Regie:
Christopher Lenke/Philip Nauck Genre: Mysterythriller Jahr: 2005 Format: DVoderDVD Länge: 14 min
Kamera: CHRISTOPHER LENKE & ALEXANDER DU PREL Drehbuch: LENKE/NAUCK Produzent: Nico Grein
Inhalt: Ein junger Fabrikarbeiter fristet seinen Alltag an einer Maschine, die er im Schlaf bedienen kann. Doch eines Nachts auf dem Weg nach Hause, durchbricht eine unerwartete Begegnung seinen Trott:Beim Tanken fährt ein führerloses Auto an ihm vorbei. Auf der Rückbank eine gefesselte Frau in einem roten Sommerkleid. Er nimmt die Verfolgung auf und will ihr ihm vorbei. Auf der Rückbank eine gefesselte Frau in einem roten Sommerkleid. Er nimmt die Verfolgung auf und will ihr helfen - doch nichts scheint ihr Schicksal aufhalten zu können... helfen - doch nichts scheint ihr Schicksal aufhalten zu können...
warum gescheitert: Night and Death ist gescheitert, da der Film, allein durch seine offensichtliche Handlung nicht zu einem Schluss für den Zuschauer kommt. Zuschauer, die an den Film mit Logik herangehen, sind zum Schluss verwirrt. Erst wenn sie sich auf den Film einlassen, bereit sind zu interpretieren, können sie Spaß an dem Film entwickeln. Dieses sich auf den Film einlassen erschwerten wir dem Zuschauer natürlich mit dem Format DV und der wakeligen Handkamera. Dadurch war dem Film eine bisherige Festivalauswertung leider verwehrt.
Unser Kommentar: Die Einsamkeit eines Fliessbandarbeiters, der zwischen zwei
Schichten dem Trugbild einer Frau hinterher läuft. Oder war
es zwischen zwei Handbewegungen, zwischen dem Zwinkern
der Augenlider in der sich kurz seine Sehnsucht erfüllte?
Schon Adorno spricht davon, dass durch die mantrische Wiederholung
der immer selben Tätigkeit, den Arbeiter in eine Art Rausch oder
Dämmerzustand verfällt, in der er seine Subjekthaftigkeit verliert.
Hier entseht der mental tiefgelegte Raum zwischen Wahn- und Schwachsinn.
Die unaufgeräumten Kellerräume in denen sich die Phantasie austobt und
sich für eine kurze Urlaubspause von der Öde der Arbeit befreit.
Dieser Prozess öffnet keine Freiheit sondern Angst.
Die subversive Ohnmacht. Deshalb fürchten wir uns vor dem
Dunklen, Unbestimmten, und Abwesenden, wie hier ein Fahrzeug ohne Fahrer.
Das löst eine Kette von Bildreaktionen aus. Das ganze Filmarsenal
der letzten Jahrzehnten unseres Fernsehkonsums steht mit einem mal mit aller
Wucht vor uns. Und wir können es nicht greifen. Denn es hat Macht über uns.
Die Reminiszenzen aus bekannten Horrorfilmen vom Regiedouble
Christopher Lenke/Philip Nauck geschickt in Szene gesetzt, sprechen
da eine deutliche Sprache. In einer Kleinstadt mitten in Deutschland,
ein ganz braves Leben, klein und bescheiden, aber dann...
Die Beiden haben es tatsächlich geschafft, einen abgebrühten Filmbetrachter
die Haare gen Decke zu richten. Er war froh das die Achterbahnfahrt aus
Projektion und realem Katzengeschrei endlich vorbei war.
Aber nun – mit einigem Abstand- reizt es uns schon ein wenig,
sich noch mal rein zusetzen.