ANTINOMIE STADT
Regie:  Degna Martens   Genre: Kurzfilm  Jahr: 2005    Format: MiniDV    Länge: 16 min
Produzent: Degna Martens

Inhalt: Der Film ANTINOMIE STADT beruft sich auf die Flanerie von Charles Baudelaire und Franz Hessel. Dieses Sujet wird in der urbanen Gegenwart wiederbelebt: Der Protagonist trifft als Flaneur auf seinen Widersacher, der die großstädtische Reizüberflutung  gegen die Ausgeglichenheit des Meeres eintauschen will. Der Protagonist trifft als Flaneur auf seinen Widersacher, der die großstädtische Reizüberflutung  gegen die Ausgeglichenheit des Meeres eintauschen will. Einen Tag bittet der Flaneur sich aus, seinem Kontrahenten von den Reizen der Stadt zu überzeugen. Gemeinsam machen sie sich auf. Einen Tag bittet der Flaneur sich aus, seinem Kontrahenten von den Reizen der Stadt zu überzeugen. Gemeinsam machen sie sich auf.

warum gescheitert: pathetische Sprache, zu gewagte Schnitte. Vor die herangezogene Wahl  "Friss Vogel oder stirb" gestellt, wollte eine Professorin lieber sterben.

Unser Kommentar: Anatomie einer Stadt setzt einen literarischen Text über den Müßiggang, dem bewussten Durchstreifen der Umwelt, dem Flanieren in eine reale Umgebung. Der für Berlin geschriebene Text passt sich gleichwohl in das Hamburger Flair des Schanzenviertels ein. Eines Stadtteil, in dem per se der Keim des feineren Lebenssinns erfolgreich seine Blüten schlägt. Die literarisch künstliche Sprache befremdet zuerst durch ihren Postromantizismus. Aber nur bis zum zweiten Satz, denn dann geht der sprachverliebte Zuschauer auf die Konvention ein und genießt den schönen Klang der Worte. Im subkulturellen Kino B-Movie sitzend werden die tauschend kleinen Fenster, die Türen zum Draußen, dem Kino an sich beschworen. Das Für und Wider des städtischen Lebens hat nur ein Ziel: Eine Hohelied auf den Rausch der Eindrücke und Botschaften der Stadt. Es ist es, als hätte die Hand Roland Barthes den erotischen Diskurs geführt. Wer das Theater liebt, den letzten Ort des Pathos, der wird sich diesem Film nicht entziehen können. Auch Jürgen Flimm oder Leander Haussmann haben Klassiker verfilmt. Trotz der Sprache waren sie ein Erfolg. Man sollte daher auf den hölzernen Kommentar einer Professorin für Maschinenbautechnik keinen so großen Wert legen. Also: Arbeitslos ist auch ein Los: vielleicht ein Glückslos: Endlich sich seiner Stadt mit Augen und Ohren , mit Nasen und Händen zu bemächtigen. Ein Motto zum 40zigsten Geburttag der 68.ziger Zum Kaffeetratsch bei Paloma, die mit ihrer Zöpfen und dem Ethnodirndl was davon zu erzählen weiß. Das Schanzen-Glockenbach- und Mühlheim-Viertel, der Prenzlauer Berg und alle anderen Zeit-Genossen,bedanken sich für das Hartz4kompendium.