäler direkt zu dem Völkchen schwenkt, das in der Armenküche gerade die Suppe auslöffelt. Wenn Berlin die Hauptstadt des heutigen Deutschlands ist, dann auch als Symbol des postdemokratischen Kapitalismus. Wo sich wenige am Schweinetrog des Staates bedienen, während das erduldende Gro die gespendete Suppe auslöffelt. Der Bürger trägt nicht die Schuld, nur die Schulden. Schade nur das die sogenannte Subkultur von dem selben Virus befallen ist, sich ihre lobenswerte Lebensform über Schulden zu finanzieren. Schön wäre es, wenn diese alternative Bürgergesellschaft wirklich autonom wäre: Ohne fremdes Geld und vor allem ohne Subventionen. Dann würde sogar der Bayer zur Crunchmukke und Bluesriffs mitschunkeln. Aber bis zu diesen Gipfeln ist noch ein langer Aufstieg. Ganz klar: ein deutscher Sender darf so etwas nicht zeigen, dafür wird keine GEZ eingetrieben und schließlich ist der Rundfunder Legitimationsapparat jenes Raubzuges par excellence. Umso mehr: weitersagen und alle Freunden in diesen Film zerren. Dank engagierter Filmemacher haben die Verschwender Namen und diese Namen haben Gesichter. Aber kein Ei, keine Tomate wird sie treffen, wenn sie unter dem Deckmantel der Demokratie in ihre Schatten der Villenviertel verschwinden. Der Bankenskandal ist Ausdruck der Verrottung der politischen und ökomonischen Klasse, weiß Herr Peter Grottian mutig zu sagen, aber zur Sache, füllt die Taschen mit Tomaten.