Inhalt: I kill time for a living, that's all I do. KILL TIME ist ein kurzer Film über die großstädtische Langeweile. Isolation und Paranoia beherrschen den Raum. Ein Mensch (gespielt vom isländischen Künstler Sigtryggur Berg Sigmarsson) hetzt seinen Dämonen hinterher und analysiert mit misanthropischem Blick seine Umwelt. In direkter Ansprache wendet seinen Dämonen hinterher und analysiert mit misanthropischem Blick seine Umwelt. In direkter Ansprache wendet er sich an die Kamera und entwirft ein hoffnungsloses Bild: er sich an die Kamera und entwirft ein hoffnungsloses Bild: "I tell you people are no good, they are cheap. I hate people." Unschuldig ist hier keiner, die ganze Welt steht auf der Liste, auch der fette Typ von nebenan.Kill Time läßt den Hauptdarsteller im urbanen Bodensatz umherschweifen und bildet den Rahmen für seine undifferenzierten Attacken.(TEXT: Michael Bruns)
warum gescheitert: Keine Ahnung! Festival-Jurys begründen nichts wirklich, sondern bedauern ihre Absage. Aufgrund der hohen Anzahl der Filme, konnten sie nicht alle berücksichtigen - eben nett formuliert. Es gab jedenfalls mehr Ablehnungen als Zusagen. Festivaltechnisch ist "Kill Time" mehr gescheitert, der Protagonist im Film ist auch nicht von der Sonne geküßt. Vielleicht ist der Film zu negativ, bedrückt zu sehr, ist zu einfach und zu direkt vorgetragen. Ihr könnt Euch den Film auch Online anschauen, hier: http://www.hula-offline.de/h5stream3.html
Unser Kommentar: Diese Mischung aus großstädtischer Vereinsamung,
totaler Selbstüberhöhung und Reminiszenzen aus
„Schweigen der Lämmer“ von Thomas Harris
wird durch die amerikanische Patina zu einem
latenten Rausch von Gewalt, Kälte und
Hoffnungslosigkeit.
Der Hamburger Kietz mit rotschwirrenden, auf
Liebe lauernden Schmetterlingen bietet die optimalste
Vorlage für eine europäische Interpretation des
„Pulp Fiction“ an der Waterkant.
Das robuste Bilder das Privileg der Amerikaner ist,
weiß Carsten Aschmann zu wiederlegen.
Der Alptraum aus Drogen, Menschenverachtung,
und totalem Selbstbezug findet in der Häutung
der Kunst-Puppe einen vorläufigen Höhepunkt.
Das unser Misanthrop als Schlächter der St.Pauli
Bronx hier seine zweite, schützende Haut findet,
macht ihn für uns, die wir mit steif ausgerichteten
Nackenhaaren senkrecht im Kinosessel sitzen,
ein wenig sympathisch und gestehen ihm zu, das
dieses Portrait von ihm durchaus mutig ist.