alle Filme der 4.Staffel sortiert nach Titeln
Titel: abgesoffen
Regie: Annna Porzelt
Genre: kurzdramödie
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Lisa Grözinger
Länge(min): 18
Ansprechpartner: Anna Porzelt
Inhalt: In „abgesoffen“ treffen vier Menschen in der zweiten Hälfte ihres Lebens für ein Wochenende aufeinander. Allesamt sind sie mehr oder weniger erfolgreiche Künstler, aber sie sind ausgebrannt, jeder musste sich irgendwie „arrangieren“. Ihr Leben ist auf verschiedene Arten miteinander verknüpft, trotzdem regiert bei diesem Treffen die unerträgliche Langeweile: Es ist alles bereits gesagt. Und dennoch versuchen sich längst nicht mehr zugelassene Gefühle ihren Weg durch die fassadenhafte Erstarrung zu bahnen...
Warum gescheitert: Warum wir abgesoffen sind...
Eigentlich hätte „abgesoffen“ ja „David“ heißen sollen und ein völlig anderer Film werden – das missglückte und sich stetig nicht bessern wollende Drehbuch dazu habe ich allerdings drei Wochen vor Drehbeginn in die Mülltonne getreten. Dementsprechend schnell musste „abgesoffen“ geschrieben, besetzt und gedreht werden. Der vierte Schauspieler sagte zwei Tage vor Drehbeginn zu – dementsprechend viele vorher ab. Einen Cutter, der die Auflage erfüllen wollte, die 16mm Arbeitskopie in knappen zwei Wochen am Steenbeck zusammenzuschneiden, habe ich an der Filmakademie nicht gefunden – zum Glück kam die wilde Hilde (Hildegard Schröder, Schnitt) mit ihrer lebenslangen Cuttererfahrung auf dem Buckel und hat mir das Ding zusammengeschustert – aber Hilde musste schnell wieder zurück nach München, von wo mein Dozent Christian Wagner grade kam, um den Film abzunehmen. Seine Änderungen, die ich heute noch bereue, ausgeführt zu haben, zerstörten die zeitgleich bearbeitete Mischung und eine Nacht vor der Präsentation (Bild war die Arbeitskopie und Ton ein Perfoläufer..) war der komplette Film asynchron.
Später wollte den Film kein einziges Festival herzeigen.
Das Thema des Films – sehen Sie selbst!
Kommentar: Erfolg macht sexy und Künstler sind schlecht ernährt. Diese Diskussion ist so alt, wie der Streit, ob die Kunst frei oder nur Handwerk sei. Der sensible Künstler ist der ewige Verlierer! Scheinbar! Denn Gegensätze ziehen sich an. So treffen sich am Ende der Illusionist mit der Managerin und der erfolgreiche Regisseur geht leer aus. Sinnigerweise in der Sauna. Mit 16mm zu drehen ist bekanntlich teuer, so wird jedes Zipfelchen bis auf das letzte Bildchen ausgenutzt. Das hat nicht nur Charme, sondern ist auch das Elixier aller Sehnsüchten junger Filmemacher. Wenn mans mag.
Titel: Affenbarbier
Regie: Anja Marquardt
Genre: Comedy
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Henriette Bornkamm
Länge(min): 7
Ansprechpartner: Henriette Bornkamm
Inhalt:
Warum gescheitert: Der Film lief auf keinem Festival. Ich wurde von meinen Kamera-Profs wegen jedem einzelnen Detail des Films so niedergemacht, dass ich deswegen mein Studium abgebrochen habe. Obwohl der Dramaturgie-Prof das Drehbuch vor dem Dreh super fand, hat er nach dem Sichten gesagt, dass das die schlechteste Geschichte ist, die er je gesehen hat. Ich bin nach zwei Jahren immer noch nicht schuldenfrei. Ich habe mich unmittelbar nach dem Dreh 4 Monate lang nur von Spaghetti mit Pesto ernährt, weil ich so pleite war. Ich habe seither kein Projekt mehr aus Freude und Idealismus gemacht, sondern nur noch Kommerz.
Kommentar: Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, als hätte Wolfgang Clement hier ins Drehbuch gespuckt. Junge Leute sind faul und schlampig und überhaupt ausbildungsunfähg. Früher schwang der Oberlehrer die Peitsche, heute zahlen Hartz4sklaven mit harter Währung, wenn sie sich weigern, auch nur die dümmste Stelle anzunehmen. Sei es Pornostücke für Affen zu schreiben, sei es diese auch aufzuführen. Das geht nur im knuteligen Berlin.
Titel: ahsojagut.ok
Regie: hubert sielecki
Genre: experimentalfilm
Produktionsjahr: 2004
Produzent: hubert sielecki
Länge(min): 3
Ansprechpartner: hubert sielecki
Inhalt: aus der orf-fernsehsendung "frisch gekocht ist halb gewonnen" (drei mal täglich) nur die emotionslaute, also eigentlich wurde alles "unwesentliche weggelassen". dieser film wurde ausschließlich dazu produziert, um den betrachter genuß und freude zu bereiten.
Warum gescheitert: ablehnungen bei festivals und aus dem repertoire geworfen.
Kommentar: Auch wenn Reich-Ranitzki mit seinem desolaten Sitzfleisch unabsichtlich uns eines „Besseren“ belehren wollte. Fett schwimmt oben. Sowohl im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, als auch in deren Volks-Bratereien. Gottschalk und Konsorten dürfen unbehelligt und vor unabwählbar weiter machen. Denn wenn mans es nur oft genug wiederholt, dann „wird alles gut“, achsogut.Ok?
Titel: ARBEITSLOS
Regie: Marcel Lehmann
Genre: Drama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Marcel Lehmann
Länge(min): 8
Ansprechpartner: Marcel Lehmann
Inhalt: Herr Heinrich ist Angestellter in einer Arbeitsagentur. Er liebt es seine Macht auszuspielen. Dies wird ihm zum Verhängnis, als er eine neue Mitarbeiterin einarbeiten muss.
Warum gescheitert: Habe mich mit diesem Film sowohl an drei Filmhochschulen als auch bei verschiedenen Festivals beworben. Dort wurde er überall abgelehnt. Vermutlich aufgrund geringer technischer als auch dramaturgischer Qualität.
Kommentar: Wie man in Wald ruft, so hallt es zurück, heisst jenes Sprichwort, welches den Menschen belehren will, der umbedacht Andere schädigt. Ein hehres Wort, gilt aber leider nicht für die meissten Schreibtischtäter mit und ohne Amt. Für alle Anderen gilt: Mensch wird nur, wer scheitert.
Titel: AstroEuros
Regie: Jürgen Hoppmann
Genre: Alternative, Drama, Religious, Undergrou
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Jürgen Hoppmann
Länge(min): 90
Ansprechpartner: Jürgen Hoppmann
Inhalt: AstroEuros ist eine gänzlich unwahre Verschwörungsgeschichte über den EURO und dunkle Finanzintrigen in der Deutschen Regierung. Lilith, im Ministerium arbeitend, gerät in einen Strudel von Schikanen und Intrigen. Ein verschlafener Flohmarkttöpfer aus der früheren DDR versucht, ihr zu helfen. Eine kuriose Satire im "Old Europe" der Jetztzeit.
Warum gescheitert: Gründe weiß ich nicht. Entweder liegt es an der Qualität oder an der esoterisch ausgerichteten Erzählstruktur oder der Euro-kritischen Thematik. In den USA bekam der Film mehrer Preise. Es war jedoch nicht möglich, den Film auf einem deutschsprachigen Festival zu platzieren.
Kommentar: Eine leicht verschrobene Verschwörungstheorie in 12 kafkaesken Bildern.
Titel: Botschafter ihres Volkes - die Rapper Senegals
Regie: Hans-Jörg Heinrich
Genre: Dokumentation
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Hans-Jörg Heinrich
Länge(min): 86
Ansprechpartner: Hans-Jörg Heinrich
Inhalt: Botschafter ihres Volkes – die Rapper Senegals
Videodokumentation von Hans-Jörg Heinrich
Senegalesische Rapper klagen in ihren Songs die Politiker an, wettern gegen Korruption und Vetternwirtschaft. Sie singen über die hohe Arbeitslosigkeit und die Armut im Lande und fordern bessere Chancen für die Zukunft. Die Rapper Westafrikas sind die Stimme ihrer Generation. Sie thematisieren Korruption, Prostitution und die Ignoranz der westlichen Welt gegenüber den Problemen Afrikas. Die Musiker sehen sich als Sprachrohr der Bedürfnisse der jungen Leute in Westafrika. Sie greifen in ihren Liedern die Verantwortlichen an, um sie zum Handeln zu bewegen. Afrikanischer HipHop ist bisher nur ein paar Spezialisten bekannt. In vielen afrikanischen Ländern, vor allem in West- und Südafrika, wächst sein Renommee dagegen zusehends. In Interviews, Proben, Konzertmitschnitten und auf den Straßen vermittelt der Film die konsequente Einstellung der Rapper in ihrer engagierten Haltung zu Missständen in ihrem Land und distanzieren sich damit vom amerikanischen Gangsterrap. Neben vielen anderen Gruppen treten DaaraJ, Alif, BMG 44, PEE FROISS und die älteste senegalesische Gruppe POSITIVE BLACK SOUL beim internationalen Rapfestival in Dakar auf, unterstützt von dem französischen Rapper Passi. In einer mitreißenden Show bringen sie das Centre Culturel Francais zum Kochen.
Senegal / Deutschland, 2005; 86 min.
Warum gescheitert: Ich habe den Film in den letzten drei Jahren mehreren deutschen und ausländischen TV-Sendern angeboten, die jedoch alle anlehnten. Entweder passte der Film nicht in das Programmschema (weder eindeutig Konzertfilm noch klassische Dokumentation) oder den Redakteuren gefiel die Machart nicht. Auch wurde bei den Themen Musik oder Afrika schnell abgewunken. Bei diversen Filmvertrieben angefragt fanden alle das Thema zu schwierig zu vermarkten. So habe ich wenigstens in mühsamer Kleinarbeit erreicht, dass dieses mir wichtige Thema in einigen Kulturzentren und Kinos gezeigt werden konnte. Außerdem biete ich den Film auf meiner website an.
Kommentar: Ob der Rap tatsächlich seinen Ursprung im Senegal hatte, sei dahingestellt. Das er als Kata-lysator junger Träume für eine bessere, sprich wohlhabendere Zukunft dient, dürfte klar sein. Die afrikanisch-erfrischende Unbekümmertheit macht auch vor Sponsoren, wie Coca-Cola nicht halt. Die Mächtigen haben dazugelernt, aufmüpfige Musik ist nicht per se revolutionär und kann durchaus als Opium fürs Volk daherkommen. Keine Mollis, keine Massenstreiks und eigentlich auch keine richtige Wut im Bauch, wenn auch der Synchronsprecher ganz besonders cool klingen will. Bemerkenswert ist dennoch ein wichtiger Aspekt: rappende Mädels von einem Deutschen in das Heil bringende Business des Show-Geschäft gerettet. Und das alles in einem moslemischen Land, ganz modern: tanzende Derwische.
Titel: City of Hate
Regie: Daniel Köhler
Genre: Videoclip
Produktionsjahr: 2008
Produzent: Filmclub Gera-Pforten e.V.
Länge(min): 4
Ansprechpartner: Michael Werner
Inhalt: Ein Videoclip über Ungerechtigkeit im Alltag
Warum gescheitert: Geplant war die Einreichung des Clips zu Viva und mehreren Kurzfilmfestivals. Unmittelbar nach Fertigstellung im April 2008 verließ der Sänger die Band. Dadurch sind wir am Überlegen, ob wir "City of Hate" überhaupt noch irgendwo bei einem Filmfestival einreichen werden. Wenn die Band nicht mehr komplett ist, dann ist aus unserer Sicht(Filmclubs Gera-Pforten e.V.) nicht nur der komplette Videoclip zum Scheitern verurteilt, sondern auch die gesamte Band "Neckbreaker".
Kommentar: Das Mikro an der Lippe, den Unterkörper in kopulationsartiger Bewegung. Mit Liebe gegen den grauen Alltag, gegen Hass und Stumpfsinn. Mal mit Glatze, mal ohne, Eitelkeit kennt keine Grenzen. Die Botschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Sinn.
Titel: Das Ende und die Zeit
Regie: El Moshinszky
Genre: surreales Drama
Produktionsjahr: 2005
Produzent: El Moshinszky, Sönke Busch
Länge(min): 26
Ansprechpartner: El Moshinszky
Inhalt: Der aufgeblasene Jungphilosoph Jonathan Spiegel wird während einer Diskussion plötzlich auf unerklärliche Weise mit seinem Alter Ego Lohmann konfrontiert. Dieser entführt ihn an einen Ort, wohin, wie er selbst sagt „nicht einmal der Wille Gottes reicht“. Spiegel wird von Lohmann vor die Wahl von 24 Ausgängen gestellt, um diesen Ort zu verlassen.
Doch seine Entscheidung, kann, wenn einmal gefällt, nicht mehr rückgängig gemacht werden...wie wird sich Spiegel entscheiden?
Warum gescheitert: Der Film thematisiert das Scheitern eines Charakters aufgrund von Unentschlossenheit. Aus Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, trifft dieser letztlich gar keine Entscheidung und wird alt und immer älter...ohne etwas zu erreichen.
Weiters ist Das Ende und die Zeit als im Grunde recht aufwendig produzierter Film an der Vermarktung gescheitert. Zwar gab es die eine oder andere Festivalteilnahme, dennoch ist das Ende und die Zeit ein wenig in der Versenkung verschwunden. Schade, ist er doch eine Parabel auf die heutige Zeit, wo wir mehr denn je an Angebot haben, uns aber oft nicht für eines entschließen können...
Kommentar: Philosophie, zumindest im klassischen Sinne, hat sich nie mit dem Film vertragen. Sind doch die Allgemeinplätze verstiegener Weltsichten selbst für den hart gesottesten Steppenwolf der Bühne kaum verständlich. Dennoch: wenn man sich für einem Moment einlässt und die überkommene Metapher der Türen beiseite lässt, dann kann man den kleinen Wandel empfinden, der die große Welt bewegt. Schön das es noch solche Filme gibt, die von der Zeit handeln, auf die wir alle warten.
Titel: DAS LEBEN IST KEINE AUTOBAHN
Regie: Dennis Albrecht
Genre: Drama
Produktionsjahr: 2008
Produzent: Dennis Albrecht
Länge(min): 81
Ansprechpartner: Dennis Albrecht
Inhalt: Ein Unfall auf der Autobahn, erzählt aus vielen verschiedenen direkten und indirekten Perspektiven.
(mehr siehe Postsendung)
Warum gescheitert: Bisher nicht verkauft oder auf Festivals aufgenommen. Vorproduziert ohne Förderung, Vertrieb oder größerer Produktion. Hatte in früheren Versionen Erzählfehler.
Produzent hat eingesehen, dass er kein guter Verkäufer ist, sondern eher Filmemacher ist.
(mehr siehe Postsendung)
Kommentar: Der Testfahrer einer großen deutschen Autofirma bringt durch riskantes Fahren eine Mutter mit ihrem Kind um. Diese offizielle Medien-Geschichte kennen wir! Aber so brennend ausgefeilt die unterschiedlichen Lebensperspektiven aller Protagonisten - ob direkt oder indirekt beteiligt - so einfühlsam zu reflektieren, ist hier meisterhaft geglückt. Fern ab von jeder rechtlichen oder moralischen Beurteilung wird hier die elementarste Seite dieser Tragödie erzählt: die menschliche. Wer ist Täter, wer Opfer? Die Krisis verwischt jede Grenze. Diese kleinen philosophischen Menschsein-Diskurse werden sich ihren Weg in die Köpfe vieler Filmliebhaber bohren.
Titel: Der Anner und sei Mudder
Regie: Philipp Hartmann
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2008
Produzent: Philipp Hartmann
Länge(min): 3
Ansprechpartner: Philipp Hartmann
Inhalt: Der Anner isch aus KArlsruh. Jetzt wohnt er wo annerschder, aber immer wieder kommt er gern nach Karlsruh zurück, um mit seinere Mudder e Flüpperle zu rauche. Und eines Tages ischs vorbei, mit dene Flüpperle...
Warum gescheitert: In dem Film habe ich meine Erfahrung, nach 23 Jahren mit dem Rauchen aufzuhören, verarbeitet. Die humorvolle Auseinandersetzung mit meinem LEiden ohne die gewohnten Zigaretten half mir, über die schwierigen ersten Monate ohne "Flüpperle" hinwegzukommen. Film gut, Ende gut, alles gut... sollte man meinen, doch nach 5 Monaten fing ich eines TAges schleichend wieder mit dem Rauchen an und bin heute wieder - Kettenraucher. Versuch, die gesundheit zu schonen gescheitert und damit auch der Film, denn die Realität hat diesen Dokumentarfilm überholt...
Kommentar: Rauscht du noch? Oder lebscht Du schon? Das ist hier die Frage, ob´s edler ist, die Pfeil und Bögen der wütenden Sucht erdulden oder durch einen Streich sie enden.
Titel: Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz
Regie: Lasse Nolte
Genre: Comedy/Drama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Martin Blankemeyer
Länge(min): 45
Ansprechpartner: Jost W. Vinke
Inhalt: Wenn es nach General Donovan ginge, dann würde sich der Militärgeheimdienst der Vereinigten Staaten um wirklich wichtige Dinge kümmern, denn von denen gibt es im Oktober 1942 mehr als genug. Laßt die Waffen-SS doch nach Atlantis forschen und nackt germanischen Druidenriten frönen – wer glaubt schon an okkulte "Wunderwaffen"? Doch wohl kein vernünftiger amerikanischer Patriot – höchstens William Blazkowicz, der einzige Brillenträger des Geheimdienstes.
Und doch... kann man eindeutige Warnungen ignorieren? Filmaufnahmen? Beweise?
Was geht wirklich vor im Schloß von Kottlitz? Wer tötete Smokey Savallas? Wonach forscht das "Ahnenerbe der SS"? Wer hat das Gerippe von Graf Dracula aus der Walachei verschwinden lassen? Was verbindet einen fanatischen SS-General, unterirdische Laboratorien voller deutscher Wissenschaftler und eine Grube mit geschmolzenem Gold?
Fragen über Fragen – und ausgerechnet William Blazkowicz wird in die Alpen geschmuggelt, um Antworten zu finden. Aber was ihn auf Schloß Kottlitz erwartet, hätte niemand auch nur im Traum ahnen können...
Warum gescheitert: Es sollte der ganz große Wurf werden - ein Befreiungsschlag für alle Genrefilmer an der Filmhochschule München. "Der Goldene Nazivampir von Absam 2" war nach Jahren der Demütigung geplant als die schallende Ohrfeige für all jene Schöngeister, die von oberster Ebene an der HFF München sperriges Kunstkino und abstrakte Publikumsbeleidigungen als einzige Möglichkeit deutschen Kinos förderten.
Es kam, wie es kommen musste - ein Jahr Kampf mit der Drehbuchberatung (die schließlich aufgab und dem Professor empfahl, den Film nicht realisieren zu lassen), ein gutes halbes Jahr Suche nach Produktionsstudenten, begleitet von einer enormen Öffentlichkeitsarbeit - Webseite, Podcast, Werbeflyer an der Hochschule. Nach zweieinhalb Jahren permanenter Arbeit war der 45-minütige Tritt in den bequemen Hintern der Kurzfilm-Leitkulturgestalter fertig. Sein erwarteter Festivalerfolg, seine Pressereaktionen sollten zeigen, dass es möglich ist, dass harte Arbeit - auch bei einem Genrefilm - letztendlich doch goutiert werden kann und wird. Es sollte allen Genrefilmern, die sich innerhalb der Filmhochschul-Meinungsdiktatur versteckt hielten, zeigen, dass es auch anders geht.
Aber es ging nicht anders.
Verhaltenes Echo, keine öffentliche Wahrnehmung. Kein Festival interessierte und interessiert sich für das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Das Diplom konnte der Regisseur nur nach massiver Auseinandersetzung mit der Prüfungskommission erlangen - es war für HFF-Verhältnisse miserabel.
Übrig blieben von der glühenden Ambition nur ein wunderbarer, 45-minütiger Film. Keine Festivalpreise, keine Redakteursanfragen, kein Produzenteninteresse - und die Schulden, die wir privat auf uns luden, um den Film fertigzustellen.
Kommentar: An diesem Nazi-Klamauk hätte Polanski seine helle Freude gehabt. Die düsteren Szenen täuschen nicht darüber hinweg, dass es sich dennoch um ein ernstes Thema handelt: Okkultismus in Heer und Hose. Keine versteckte Blechtrommel(Grass), kein doppelter Boden, der Zauber dringt mit platter Gewalt ins Reich des Bösen und zwingt die Hakenkreuzler mit dem Christuskreuz nieder. Super Besetzung und latent eigensinnig, mit ausgefeielter Kulisse. So macht Scheitern Spass: intelligentes Drehbuch.
Titel: Die Bar
Regie: Claudia Holz
Genre: Thriller/Drama
Produzent: Filmakademie Baden-Württemberg
Länge(min): 33
Ansprechpartner: Claudia Holz
Inhalt: Als Kristina einen lukrativen Job als Bardame in einem Hotel angeboten bekommt, ahnt sie noch nicht, was ihr bevorsteht. Während eines Würfelturniers soll sie die ausschließlich männlichen Gäste bedienen. Privater Kontakt zu den Spielern ist natürlich tabu. Deshalb muss das Verhältnis, das Kristina zu einem der Spieler pflegt, geheim bleiben. Doch in was für eine Gemeinschaft ist sie da hineingeraten, und um was geht es eigentlich in diesem Spiel?
Warum gescheitert: Zunächst ist es schwierig einen Thriller an einer Hochschule zu produzieren und dafür von Sendern usw. ernst genommen zu werden. Kein Öffentlicher Fernsehsender hatte auch nur annähernd Interesse an dem Stoff. Eine Festivalauswertung bei renommierten Nachwuchsfestivals war unmöglich. Einräumen muss ich, dass wir zumindest für den Deutschen Kamerapreis 2007 in der Kategorie Schnitt nominiert wurden, allerdings auf Grund der Länge von nur ca. 30 min. keine Chance auf den Preis hatten. Der nächste Punkt: das eigene Scheitern! Als Langfilm geplant und im Schnitt mit zunächst 50 Minuten viel zu langatmig und damit für dröge befunden, haben wir uns nocheinmal zusammengerissen und eine knackige 30-Minuten-Fassung geschnitten. Allerdings waren unsere Sponsoren verständlicherweise nicht sehr erfreut, dass das Ding jetzt 20 Minuten kürzer wurde, als eigentlich geplant.Drittens: Viele der Charaktere, die ich interessant finde und über die ich meine Geschichten erzähle, sind gescheitere Figuren im Leben. In dem Film "Die Bar" werden nur gescheiterte Gestalten erzählt. Da ist die Ex-Prostituierte, die gerne an die wahre Liebe glauben möchte und nicht merkt, dass sie damit in ein tödliches Spiel gerät. Und da sind die Männer, die nur dann einen Kick in ihrem Leben erfahren, wenn sie um das Leben einer Frau spielen.
Kommentar: Männerphantasien unterscheiden sich von den der Frauen in dem Umgang mit dem Geheimnis. Während die männlichen Artgenossen offen und direkt das Opfer ihrer Begier ins Auge fassen, umhüllen die weiblichen Beutetiere ihre Geschichten unter dem Mantel der Subtilität. Ich vage zu behaupten, dass der Thriller seinem Wesen nach weiblich, der Horror oder Splatter eher männlich ist. Claudia Holz möge mir den platten Gendervergleich verzeihen, aber ihr Pferdeflüstern hat mich auf den unterschiedlichsten Ebenen meines Seins in den Bann gezogen. Schön für uns, das Nachwuchsfestivals Tomaten auf den Augen haben.
Titel: Die Besucherin