alle Filme der 3.Staffel sortiert nach Titeln
Titel: 2
Regie: philipp hirsch
Genre: versuch
Produktionsjahr: 2007
Produzent: philipp hirsch
Länge(min): 3
Ansprechpartner: philipp hirsch
Inhalt: Ein bauarbeiter auf der Suche und ein Hund beim Spiel. durch uebliches (aber recht freies) Filmen und Editieren sollten kurze, schluessige und vor allem abgeschlossene "Filmdinger" entstehen. So weit sollte es nicht kommen.
Warum gescheitert: der grund des scheiterns liegt hauptsaechlich in meiner zunehmenden ratlosigkeit gegenueber der frage:
in welchem stadium seiner fertigstellung befindet sich eigentlich der film bzw. befinden sich seine fragmente?
so kam es letztendlich rasch zur stagnation.
durch die existenz eines "festivals des gescheiterten filmes" kann ich mich nun bestens damit anfreunden, das seit zwei jahren liegende material als vollendet zu definieren - vollendet gescheitert. das ist der laengst faellige abschluss. und so umgehe ich hoffentlich auch die option, mich zukuenftig nochmals an dem material zu versuchen.
Kommentar: Ein Mann, nicht 2, betritt den Fahrstuhl. Das war´s. Er befindet sich, wie der Film, auf einem leeren Blatt Papier. Nur eine Hand, eine Idee hat Spuren verkratzter Tinte hinterlassen. Wir zerknüllen das Papier und werfen es aus dem Fenster. Ein Hund jagt es im Spiel. Und wir beginnen von vorne. Mit einer Geschichte.
Titel: 2LOVE.NET
Regie: Vera Göpfert, Dave Lojek
Genre: Realsatire
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Dave Lojek
Länge(min): 30
Ansprechpartner: Dave Lojek
Inhalt: Realsatire über ein Paar, das sich durch eine Online-Partnerbörse findet.
Gabi schreibt ihre Geschichte als Dankesbrief an die Vermittler.
Gabi und Harald mögen ein ungleiches Gespann sein, aber ihre Liebe ist ...echt!
Warum gescheitert: Von diversen Filmfestivals abgelehnt ohne Begründung.
Der Film behandelt nebenher auch das Scheitern der Erwartung und bleibt teilweise rätselhaft.
Kommentar: Was sich schreibt, das neckt sich. Die wolrd wide wiese ist ein Hausfischbecken für Amors Pfeile.
Titel: AUSWÄRTSSPIEL
Regie: Martin Bieri und Corina Schwingruber
Genre: (Mo-,)Documetary
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Corina Schwingruber
Länge(min): 16
Ansprechpartner: Corina Schwingruber
Inhalt: Fußball ist überall. Es scheint die Hauptmythologie unserer Zeiten zu sein. Der Held ist der Sieger. Aber das ist eine Lüge. Das am meisten Anwesende im Fußball ist nicht Sieg, sondern die Niederlage. Sieg kommt durch die Kraft der Gewalt. Kann Misserfolg deshalb eine Tat des Widerstands sein? "AUSWÄRTSSPIEL" erzählt die Geschichte einer Gruppe von Leuten, die eine Fußballmannschaft sein wollen. Eine Reise nach Sizilien soll dies testen. Sie unterwerfen sich den Gesetzen des Spiels. Das heisst: Sie versuchen es. Aber werden sie es schaffen?
Warum gescheitert: Die Mannschaft selber ist gescheitert. Wir gingen nach Sizilien um eine Fussballmannschaft zu spielen, um zu verlieren, da niemand von uns richtig spielen kann. Jeder glaubte, mit dem Scheitern umgehen zu können, doch es kam anders raus...
Kommentar: Fußball ist ein Spiel. Ein Spiel zwischen Gewinnen und Verlieren. Beides ist möglich und bedingt einander. Die schwyzer Damen waren recht mutig ihre fußballerischen Künste gerade bei den Sizilianer auszuprobieren. Die Idee ist mehr als eine europäische Handreichung, sie ist der Nachahmung würdig.
Titel: Bauer, Vater & Sohn
Regie: Piotr J. Lewandowski
Genre: Familienfilm/Kurzspielfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Celine Burgy
Länge(min): 12
Ansprechpartner: Piotr J. Lewandowski
Inhalt: 'Bauer, Vater & Sohn' erzählt die Geschichte des kleinen 'Landgasthofs Bauer', der schon bessere Zeiten gesehen hat. Ludwig Bauer führt das Haus nach wie vor mit viel Liebe seine Angestellten und die wenigen Gäste.
Wesentlich schlechter ist sein Verhältnis zu seiner eigentlichen Familie. Die hat wenig Sinn für Sentimentales, würde das Hotel lieber verkaufen und Ludwig Bauer stattdessen in der ?Seniorenresidenz Herbstglück? einquartieren. Rettung kommt aus unerwarteter Richtung und erfordert ein gewisses Umdenken, doch schwierige Zeiten fordern nun mal unkonventionelle Lösungen...
Warum gescheitert: Mein Dozent fand diesen Film katastrophal, im Gegensatz zum Publikum während der Präsentation. Ihn hat das nicht von seiner Meinung abrücken lassen und mich darin bestärkt, jetzt erst recht weiter zu machen.
Kommentar: Mächtig, schweigsam und sagenhaft reich“ steht in der Zeitung, die der alte Hotelier liest, um festzustellen das damit später nach einem Kampf mit dem Sohn um das Anwesen der helfende Engel, sprich seine Angestellte gemeint ist. Welch Unternehmer wäre nicht dankbar, um solch loyale Mitarbeiter.
Titel: Classical Creatures I - Freund und Feind
Regie: Detlef R. Kerkau
Genre: Fantasy
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Detlef R. Kerkau
Länge(min): 101
Ansprechpartner: Detlef R. Kerkau
Inhalt: Im Cyberspace existiert einer Welt, die vom Economy-Faschismus geprägt ist. Arme werden zu Monstern und per Gesetze mehr und mehr unterdrückt ("Ab sofort ist es den Monsten verboten Monster zu sein"). Sie werden verfolgt und müssen sich nicht nur gegen den Staat sondern auch gegen Aliens wehren. Zudem trägt sie die Hoffnung, einen Weg zu finden, sich von Gottes Fluch zu erlösen. Die Classical Creatures Saga wird in drei Spielfilmen erzählt, wovon dieser der Erste ist.
Warum gescheitert: Ich habe den Film mehreren Fensehsendern und Filmfestivals angeboten. Alle Bescheide waren ablehnend mit der Begründung: Für dieses neue Format (Bitfilm) bestände kein Interesse. Der Film selbst reflektiert eine gescheiterte Gesellschaft der Moderne - die voller Gewalt und Widersprüche steckt. Eigentlich ist alles gescheitert: Die internationel imperialistische Kriegspolitik von Lügnern - die in einem fürchterlichen Attentat mündet - das widerum als Argument für weitere Kriegsgelüste dient. Der Film spricht das Scheitern der Sozialpolitik an, die auf Verarmung-Entrechtung und Verknechtung weiter Teile der Bevölkerung zielt. Dies führt dahin, das Zombies nicht mehr Krankenversichert sind (Zu hohes Risiko) und Vampire sich keinen Zahnersatz mehr leisten können. Und auch die Mumie hat kein Geld mehr für saubere neue Bandagen. Im Grunde ist der Film ein Spiegelbild über das Scheitern der heutigen Gesellschaftsstrukturen und beinhaltet Kritik an das Wirtschaftsvasallentum von Religion und Politik. Schätze, das die Brisanz des Inhalts dieses Dreiteilers keinen kommerziellen Erfolg bringen wird - eben wegen diesen kritischem Elementen. Und wahrscheinlich auch, weil meine Animatiosfilme keine niedlichen Disneyfiguren präsentieren, sondern Gewalt, (geistige) Armut und Zerstörung beschreiben. Dennoch wird an Teil II -Stunde der Engel- und Teil III - Himmel und Hölle - unverdrossen weitergearbeitet. Denn das Scheitern sagt mir, das diese Geschichte unbedingt komplett erzählt werden muss. Denn sie hebt sich ab, von dem einerlei des einseitigen TV und traditionellem Kinoprogramms.
Kommentar: Dieser opulent animierte Sci-Fi stellt neben gesellschaftskritischen vor allem ganz praktische Fragen. Wie gehe ich eigentlich mit meiner Paranoia um, wenn diese permanent fremd geht? Was mache ich, wenn die Phantasie in meinem Schädel voll auf den grauen Asphalt der Realität zerschellt. Kann ich dann noch besten Gewissens meine staatsbürgerlichen Pflichten nachkommen und mich, an Leib und Seele verletzt, zu nächsten Wahl schleppen? Brennende Fragen und Infernos! Leider etwas zu lang, der Film.
Titel: Das Apfelkomplott
Regie: Milos Karalic
Genre: Märchen
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Julia Gerhardt / Birke Birkner
Länge(min): 25
Ansprechpartner: Julia Gerhardt
Inhalt: Weihnachtszeit in Bortonville. Die verbitterte Bäckerin Agatha und ihr etwas einfach geratener Adoptivsohn Shlomo bereiten sich auf den alljährlichen Backwettbewerb vor. Nach Jahren der Erfolglosigkeit will Agatha in diesem Jahr endlich gewinnen, und zwar mit dem besten und geheimsten Apfelkuchenrezept aller Zeiten. Was jetzt noch fehlt sind die magischen Zutaten...
Warum gescheitert: zu wenig Zeit für Script und visuelle Gestaltung...
Kommentar: Im Weihnachtsidyll bei schneeverschneitem Vollmond strickt die alte Agatha ihren Frust gegen den ungeliebten Adoptivsohn und den Rest der Welt. Erst der gespritzte Apfel bringt die Genugtuung. Sie bannt die Geister ihrer Feinde in dieser süßen Frucht. Ein Gruselfilm für junge Quereinsteiger in dieses Genre. Es ist ein Märchen, und was für eins. Bös, hinterhältig und ein wenig wahr.
Titel: Das geheime Kino
Regie: Michael Wolf
Genre: Horror/Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Natalie Lambsdorff, Johanna Teichmann
Länge(min): 33
Ansprechpartner: Michael Wolf
Inhalt: Ein neugieriger Junge wird auf die wunderlichen Vorgänge in einem altehrwürdigen Filmpalast aufmerksam: Hier zeigt Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega all die Filme, vor denen unsere Eltern uns gewarnt haben - streng geheim, versteht sich, und nur für Mitglieder. Der blinde Passagier schleicht sich in die verbotene Zone, um das Geheimnis des Filmclubs zu lüften. Für ihn beginnt eine aufregende Reise in eine Welt der verbotenen Bilder, in der alles möglich und nichts heilig ist...
Warum gescheitert: Die wilde Welt des Exploitation-Filmes ist gewissermaßen aus Tradition ein Ort des Scheiterns. Die Filme gelten weithin als anzüglich, provokant und querdenkerisch, vor allem aber auch als minderwertig, spekulativ und reißerisch. Sie müssen sich behaupten gegen die Ansagen der Zensur, die Meinungsmache der Kulturelite und die Gewohnheiten des Massenpublikums, eine solide Mauer, an der sie nur allzu oft scheitern. Doch es gibt Schlupflöcher: Bahnhofskinos und Videotheken, Schulhöfe und Filmbörsen - und "Das geheime Kino", ein Ort an dem alles möglich und nichts heilig ist...
Kommentar: Das geheime Kino ist der Raum des Zeremonienmeister der mit 25 Bilder in der Sec den Bann zum Jenseits schlägt. Das Ungesehene und der Kitzel eine Grenzen zu überschreiten sind die Elixiere des Grauens, welche die Clubmitglieder des Buio Amega auf Schalke seinen Mitgliedern kredenzen. Denn eines wird klar, der sogenannte B-Movie oder Exploitationfilm ist cinematographisch-historisch sicherlich genauso wichtig wie der Film noir, nur gewagter und konsequenter. Michael Wolf ist ein Cineast bis in die Poren, und seine Halbscheindoku ein Einstieg in ein unterschätztes Genre.
Titel: Das Leben ist kein Fußballspiel. Auf der Suche nach dem Abseits
Regie: Philipp Hartmann
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Philipp Hartmann und HfbK Hamburg
Länge(min): 30
Ansprechpartner: Philipp Hartmann
Inhalt: Menschen aus verschiedenen Ländern und Prominenz aus dem Filmgeschäft erklären die Abseitsregel. Im Fußball und im wahren Leben. Sport und Philosophie gehen Hand in Hand...
Warum gescheitert: Beim Fußball stellt die Abseitsregel wohl einen der klassischsten Momente des Scheitern dar. Der Stürmer jubelt, feiert sein Tor, und plötzlich bricht der Jubel jäh ab, weil der Linienrichter die Fahne hebt... Aber auch im wahren Leben kann man auf die unterschiedlichsten Arten im Abseits landen. Dies thematisiert der 5-teilige Kurz-Dokumentarfilm in unterhaltsamer und zugleich hochgradig philosophischer Weise.
Ich habe den Film im WM-Jahr 2006 nach fast einjähriger intensiver Dreharbeit auf der ganzen Welt fertig gestellt. Durch das WM-Fieber in Deutschland schlug die Auswertung zunächst einen vermeintlich vielversprechenden Weg ein - gleich drei Fernsehsender strahlten das Werk aus, Fernsehsender freilich, die fast niemand kennt, denn es handelte sich um lokale und freie Sender in drei deutschen Städten. Immerhin - bei einem der drei gewann der Film einen Amateur-Film-Wettbewerb zum Thema Fußball - der Preis war ein 4 Jahre altes WM-Trikot von Miroslav Klose. Beflügelt durch die Fußball-Euphorie habe ich den Film auf nahezu alle großen und kleinen deutschen und internationalen Filmfestivals eingereicht - und habe bis auf eines ausschließlich Absagen erhalten. Da ich immer noch an die Qualität des Films glaube, neige ich dazu, zu glauben, dass nach der WM-Euphorie eine Fußball-Übersättigung in der Welt um sich gegriffen hat und der Film vielleicht einfach plötzlich zum falschen Zeitpunkt an allen möglichen denkbar falschen Orten gelandet ist. So schnell steht man eben im Abseits...
Kommentar: Das Wort „Abseits“ hat die unterschiedlichsten Bedeutungen und Erklärungen, jeder kennt ihn, kann ihn aber nicht erklären. In seiner umgedeuteten Struktur beschreibt der Abseits auch gerne Zusammenhänge des Alltags, der Politik, der Liebe und natürlich des Fußballs, mit all seinen Regelverletzungen und Spielarten. Philipp Hartmann dekodiert in einem Panoptikum von Meinungen den Begriff auf seinen philosophischen Grundgehalt. Schließlich lässt sich das Letzte festhalten, der Grund, dass jeder irgendwie und irgendwo und irgendwann abseits steht. Das Zentrum, an dem wir den Anstoß nehmen aber ist leer. Jeder strebt weg vom Abseits ins Tor, dem Netz.
Titel: Dawn of the Dorks
Regie: Eric Esser
Genre: Trash-Satire
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Tobias Weishaupt
Länge(min): 22
Ansprechpartner: Eric Esser
Inhalt: Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnational-trikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhörlich Fußball-lieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen. Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.
Warum gescheitert: Ist auf den grossen Filmfestivals abgelehnt worden.
Kommentar: Als ich damals das -Große Fressen- sah, habe ich merkwürdigerweise genau an diesem Gegenfilm(das große Kotzen) gedacht. Fliegenpilz und Gammelfleisch sind Gifte, die jede Fanmeile zum Erlebnis werden lässt. Frei nach Elfriede Jelinek : Fußball kotzt mich an. Ein geschmackloser Film, im wahrsten Sinne des Wortes.
Titel: Den Hörer in der Hand
Regie: Tom Kimmig
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Drife Filmproductions
Länge(min): 63
Ansprechpartner: Tom Kimmig
Inhalt: Wie sieht der Telefonisten-Alltag von Bayern 1 Radio des Bayerischen Rundfunks aus? Wer hat den Hörer in der Hand?
Warum gescheitert: Brisant wurde der Film, sobald ihn das bayerische Fernsehen kurzfristig aus dem Programm nahm und die beteiligten Telefonisten aus den Diensten des bayerischen Radiosenders entlassen wurden. "Es kann sein, dass dem BR seine eigenen Hörer peinlich sind. Gut vorstellbar angesichts dieses Films, in dem kiebige und keifende Anrufer die Telefonisten fast an den Rand des Nervenzusammenbruchs treiben...Wenn Radio- oder TV-Sender Befragungen in Auftrag geben, kommt meist heraus, dass sie eine ganz tolle Zielgruppe haben, die genauso viel Spaß am Leben hat wie die Moderatoren, die den ganzen Tag gut drauf sind. Vielleicht hätte der BR so eine Studie in Auftrag geben sollen. Ein Dokumentarfilm ist etwas anderes. So liegt der BR gleich zweimal daneben. Erst hat man die falsche Vorstellung von Kimmigs Film gehabt, nun glaubt man offenbar an einen Imageschaden, wenn er gesendet wird." Oliver Gehrs, Frankfurter Rundschau
Siehe auch im Pressespiegel: www.denhoererinderhand.de
Kommentar: Überwindet man all seine dumpfen Vorurteile gegen folkloristisch vermeintlich bügernahe Radiosender, dann wird man nach der aufschlussreichen Sichtung von Tom Kimmigs „Hörer in der Hand“ eingestehen müssen, dass die Mitarbeiter von Hörerredaktionen durchaus Arbeit am Menschen leisten. Sie sind gleichsam Mülleimer für Frustrierte und für Sorgentaschen von vereinsamten Landhörern. Die ehrliche Hingabe der jungen Menschen ist mit dem rührenden Eifer von Telefonseelsorgern vergleichbar. Kimmig erzählt unkommentiert aber pointiert anhand einer treuen Hörerin, wie ernst und sinnvoll solch eine Arbeit sein kann. Schön das Kimmig nicht in den Sch.eimer greift und das obligatorische Ablachen über bayrischen Idiome anstimmt. Dies ist ein Werbefilm für den BR, aber der ist nacht-schwarz unterwandert, deshalb kann er nicht sehen, was ihm da durch die Hände gefallen ist.
Titel: Der Jäger
Regie: Felix Stienz
Genre: Kurzfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Felix Stienz
Länge(min): 06
Ansprechpartner: Felix Stienz
Inhalt: ?...seit Jahren verfolge ich ein von mir erschaffenes Ritual um meine Sucht zu stillen. Es tut mir leid, dass dabei zahlreiche Frauen auf der Strecke bleiben. Ja: Ich bin süchtig nach Frauen!...?
Warum gescheitert: Ursprünglich als Bewerbungsfilm für die DFFB gedreht und auch so beworben. Leider NIX. Weder für Kameramann, noch für Regisseur. Nich mal zum Test eingeladen worden. Auch an der Film AK in Ludwigsburg krass gescheitert...
Kommentar: Warum glauben eigentlich alle Möchtegern-Assi-Tonis der Welt sie wären ganz allein auf der gleichen. Einzig da, das andere Geschlecht zu beglücken. Gibt es wirklich diesen Männermangel, oder kann es sein, das Viagra nicht nur auf die Nüsse, sondern auch auf die Birne geht? Schade, in dem Fall wäre Felix Stienz eine Bereicherung für jede Filmhochschule
Titel: Der Kompromiss
Regie: Harald Holstein
Genre: Parabel
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Harald Holstein
Länge(min): 20
Ansprechpartner: Harald Holstein
Inhalt: Eine angehende Lehrerin verweigert sich dem Standard von Freizügigkeit in der Kleidung und möchte persönliche Empfindungen gegen das Gängige und allgemein Geforderte durchsetzen. Sie wird jedoch von den Schülern ihrer Klasse gemobbt. Verzweifelt versucht sie bei dem Direktor der Schule Gehör für ihre Gefühle und Werte zu finden. Schließlich muss sie vor Gericht mit dem Anwalt ihres Vorgesetzten um ihre Anstellung kämpfen.
"Der Kompromiss" ist ein Film über gesellschaftliche Normen und den Zwang zur Anpassung, eine vielseitig übertragbare und allgemeine Parabel über Verweigerung und die Macht des Üblichen.
Warum gescheitert: Der Kurzfilm ist 'textlastig'. Ein Film, bei dem man genau zuhören muss, wie im richtigen Leben. Die Argumentation hat dokumentarischen Anspruch und wirkt sehr sperrig. Die filmische Umsetzung ist dafür etwas zu spröde und theatralisch geraten.
Das und die thematische Nähe zum Kopftuchverbot sind wohl der Grund, dass der Film nie eingeladen wurde. In kleinem Kreis hat er wunderbare Diskussionen und Gespräche ausgelöst. Aber die klare Kritik, der Hang des Drehbuchs zum Bitterbösen und Sarkastischen, das Drastische hat die Entscheidungsträger abgehalten, den Film einem größeren Publikum zu erlauben. Insofern ist der aufklärerische Ansatz gescheitert.
Gescheitert ist auch die Hauptfigur des Kurzfilms, da sie kein Gehör und kein Verständnis findet für ihre ganz privaten Gefühle und Bedürfnisse, die in Wahrheit immer von politischer Bedeutung sind. Die 'Integration', die sie zur Selbsterhaltung leisten muss, ist ein bitterer Kompromiss.
Kommentar: Ja, dieser Film ist kopflastig. Aber das liegt nicht an Harald Holstein, sondern am System. Am System der verbürokratisierten Lehre. Durch die Verkehrung der Argumente einer pseudoaufgeklärten Gesellschaft entblößt Holstein den Mechanismus der gruppendynamischen Geschmackverirrung. Hier wollte ein Mensch nur schlicht sein. Aber die Gesellschaft befiehlt Partytime. Da ist jeder Verweigerer Spielverderber und ziemlich schnell arbeitslos. Holstein hat Monte-Phyton-Qualitäten.
Titel: Der König und die Königin
Regie: Ernst Spiessberger
Genre: Animation
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Ernst Spiessberger
Länge(min): 5
Ansprechpartner: Ernst Spiessberger
Inhalt: Eine Eiskunstläuferin tanzt abends in einer Eishalle ihre Pirouetten, als unter dem Eis ein Hai auftaucht, der sie verfolgt. Als sie ihn bemerkt, zeigt er sich von einer Seite, die man nicht erwartet. In der offenen Darstellung seiner Absicht ergibt sich das Spannungsfeld zwischen Jäger und Verehrer.
Warum gescheitert: Der Film versuchte das Image des Weißen Hai, der in vielen Filmen als Killer dargestellt ist, aufzubrechen und so zu differenzieren. In der Darstellung als Verehrer einer Jungen Eistänzerin, wird nicht nur ein anderes Bild des Hais dargestellt, sondern gleichzeitig auf eine unmögliche Beziehung hingewiesen.
Ist auf der einen Seite das scheitern vorbestimmt wird es auf der anderen thematisiert.
Kommentar: Der König ist ein Hai unterm Eis und darüber die Königin, eine Schlittschuhläuferin. Sie weiß nichts vom ihm, spürt aber sein Hunger auf Liebe und warmen Körpern. So stürzt sie stürzt unentwegt. Der Hai bleibt einsam und schwimmt gen Westen. Eine Allegorie auf die verstecken Wünsche. Gefressen zu werden? Oder einfach frei schwimmen. Ernst Spiesberger Bildsprache ist so spitz wie eine Nadel, die unter die Haut geht. Ungefiltert und unerklärlich. Ich freue mich auch seinen ersten Langfilm.
Titel: Der Schreihals
Regie: Julian Schädler
Genre: Kurzfilm / Animation
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Elaine Niessner, Malte Kirchner, Julian Schädler
Länge(min): 3
Ansprechpartner: Julian Schädler
Inhalt: Er ist der falsche Kerl am falschen Ort zur falschen Zeit: der Trenchcoat und Schlapphut tragende Finsterling in einer einsamen, dunklen Gasse ist nicht eben eine Ausgeburt an Charme. Als er aber zu zittern anfängt, schreit wie am Spieß, ein himmlisches Licht die Szenerie erhellt und eine gewaltige Hand nach dem Kerlchen greift, möchte man fast Mitleid bekommen... Helfen wird es alles nichts - letzten Endes wird der Schreihals zum Schweigen gebracht...
Warum gescheitert: Man rechnet ja als Student nicht mit Ratatouille-Ratten, Shrek-Eseln, der Rückkehr des Wixxers oder anderen Konkurrenten im Kampf um den begehrten Platz des "Handys-aus!"-Spots. Man rechnet auch nicht damit, dass es soo einfach gar nicht ist, einen Knetfigurenfilm mit jeder Menge Special Effects zu machen, wenn man doch ausreichend Artikel über Wallace & Gromit gelesen hat. Da kommt es für uns arme Filmemacher wirklich überraschend, dass weder kleine Privatkinos noch die großen Ketten unseren Spot in ihr Vorprogramm aufnehmen wollen. Warum auch - Hollywood liefert ja singende Frösche genug...
Kommentar: Der Film beginnt, zittrig-feucht nähern sich die Lippen, das Herz schlägt Liebesalarm, dann plötzlich: ein schrilles Handy. Diesen Spot werden wir demnächst statt Magnum, als Standard im Kino vor jedem Haupt-Film sehen.
Titel: Diktatoren Küssen Besser
Regie: Juan Carlos Recalde
Genre: Komödie
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Recalde Sisters Studios
Länge(min): 79
Ansprechpartner: Juan Carlos Recalde
Inhalt: Berlin, April 1945. Das Tausendjährige Reich ist nach einem kurzen Jahrzehnt schon wieder am Ende, da entbrennt zwischen dem kriegsmüden Führer und seinem ehrgeizigen Propagandaminister Goebbels ein erbitterter Machtkampf. Als dann noch eine neue Sekretärin den Bunker betritt ist das Chaos perfekt ... Eine wahre Geschichte, und mit "wahr" meine ich frei erfunden.
Warum gescheitert: Der Film wurde vom österreichischen Förderwesen schlicht ignoriert (BKA, ÖFI). Weiters stehen einer Off-ORF Produktion in Österreich kaum Türen zur Vermarktung offen, ein Umstand, den ich gerade deutlich zu spüren bekomme. Bzw. ist es ohne Hilfe der Austrian Film Commission sehr schwierig den Film bei größeren Festivals unterzubringen.
Kommentar: Nur ein Südamerikaner kann mit dem Thema Nationalsoziallismus und Hitler als Witzfigur so locker umgehen. Diese makabre Kabarettvorstellung ist so geschmacklos, dass der bittere Beigeschmack brauner Sch... gänzlich im Wurmloch historischer Beliebigkeit verschwindet. Adi, mit verkälteter Stimme, Göbbels als Paranoiker ist so untreffend beschrieben, dass man sich schon sehr schnell unbeschwert dem Unterhaltungswert diese Filmes hingeben kann. Er provoziert kein Aufschrei des Entsetzen, egalisiert nicht unser Hilterbild. Recalde hätte jeden beliebigen Dikator für diesen kurzweiligen Film nehmen können. Man hätte den Oberclown Helge Schneider und seinem alles auslotenden Bessermenschen Dani Levy diese Werk vorlegen müssen. Dann wären uns einige Diskussionen erspart geblieben.
Titel: Dosenkönig
Regie: Florian Gerding und Hagen Klaille
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Florian Gerding und Hagen Klaille
Länge(min): 14
Ansprechpartner: Hagen Klaile
Inhalt: Kurzbeschreibung
?Das Bier trink ich sowieso? dachte sich Herr Böse und stieg auf Dosen um. Dosen von Penny, vom Kiosk und vom Bahnhof. Alles gekauft bevor es Dosenpfand gab. Wenn jetzt nur endlich der Pfand eingeführt wird tausch ich alles um, kassier den Pfand und fahr nach Thailand.
Mist, das Dosenpfand wurde um ein Jahr verschoben, aber so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen. Ich sammle weiter und der Dosenberg, mein Schatz wächst.
Endlich ist der Dosenpfand da, aber wo kann ich meine Dosen abgeben? Die Geschäfte nehmen nur Dosen mit dem zugehörigen Bon an, bei Plus braucht man sogar eine Pfandmünze. Dann warte ich eben noch ein Jahr, bis endlich das allgemeine Dosenpfand eingeführt wird. Dann gebe ich meine Dosen ab und fahr nach Thailand.
Kommt das universelle Dosenpfand? Schafft es Herr Böse nach Thailand? Kommt seine Frau wieder, wenn die Dosen weg sind?
Eine Geschichte über Liebe, Hoffnung und Dosenbier.
Warum gescheitert: Gescheitert ist dieser Film mehrmals. Zum einen an der kulturellen Filmförderung des Landes Bremen, zum anderen an der Jury des bremischen Kurzfilmfestivals Young Collection.
Es gab keine Mittel zur Realisation und keiner wollte den Film dann sehen.
Aber auch der Protagonist des Filmes scheitert und zwar grandios: er sammelte über 4 Jahre Dosen (pfandfrei) und haffte sie nach der Einführung des Dosenpfandes abgeben zu können um mit dem Pfand nach Thailand zu fahren.
Ergebnis seiner Bemühungen: Wohnung gekündigt, Frau weg.
Ich mag diesen Film immer noch gerne, obwohl auch die technische Umsetzung als geschitert angesehen werden kann. Ton schlecht, kein Qualitätsmanagment beim DV Material. Aber ich verspreche, dass der Wille zur hochwertigen Produktion da war.
Kommentar: New York schon seit Jahrzehnten üblich ist, kommt nun auch zu uns. Das Überleben durch den Flaschenpfand. Eine durchaus sinnvolle Arbeit, die den einen oder anderen Frührentner von der heimischen Flasche direkt ins thailändische Paradies bringen kann, theoretisch. Praktisch nämlich hat sich der Aspirant bereits eine deftige Leberzirrhose im Selbststudium erarbeitet. Das Regieduo Gerding-Klaile zeigt ganz unprätentiös Herrn Böses Streifzüge durch die vernebelten Gassen der Hansestadt Bremen und seine, Herrgott seine Wohnung!
Titel: Dosenpfand hilft da auch nicht weiter
Regie: Iris Wessolowski //iwe
Genre: fiction
Produktionsjahr: 2007
Produzent: //iwe
Länge(min): 1
Ansprechpartner: Iris Wessolowski
Inhalt: tja, wie baggert mann am günstigsten seine traumfrau an? ein film von getarnten absichten und unglücklichen zufällen, die über sein oder nicht sein im beziehungskarusell entscheiden.
Warum gescheitert: tja,
1) filme die nicht nur für, sondern vor allem mit dem mobilen telefon gedreht und geschnitten wurden, finden noch nicht allzuviel zuspruch in der festivallandschaft.liegt das an der bildqualität? ich mag genau diese, pixelarthouse - nicht immer schärfer sondern immer unschärfer, die devise.
2) handelt der film ja offensichtlich vom scheitern
Kommentar: Es ist ja bekannt, das MyTube/MyVideo/usw., die eigentliche Konkurrenz für das Festival ist. Ich begrüße das, mal so nebenbei einen Schluck zu nehmen, ohne die Verpackung entsorgen zu müssen.
Titel: Dreckmonster
Regie: Christian Retzlaff und Maike Ramke
Genre: Animation
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Katharina Herrmann
Länge(min): 9
Ansprechpartner: Maike Ramke
Inhalt: Eine Geschichte von 5 Dreckmonstern, die bei der Putzmittelindustrie angestellt sind. Wie sie sich gegen ihr Schicksal auflehnen, durch einen effizienteren Dreckroboter ausgetauscht zu werden.
Warum gescheitert: Die fünf Dreckmonster scheitern kläglich. Sie werden von dem Effizienteren Dreckroboter ersetzt. Der Film ist darauf aufgebaut, dass man die kleinen Dreckmonster ins Herz schliesst und lieb gewinnt. Dadurch wird ihr Scheitern am Ende um so unerwarteter und schmerzhafter für den Zuschauer.
Ausserdem haben wir versucht aus dem Film eine Serie zu machen und keiner wollte sie haben :)
Der Film wurde bei der FMX ausgewählt zum Serienpitching und abgelehnt.
Kommentar: Die Globalisierung hat vor dem Dreck nicht halt gemacht. Diese ungemein witzig gemachte Persiflage auf die allseits grassierende Neomanie und Vervollautomatisierung bedient sich zurecht dem Genre des Zeichentricks. Denn wie putzig(!) wirken die kleinen Brüder der Schaben und Bakterien im Gegensatz zu der Turborationalisierungsmaschine. Das Thema des sozialen Widerstands der neuen Unterschichtler hätte Stoff für einen ganzen Kinofilm. Bambi mit versabberten Mund, Alladin im Gulli oder Walt Disney mit Flöhen unterm Pinsel wäre nur eine Variante des Paradigmenwandels unter den sicherlich begeisterten Kiddis.
Titel: Ein Auto allein ist schneller!
Regie: Simon Loidl
Genre: Horror
Produktionsjahr: 2005
Produzent: FilmKulturKollektiv
Länge(min): 41
Ansprechpartner: Simon Loidl
Inhalt: Fünf Mittzwanziger treffen sich in einem einsamen Landhaus. Bereits am Weg dorthin treffen sie einen seltsam wirkenden Mann, welchen sie kurz darauf tot auffinden. Beim Versuch, Hilfe zu holen beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen: ein Unsichtbarer macht Jagd auf die Gruppe, welche hilflos dieser Situation zu entkommen sucht.
Warum gescheitert: Diese private Filmprojekt war mit einigem finanziellen Aufwand verbunden (v.a. Reisekosten), weshalb wir versuchten, es etwas professioneller aufzuziehen, um Förderungsgelder lukrieren zu können. Mit einer kleinen Ausnahme erreichten uns nur vernichtende Ablehnungen der Förderstellen, wie z.B.: "Das Drehbuch überzeugt mich in keiner Weise. Weder der Aufbau der Geschichte, noch ihr tieferer Sinn, Handlungsablauf, Motive oder die Aussage sind schlüssig. Auch die Charaktere sind eher beliebig gezeichnet. Um herauszufinden, ob sich der Stoff überhaupt eignet, um soweit verbessert zu werden, dass sich eine Verfilmung lohnt, empfehle ich Ihnen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen." (Kulturabteilung Land Salzburg)
"Professionelle Hilfe" nahmen wir natürlich trotzdem nicht in Anspruch, sondern nahmen uns vielmehr vor, den Film erst recht zu realisieren. Kurz vor den Dreharbeiten sprangen dann noch einige Darsteller kurzfristig ab, weshalb zwei Rollen mit einer Person besetzt werden mussten. Bei sämtlichen Einreichungen für Festivals oder sonstige Screenings wurde "Ein Auto allein ist schneller!" bislang abgelehnt. Warum? Keine Ahnung.
Kommentar: Den Geldmangel sieht man dieser Produktion an. Das kann aber auch von Vorteil sein. Man wähnt sich in einem durchschnittlichen Amateurfilm und belächelt weise diesen versuchten Blair Witch Projekt. Dann aber, und das ist das wirklich gemein, geht die Geschichte darüber hinaus. Klar, wir wissen, es ist ein Film, aber der Zweifel darüber hängt wie das Seil in der Scheune über die erstarrtre Gänsehaut. Nur wenige Schauspieler können so gekonnt laienhaft spielen, das man glaubt, es ist ja nur Spaß. Schade, dass vermeintliche Geldgeber mit ihren Dollaraugen keinen Blick für so was haben.
Titel: Ein guter Film
Regie: Märkl / Heinke / Franz
Genre: Experimental
Produktionsjahr: 2003
Produzent: Märkl / Heinke / Franz
Länge(min): 6
Ansprechpartner: Heiner
Inhalt: DIGITALE (R)EVOLUTION?
Das Bild istnicht gerade neuals Medium. Das Halbbild schon eher. Ein Bild ist aber doch die kleinste Einheit eines Filmes. Das Medium Mensch drängt nach Wahrheit. Und nach Identität. Durch Schaffung einer der Natur möglicht identischen Wirklichkeit. Dies existiert von Anfang bis Ende, solange wir "sehen". Zwei (Ansichts-)Seiten formieren sich als Parallelfilme zu einem guten Film.
Warum gescheitert: Die Geschichte vom guten Film ist eine einzige Geschichte des Scheiterns. "Ein guter Film" enstand aus der Auseinandersetzung mit dem Thema des bekannten backup-Festivals in Weimar. Es hies damals noch "Neue Medien im Film". Im Jahr 2000 setzten wir drei Studenten uns zusammen und nahmen dieses Motto wörtlich. Wir wollten einen Film ÜBER die sogenannten neuen Medien und nicht
MIT HILFE der so neuen neuen Medien machen. Also schufen wir mit vollständig veralteten analogen Mitteln einen Film, der die Werkzeuge des digitalen Zeitalters nur im Bild zeigt. Wir drehten mit einer Krasnogorsk 3 Kamera auf 16mm Film und nahmen Tonbänder auf. Dieses derart auf ein Festival zugeschnittene Werk wurde in Weimar selbstverständlich abgelehnt und nicht gezeigt. Eine Filmkopie fiel somit flach. Schließlich gab es 2004 an der Chemnitzer Uni eine Premiere vom Videoprojektor, bei der es im Anschluß zu heftigen Diskussionen über den Filminhalt kam. Der Film kam bisher nur einmal auf die Leinwand. Wir sind trotzdem der Meinung "einen guten Film" gemacht zu haben.
weitere Infos: http://www.mafilms.de/uploads/media/filmblatt_egf.pdf
Kommentar: Ein guter Film ist ein guter Film, nur weil ein Film gut ist. Das war schon in der Steinzeit so. Und ein gerissener Film ist gar kein Film, also auch kein guter. Aber ein guter Film ist auch ein Filmriss ist. Und ein guter Filmriss ist allemal ein guter Film. Ein echt guter Film.
Titel: Eine unhaltbare Situation
Regie: Manfred Pollert
Genre: Kurzfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Martin Schmeing
Länge(min): 03
Ansprechpartner: Walter Schroth
Inhalt: gescheitertes Liebesleben
Warum gescheitert: gescheitert infolge Partnerwahl
Kommentar: Ein Helge Schneider Imitator nuschelt sein Schicksal in die Welt. Sein Leid über die gescheiterte Beziehung zu seinen Hunden. Als Hetero kann er die homosexuellen Neigungen des Tieres nicht akzeptieren. Eine schrille Kolportage auf A.H. und seinem krankhaften Hundefetischismus.
Titel: Eric und Maria-Die Reise nach Posterstein
Regie: Michael Werner
Genre: Kinderfilm
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Filmclub Gera-Pforten e.V.
Länge(min): 60
Ansprechpartner: Filmclub Gera-Pforten e.V., Michael Werner
Inhalt: 22 Schüler gewinnen bei einem Preisausschreiben eine Reise zur Burg Posterstein. Zwei von ihnen erleben in den alten Burgmauern ein aufregendes Abenteuer voller Spannung.
Warum gescheitert: 1.Aus der Sicht von Jugendlichen ist dieser Film einfach Kinderquatsch. 2. Kein Filmfestival will diesen Film in das Programm auf nehmen. Ausrede von Auswahlgremien: "Auf Grund vieler Einreichungen konnte der Film leider nicht in das Programm aufgenommen werden, obwohl er angeblich sehr gut sei." 3.Wir wollten die Wahrheit heraus finden und ließen ihn im Open Screening bei der Werkstatt für junge Filmer 2006 in Wiesbaden vor ca 120 Jungfilmern Test-Laufen: Ergebnis: Die Filmemacher verließen in den ersten 10 Minuten alle bis auf zwei kleckerweise den Vorführsaal. Im Anschluß an den Film kamen fast alle Filmemacher wieder rein, um sich weitere Filme anzuschauen.Leider machten wir uns mit diesem Film auf Bundesebene lächerlich. Danach erhielten wir nur noch Ablehnungen auf all unsere Einreichungen. Auf unserer Hompage www.ericundmaria.de können wir es uns einfach nicht leisten um dieses fast 8000,- Euro teure Projekt als Flop hin zu stellen. Damit würden wir nur unsere Sponsoren vergraulen und unsere Darsteller demotivieren.
Kommentar: Bis zum Fall der Mauer war die Tschechische Republik führend in der Produktion von Kinderfilmen. Sollte sich die Achse etwa verschoben haben und das Rad wird gerade in Gera neu erfunden? Eine nette, direkte und charmante Alternative zum Harry Potter-Ring-Wahn. Bei diesem Film ist das Popkorn abwesend, die obligatorische Kola abgestanden. Denn die Nahrung dieses Filmes sind die Mythen, aus den Kindesträumen filtriert und von diesem authentisch umgesetzt. Lieber Filmclub Gera-Pforten e.V. ich sehe schon das feine Lächeln die Eltern, die sich in die Vorstellung geschlichen haben. Weiter so. Wir zumindest haben eine neue Kategorie für den Nahmittag gefunden.
Titel: Geschwisterliebe
Regie: Jan Soldat
Genre: Inzestdrama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Jan Soldat
Länge(min): 4
Ansprechpartner: Jan Soldat
Inhalt: Frank versucht seine Schwester immer mehr für sich zu beanspruchen. Bis Jule sich radikal versucht aus dieser inzestiös geprägten Beziehung zu befreien.
Warum gescheitert: 1. Da sich Möchtegernsplatter und das Ausleben von diversen Perversionen hinter vermeintlich tiefgründig ausgearbeiteter Charakterstudie einer inzestiösgeprägter Geschwisterbeziehung verstecken.
2. Der Film wurde zur "Nacht des radikalen Films" in Leipzig abgelehnt. Wenn nicht dort, wo denn dann??
3. Der Film scheiterte im Vorhaben daran den Zuschauer zur Diskussion und offenen, toleranten Auseinandersetzung mit dem Thema Inzest zu animieren. Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Da der Film ein eher negatives Bild von Geschwisterliebe zeigt.
4. Erhoffte Ernsthaftigkeit und Betroffenheit der Zuschauer ging während der Vorführung vor Freunden im schallenden Gelächter unter.
5. und zuguterletzt hat der Film natürlich das Scheitern als Hauptthema. Die Beziehung der beiden scheitert. Und Frank scheitert aus dem Leben.
6. Bei der Chemnitzer Kulturveranstaltung "Begehungen" mit der Begründung "zu krass" abgelehnt.
Kommentar: Dieser Geschwisterliebe könnte durchaus das gleiche Schicksal ereilen, wie der gleichnamige Song von "den Ärzten?". Er landet auf den Index. Gilt das Inzestverbot doch bereits seit biblischer Zeit. Aber im Gegensatz zu den Mythen endet unsere Geschichte weitaus blutiger. Die psychologische Schärfe mit der Jan Soldat das Messer an den Hals jeder Deutung legt, ist schockierend und skandalös.
Titel: GIB MICH DIE KIRSCHE! - Die 1. deutsche Fußballrolle
Regie: Oliver Gieth & Peter Hüls
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Annette Pisacane
Länge(min): 85
Ansprechpartner: Oliver Gieth
Inhalt: Bewegtes Porträt der aufregenden Jahre, als die Bundesliga
laufen lernte, inklusive der WMs 1966, 1970 und 1974. Dabei
erinnert diese amüsante Zeitreise durch die Stadien,
Kneipen und Städte von Fußballdeutschland in den 60er und
70er Jahren nicht nur an Spielergrößen wie Libuda, Netzer
und Breitner, sondern entführt modisch, musikalisch und gesellschaftlich in die goldene Ära des Fußballs vor und nach dem großen Bestechungsskandal 1971.
Warum gescheitert: Kaum Werbung, ungünstiger Starttermin (1 Woche vor der WM), wenig Kopien (pro WM-Stadt eine Kopie), Super-Wetter und Kinobesitzer die keine Geduld mit Dokumentarfilmen haben.
Kommentar: Schade. Schade das dieser Film nicht in den Halbzeiten während der WM06 gezeigt wurde.
Inhaltlich und formell sicherlich aufschlussreicher, wie die dumpfen intelligentsverdächtigen Kommentare eines R.Beckmanns oder Günther Netzers. Die langjährigen Recherchen von Oliver Gieth und Peter Hüls haben sich gelohnt. Mit bisher nicht gesehenen Dokumenten bringt uns das Regieduo das näher, was wir alle so lieben: das Spielfeld. Gib mich mehr davon.
Titel: GLOBAL WARming
Regie: Kathrin Gnorski
Genre: animierter Kurzfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Torsten Hölzel
Länge(min): 11
Ansprechpartner: Kathrin Gnorski
Inhalt: Ein absurder Kampf unter der hell strahlenden Sonne...
Zwei Schneemänner kämpfen um den Platz an der Sonne, ohne zu merken, dass die Sonne ihr eigentlicher Feind ist.
Warum gescheitert: Trotz des aktuellen Themas ist GW bisher nur von weningen Festivals selektiert worden. Verleiher haben den Film bisher abgelehnt, bzw. nie etwas von sich hören lassen.
Kommentar: Wenn die Sonne am Morgen ihr letztes Oum in die Welt haucht, dann beginnt der Kampf um die letzten Ressourcen und das sind nicht die Energien, sondern genau das Gegenteil, die Kühle. Eine traurige Geschichte um das Ende der Welt, der schmelzenden Solidarität in der Hitze der Globalisierung.
Titel: Gregor und Katharina
Regie: Zubin Sethna / Charlotte Wetzel
Genre: Doku-Drama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: DFFB
Länge(min): 25
Ansprechpartner: Zubin Sethna
Inhalt: Filmschüler machen sich auf, um dokumentarisch Menschen in ihrer Umgebung festzuhalten. Dabei stoßen sie auf die überforderte Mutter Katharina mit ihrem Baby Gregor. Was zunächst unverbindlich anfängt, entwickelt sich zu einer immer intimeren und dramatischeren Beziehung. Die Frage der Verantwortung der Macher hinter der Kamera gegenüber den Menschen vor der Kamera drängt sich immer stärker auf, bis das Projekt aus den Fugen gerät.
Warum gescheitert: Aus drei Gründen:
1. Die interne Abnahme wurde zunächst ohne das Ende gezeigt, was zu einem Skandal geführt hat.
2. Es portraitiert eine Frau, die, durch den Druck der Gesellschaft, ihren Konventionen und festgelegten Bildern "was ein gute Mutter ausmacht", scheitert.
3. Die Filmemacher, im Film, scheitern in ihren moralischen Maßstäben gegenbüber den Protagonisten.
Kommentar: Deutschland deine Mütter. Diese Doku ist mehr als eine Doku. Sie ist eine Warnung an alle zukünftigen Alleizies, an alle Frauen mit schwachen Nerven und kreischenden Kindern. Und das ist auch der eigentliche und schmale Plott. Reicht aber, um vom einsynchronisierten Babygeschrei derart genervt zu sein, das man froh ist, wenn das Martyrium ein Ende hat. Kinder und Karriere, wie einfach das ist. Liebe Frau von der Leiden, liebe Familienpolitiker, sammeln sie Geld für den einzig wohltätigen Zweck, diesem Film ein Sendeplatz zu mieten.
Titel: Hilf das Land verschönern!
Regie: Simon Loidl
Genre: Kurz-Doku
Produktionsjahr: 2006
Produzent: FilmKulturKollektiv
Länge(min): 03
Ansprechpartner: Simon Loidl
Inhalt: Wahlen zum österreichischen Nationalrat 2006. Ganz Österreich ist im Bann zweier Splitterparteien, die sich gegenseitig an Ausländerfeindlichkeit zu übertrumpfen suchen. Ganz Österreich? Während die meisten anderen Parteien zuschauen oder mitmachen, bringen beherzte BürgerInnen meist nächtens ihren Unmut über die politischen Zumutungen zum Ausdruck, indem sie die Plakate der Wahlwerbenden verbessern...
Warum gescheitert: Eigentlich war die Idee, eine Doku über AktivistInnen zu drehen, welche mittels "Verbesserung" von Wahlplakaten (Graffitti, Sprüche, Schmierereien, Zerstörung) in die Wahlauseinandersetzung zu den österreichischen Nationalratswahlen eingreifen. Einige solcher AktivistInnen waren bereits ausgeforscht und kontaktiert und anfängliche Skepsis (immerhin ist die "Verschönerung" von Wahlplakaten nicht ganz legal) wurde das Projekt ins Rollen gebracht und ich begann, einige der Ergebnisse solcher nächtlicher Aktionen abzufilmen. Als es dann Zeit wurde, Interviews und Drehs mit den Akteuren zu machen, wurde es diesen dann doch zu heiß und sie sprangen nach der Reihe ab. Ich saß also auf einigen Stunden Filmmaterial, jedoch ohne Interviews und sonstigem für eine Doku unablässigem Material da. Und so wurde aus dem Zwischenschnitt-Material ein Mini-Film.
Kommentar: Du hast doch ein an der Schüssel, sagt der Hamburger und meint, du hast nen Rad ab. Das Beschmieren von Wahlplakaten ist demokratischer, als jedes noch so gut gemeinte Statement in den medialen Zentralorganen der Republik. Denn in diesen basisdemokratischen Reflexen manifestiert sich die Wut und die wahre Sicht der Schäfchen auf der Schlachtbank. Ein unkommentiertes Votum für eine bürgernahe Politik. Simon Loidel, danke für den Werbespott für die in München neugegründete Partei: ungueltig_die_Partei.de
Titel: Hospitality
Regie: Sven Wegner
Genre: Horror
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Sven Wegner
Länge(min): 15
Ansprechpartner: Sven Wegner
Inhalt: Eine Frau wacht nachts in einem von Geistern bewohnten Krankenhaus auf. Eine Verwandlung beginnt...
Warum gescheitert: Von 13th Street abgelehnt, weil nicht formatgerecht
Kommentar: Dieser Diskurs aus der Geisterwelt unseres medizinischen Alltags ist ein gekonnter Extrakt aus von Triers Kingdom. Die Einweisung in ein Krankenhaus ist auch der Übertritt in eine andere Welt. Der Welt der Begegnung mit sich selbst, oder zumindest mit seiner Gänsehaut. Es ist nicht schlimm, denk einfach an was Schönes...
Titel: Ich bin das achte Weltwunder-Marcello Cammi
Regie: Lothar Warneke †
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 1992
Produzent: Peter Gärtner
Länge(min): 57
Ansprechpartner: Peter Gärtner
Inhalt: Nahezu unbekannt ist das unermeßliche Lebenswerk des Malers und Bildhauers Marcello Cammi, der bescheiden in der oberitalienischen Küstenstadt Bordighera lebte und alle seine Geschöpfe und Werke um sich in einem Gartengrundstück versammelte. Giardino esotico wird dieser Garten zu Recht genannt. In dieser unserer Welt perfekter Bilder und glänzender Verpackungen, mit denen uns die Werbung täglich überschüttet, haben Cammis Figuren und Bilder etwas Befreiendes. Sie konfrontieren uns mit Ursprünglichem, mit dem ungeschminkten Wesen der Dinge und letztendlich mit uns selbst.
Warum gescheitert: Film wurde frei pruduziert und anschließend mehreren öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten angeboten. Leider vergeblich, meistens kam keine Antwort, geschweige denn der Film zurück !
Kommentar: Marcello Cammi ist kein naiver Kauz, sondern Bildhauer zwischen den Welten der karibischen Abstraktion und des konkreten Mittelmeeres. Die Gesichter seiner Figuren sind gezeichnet von den unterschiedlichsten Stilrichtungen, dass ein Zentrum kaum auszumachen ist. Zwischen Katzenkitsch und Totem, weidet sich seine ungezügelten Phantasie aus. Der Autodidakt ist so erfrischend unakademisch, dass jeder intellektuelle Versuch eines Zuganges zu seinem überwucherten Kunstgarten vernagelt bleibt. Er ist der letzte Prophet der Banalität und damit gegenwärtig, d.h. vergänglich.
Titel: Ihr seid nicht allein - Abschied von Rudolph Moshammer
Regie: Nikias Chryssos, Toke Constantin Hebbeln
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2005
Länge(min): 17
Ansprechpartner: Nikias Chryssos
Inhalt: Im Januar 2005 wurde der bayerische Modedesigner Rudolph "Mosi" Moshammer in seiner Grünwalder Villa ermordet. Wir sind zu seiner Beerdigung nach München gefahren.
Warum gescheitert: Die Geschichte von Rudolph Moshammer ist auch die Geschichte eines am Leben Gescheiterten. Wir sind vor zwei Jahren zu seiner Beerdigung nach München gefahren, um einen Dokumentarfilm darüber zu drehen. Die Montage des Materials wurde zum Gemetzel. Dieser Film ist das Resultat. Er wurde bisher von allen Festivals abgelehnt - aber er braucht ein Publikum!!
Kommentar: Moshamers Trauerfeier fand sinnigerweise in der Lukaskirche nahe jener Wittelsbacher Brücke statt, wo seine wahren Fans, die Freiluft-Isarcamper ihre geduldete Heimstadt finden. Ob seine Zuwendung zu den gescheiterten Geschöpften PR-Mache war oder nicht, spielt in Anbetracht seiner obskuren Beliebtheit keine Rolle mehr. Die fast frenetische Liebe zu ihm oder mehr zu seinem Hundi Daisy, offenbart die typisch bayerische Doppelhirnigkeit: Schwul gleich Kinderschänder greift nämlich bei ihm nicht. Aber der Täter, ein verzweifelter Iraker, ist ein echter Schmarotzer und gehört geköpft. Die durch raffinierte Schnitttechnik untermauerte Doku entblößt das Vorurteil, dass die königliche Liberalität nur für den gilt, der im Hofbräuhaus kollektiv mitzuschunkeln weiß. Nun, jeder hat ihn persönlich gekannt, mehr oder weniger. Aus dem Fernsehen halt.
Titel: KETTE
Regie: Max Conradt
Genre: Kurzspielfilm
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Benedikt Uebe, Max Conradt
Länge(min): 12
Ansprechpartner: Max Conradt
Inhalt: Der Kettenraucher-Kiez will das Rauchen endlich sein lassen, doch das ist leichter gesagt, als getan...
Warum gescheitert: Mit dem Rauchen aufzuhören schaffen die wenigsten und auch die Hauptfigur wird in diesem Film daran scheitern. Auf fatale Weise, denn am Ende steht hier so oder so das, was man schließlich verhindern will: zu sterben.
Ebenso scheiterten auch Regisseur Max Conradt und Darstelller/Co-Autor Christoph von Hohberg, die zusammen mit diesem Film versuchten zu verarbeiten, dass sie selber gerade mit dem Rauchen aufhörten. Inzwischen rauchen sie beide wieder.
Kommentar: Das Rauchen aufgeben kann tödlich sein. Im wahrsten Sinne des Wortes. So ist dieser Film zu verstehen und ist an alle radikalen Entzieher ihrer Sucht gerichtet. Allen anderen empfehlen wir Alan Carrs Nichtraucherbuch
Titel: Knirsch
Regie: Zubin Sethna
Genre: Tragikkomödie
Produktionsjahr: 2007
Produzent: DFFB
Länge(min): 18
Ansprechpartner: Jana Wolff
Inhalt: Simone hatte alles unter Kontrolle:
1. Morgens: Sorgfältig die Präsentation vorbereiten (Miriam bei Hilfsbedarf verfügbar)
2. Nachmittags: Die Präsentation selbstbewusst vortragen und überzeugen (Unbedingt noch Chef Bescheid geben!)
3. Danach: Mit den Kollegen ihren Geburtstag feiern. (dezent)
Zu dumm, dass sich nicht alles planen lässt?
Warum gescheitert: Die Hauptfigur scheitert an den Maßstäben, die sie sich selbst setzt.
Kommentar: In einem Büro nahe des Flughafens spielen sich dramatische Szenen ab. Die vereinsamte Bürochefin feiert nämlich Geburtstag. Da werden aussertarifliche Überstunden angeordnet, mitarbeiterfreundliches Lächeln aufgesetzt und weit über die Stränge geschlagen, soweit diese noch im dünnen Licht der Moral zu erkennen sind. Sex am Arbreitsplatz ist eine uralte Forderung frühgewerkschaftlicher Erziehung. Vor diesem Sittenverfall rettet uns aber gottseisdank der glasklare Splittergesang eines Gröllemeyer zurück zur kitschig sentimentalen Schmuseverordnung. Denn die Arbeitswelt ist hart. Hart und kalt.
Titel: Kommissar Kresch
Regie: Jan Soldat, Frank Schubert und Peter Hungar
Genre: Behindertenkomödie
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Jan Soldat
Länge(min): 8
Ansprechpartner: Jan Soldat
Inhalt: Kommissar Kresch von der Kriminalpolizei sucht den Fuchs vom Posthof.
Warum gescheitert: 1. vor einer Versammlung der Chefredaktionen der lokalen Fernsehsender aus Mittweida, Dresden, Plauen, Freiberg und Chemnitz wurde der "Kommissar" einstimmig abgelehnt, mit folgenden Begründungen: "ich kann mit diesem Kunstzeug nichts anfangen", "Platte Dialoge und die Hauptfigur wirkt keineswegs authentisch", "Sehr ermüdend" und "Die Stimme ist belastend".
2. weiterhin sind wir schon beim Dreh gescheitert, da fast alle Bilder durch verzogenes Auflagemaß unscharf sind und teilweise überbelichtet.
3. Auch bei einem Kurzfilmabend der Fachhochschule in Mittweida wurde der Kommissar mit folgender Begründung und viel Unverständnis abgelehnt: "Den Film mit dem Fuchs habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Müsste man dazu irgendwas im Vorfeld wissen? Ist die interviewte Person gespielt oder erzählt der gar real diesen "Unsinn" ?"
Kommentar: Vergleicht man den heutigen technisch hochgerüsteten Verfassungsschutz mit der maroden paraoiden Stasi, dann tut sich das zweite genauso harmlos und lächerlich aus, wie unsere Spürnase Kresch mit einem von den Zuschauer bis zum Wahnsinn geliebten TV-Kommissar ähnlichen namens. Recht und Verbrechen stehen in einer ausgewogenen Dialektik zueinander, die in der Regel aber am berufsspezifischen Verfolgungswahn scheitert. Unser Peter-Seller-Abziehbild jagt keinen rosaroten Panther, stolperte aber über jeden Ast, den er sich selbst legt. Und der Fuchs, sein grosser Gegenspieler wart nie gesehen. Eine Parabel ganz im brechtischen Stil.
Titel: Koslowski
Regie: Lars Henning
Genre: Drama
Länge(min): 17
Ansprechpartner: Lars Henning
Inhalt: Der kleine Angestellte Koslowski gerät zwischen die Stühle und muss eine schwere Endscheidung treffen.
Warum gescheitert: Der Film erzählt die Geschichte non-linear und an dieser Struktur bin ich doch eher gescheitert.
Kommentar: Koslowski ist Opfer seiner Gier. Also ein ganz normaler Mensch. So normal, das er am Ende einer Tortur wilden Erzählens auf der richtigen Seite steht. Lars Henning legt Fährten, streut Irrtümer. Ganz in bester Manier eines Alfred Hitchcock . Dieser Film ist kurz und verdichtet. Ein nahezu abendfüllendes Werk. Zeitachsensprünge, das einem das Hören und Sehen vergeht. Aber es funktioniert. Ein Hoch auf die nachhaltige Kinokunst.
Titel: Made by Sein Win
Regie: Benja Sachau und Jens Christian Kage
Genre: Doku
Ansprechpartner: Benja Sachau
Inhalt: Der Film portraitiert den 63jährigen Erfinder U Sein Win, der nah der chinesischen Grenze, in der burmesischen Kleinstadt Bhamo wohnt. Sein Win ist überzeugter Bhuddist und verfolgt einen perfekten Traum - er will fliegen. Mit wenig mehr als Wasserrohren, einem Fahrradsitz und dem Maschinengewehrlauf eines Panzers aus dem 2ten Weltkrieg hat er seinen eigenen Hubschrauber gebaut. Das Militär und die meisten Kleinstädter halten ihn für verrückt, aber Sein Win lässt sich von seinem Traum nicht abbringen.
Warum gescheitert: Träumer und Visionäre sind dem Scheitern am nächsten.
Kommentar: Ein Tempel ist Myanmar und der Traum vom Fliegen. Der Unterschied zwischen dem Ingenieur und dem Künstler ist, das der letztere noch mit seinen Händen arbeitet, nicht von Büchern abliest, probiert, versucht und eine uneingeschränkte Neugierde besitzt. Jene naive uneigennützige Offenheit und Mut zum Scheitern, die all den Redakteuren in den hochsubventionierten Anstalten im trüben Trott der langen Weile zum Schaden all jenen verbliebenen anspruchsvollen TV-Usern abhanden gekommen ist. Die kleinen Bilder, das Entschleunigungen der Bewegung, der Zigarre rauchende Mönch, nackte, kleine und große Füsse, ein durchs Bild klackernder Tausendfüssler sind es, die diesen Film erfrischen. Hier wird bei der Arbeit nicht nur Hand, sondern auch Fuß angelegt und gezeigt wie weit die Flügel aus Willenskraft und Ideenreichtum tragen können. Ganz im Sinne des Phoenix mit dem sinnigen Namen Sein Win: der Keilriehmen des Erfolges ist der Traum. Ja, der wahre Realist ist ein Traumtänzer.
Titel: Maria Hades
Regie: hwmueller
Genre: Psycho-Kitsch
Produktionsjahr: 1998
Produzent: brokalhaus
Länge(min): 84
Ansprechpartner: hwmueller
Inhalt: Der exzentrische Versuch einer jungfräulichen Hausfrau den verbrechererischen Hans im Keller zu verstecken, birgt ein janushaftes Spiel um den Schlüssel "ins oder aus dem inneren Gefängnis" .
Warum gescheitert: Zu schlecht. Zumutung für jeden Zuschauer. Kopflastig bis zur Gehirnerschütterung. 4.Platz bei einem Bezahlfestival. Wahrscheinlich waren nur 4 Anmeldungen in dieser Luserkatgegorie.
Kommentar: Es gibt Filme die scheitern zu recht. Dieser gehört dazu. Ein pubertierendes Drehbuch, ein großgekotztes Hollywoodmissverständnis, das bereits im schleimig-schwülstigen Keim erstickt ist. Hart an der Schadenersatzklage vorbei. Wäre der Film nicht auf billigem Video gedreht, sondern auf 35mm, dann müsste man den Regisseur wegen Vernichtung von Volksgesundheit und -eigentum verklagen. 84min konzentrierte und abgeschmackt zähe Langeweile, da macht die Häme richtig Spaß.
Titel: Mauerflug
Regie: Text: Hartmut Göhling
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Peter Gärtner
Länge(min): 35
Ansprechpartner: Peter Gärtner
Inhalt: Die Aufnahmen sind ein einmaliges Bilddokument, aufgenommen nur wenige Wochen nach dem Fall der Mauer. Es sind die einzigen Flugaufnahmen, die die Berliner Grenzanlagen von der Ostseite aus zeigen.
Warum gescheitert: Das Material wurde 15 Jahre lang verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendern angeboten, leider vergeblich ! Wir haben den Film deshalb auf
DVD herausgebracht.
Kommentar: Dieser gefilmte Flug entlang der ehemaligen Mauer direkt nach deren Öffnung ist mehr als ein historisches Dokument. Er ist ebenso ein Markenstein in der nicht aufgearbeiteten Nachwendezeit. Die Mauer und alles was an die DDR erinnerte musste schnell, als versteckte man Diebesgut, verschwinden. So ist die Ablehnung des Filmes durch die Rundfunksender nur symptomatisch für diese einseitige Geschichtsverfälschung. Das Land scheint den gleichen Fehler zu begehen, den es schon nach dem ersten Weltkrieg beging. Den offenen Blick auf die Wunden zu verweigern, damit diese heilen können. Die Mauer war ein grausames Zeugnis zwischenmenschlicher Niedertracht und dies muss sie auch bleiben, zumindest in der Erinnerung.
Titel: Meine Hände
Regie: Maryam Motallebzadeh
Genre: Exprimental
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Maryam Motallebzadeh
Länge(min): 7
Ansprechpartner: Maryam Motallebzadeh
Inhalt: Hände wachsen über den Horizont, erst tastend, dann grabend, in der Erde badend liebkosen sie sich und das Element.Die Hände beginnen zu pflanzen, begleitet von elementaren Naturgeräuschen, die das Motiv Erde durch Wasser und Luft ergänzen. Im visuellen Rhythmus von Schnitten und Zeitraffer verwandelt sich die Landschaft in eine Blume, die von der Blüte des Lebens erzählt und gleichzeitig Metapher der Vergänglichkeit ist.....
Warum gescheitert: Vom Zdf bis Arte ist dieser Film abgelehnt worden,weil er einfach zu den Programmen nicht passte.
Kommentar: Die Hände sind die sensibelsten und ausdrucksstärksten Sinnesorgane des Menschens. Sie verkrampfem sich zum lustvollen Schmerz und verkriechen sich voller Scharm in den Sand. Oft tanzen sie filigran im Duett, sich die Geschiche der fiebernden Erde erzählend, aber immer ein offenes Buch in dem wir unsere innersten Wünsche und Geheimnisse bergen. Ihre feine Mechanik hat den Menschen die Freiheit von der Natur ermöglicht. Nicht der aufrechte Gang, sondern das Handeln, nicht das Gängeln hat den Acker mit Mohnblumen erfreut. Dieser eindrucksvolle anthropologische Diskurs über die Erde als Mutter aller Dinge und Motallebzadeh´s nachhaltige Sprache macht diesen Film mit seinen metakryptischen Bildern zu einer wahrlich modernen Sure.Zumindest ist der Wind aus der Feder Hafis im Hintergrund zu hören.
Titel: Melancholie
Regie: Christoph Nagel
Genre: Kurzfilm (Liebesfilm)
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Lukas Piofczyk & Christoph Nagel
Länge(min): 14
Ansprechpartner: Christoph Nagel
Inhalt: Die Geschichte über ein junges Liebespaar, das nur einen einzigen Sommer miteinander verbringen kann und durch den 2. Weltkrieg voneinander getrennt wird und noch Jahrzehnte später mit der Frage leben muß, ob aus dieser Beziehung mehr geworden wäre.
Warum gescheitert: Zum einen hat der Kurzfilm das scheitern in der Liebe zum Inhalt, zum anderen war die ganze Produktion zum scheitern verurteilt. Aus zwei Monaten Dreharbeiten wurden ganze zwei Jahre und um Kosten zu sparen mußten einige wichtige Szenen gestrichen werden.
Kommentar: Ein Opa aus der Muppet-Show steht vor der grossen Tür zum Jenseits. Da fällt ihm ein Brief mit Fotos aus alter Zeit vor die Füsse. Eine verschmähte Jugendliebe. Der nun gebrechlich gewordene Casanova verpasst erneut seine Liebe zu kitten. Feige legt er den Hörer wieder auf, als er ihre Stimme hört. Seine Erinnerung ist jung geblieben, er aber alt geworden. Das geht nicht zusammen. Damals nicht und heute erst recht nicht. Gut erzählt.
Titel: MiG-29 über Deutschland
Regie: Hartmut Göhling
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Peter Gärtner
Länge(min): 42
Ansprechpartner: Peter Gärtner
Inhalt: Am 02.10.1990 endet die historische Existenz der DDR und damit auch der Kalte Krieg in Mitteleuropa. Noch aber befinden sich sowjetische Besatzungstruppen auf deutschen Boden. Im Dezember 1990 gelingt es erstmalig, im Zuge von Glasnost unzensierte Filmaufnahmen beim 33.Sowjetischen Jagdfliegergeschwader in Wittstock zu machen.
Es entstanden eindrucksvolle Bilder vom Leben in einer sowjetischen Garnison. Bilder, die historisch und fliegerisch Interessierte gleichermaßen begeistern.
Es sind vermutlich die einzigen Aufnahmen von einer sowjetischen Militäreinheit auf deutschen Boden innerhalb einer fast fünfzig Jahre
währenden Besatzungszeit!
Warum gescheitert: Tel. Anfragen bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendern zeugten von einem mangelden Interesse an dem Thema. Aus der Erfahrung der bisherigen frei produzierten Filme haben wir den Film
also gar nicht erst weiter angeboten, sondern gleich auf DVD produziert!
Kommentar: Wittstock ist das fremde Land für Fremde. Sowjetische Soldaten. Die Besatzer waren fremd und blieben fremd in dem „grauen Sack“ des Stützpunktes. Und sie waren mehr als Besatzer, sie waren auch Menschen. So wie ihre Konkurrenz von der anderen Seite. Auch wenn der Westen das nicht wahrhaben will. Dieser Film bleibt trotz öffentlich-rechtlicher Ignoranz ein Kandidat für die FWU.
Titel: Muss besser werden
Regie: Hagen Klaile und FLorian Gerding
Genre: Spielfilm nach wahrer Begebenheit
Produktionsjahr: 2007
Produzent: wie oben
Länge(min): 3
Ansprechpartner: Hagen Klaile
Inhalt: Peter, ein Versager auf hohem Niveau, erwacht in den Überresten der letzten Nacht. Zuerst ist er geschockt, doch dann erhält durch einen Schluck Dosenbier neuen Lebensmut.
Warum gescheitert: Dieser Film handelt vom Scheitern. Vor allem das allgegenwärtige Scheitern an der nächsten Bierdose ist hier das Thema, denn: die Geschichte hat sich genau so zugatragen.
Kommentar: Sucht ist das Bedüfniss einen Normalzustand herzustellen. Sei es in einer religiös motivierten Meditation oder sei es im Öffnen der ersten Bierdose nach dem letzten Suff. Was danach kommt ist unnormal und schimpft sich Alltag. Ein filmischer Aphorismus auf das Rad des Lebens unter dem der Mensch sich bettet. Gerädert, gekartert und verheiligt.
Titel: Nina, eine unheimliche Geschichte
Regie: Marion Pfeifer
Genre: Psychodrama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Marion Pfeifer
Länge(min): 28
Ansprechpartner: Marion Pfeifer
Inhalt: Psychogramm einer Frau. Zerbricht an Trauer um ihre kleine Tochter, die bei einem Unfall ums Leben kam. Vater konnte das Unglück nicht verhindern. Wahn und Realität verschmelzen.
Warum gescheitert: Frau zerbricht an Trauer. Film wird erst jetzt fertiggestellt
Kommentar: Als Eltern sein einziges Kind zu verlieren ist schwer genug. Heftig wird es erst, wenn dieses verlorene Band die Beziehung sprengt. Aber richtig schlimm ist, wenn die beiden Elternteile über die Trennung hinaus sich derart lieben, dass sie ihrer Tochter folgen.
Marion Pfeiffers Psycho-gramm(kilo) hat eine derart verstörende Bildsprache und Tonsprache, dass wir hier die Geburt eines neuen Filmgenres miterleben dürfen. Düster, sinnlich, schwer verdaulich, aber weit über jeden filmischen Schmalspurtellerand bundesdeutscher 1-plus-1-Filmerei.
Titel: Rebellion der Rotmützen
Regie: Annette Ortlieb
Genre: Kurzspielfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Annette Ortlieb
Länge(min): 02
Ansprechpartner: Annette Ortlieb
Inhalt: Endlich bekommen die Gartenbewohner eine Stimme, die sonst häufig übersehen werden: die Gartenzwerge. Im heimischen Garten stehen sich die Fronten zwischen Gartenbesitzerin und Gartenbewohnern unversöhnlich gegenüber. Die Situtation eskaliert...! Eine haarsträubende Geschichte - gerade für GartenbesitzerInnen.
Warum gescheitert: DAS SCHEITERN von Überheblichkeit und Ignoranz. Die Gartenbesitzerin scheitert gegenüber den zwar kleinen, ihr aber letztenendes überlegenen Zwergen. Der Kampf von David gegen Goliath, heute, hier und jetzt.
Gescheitert beim Internationalen Kurzfilmfestival Hamburg 2007
Kommentar: Diese gedankenlose Brutalität der Hobbygärtner gegen ihre vermeintlichen Sympathisanten im heimischen Garten zeigt den typisch postmodernen Anti-Gartenzwergreflex der jüngeren Kulturgeschichte. Der Zwerg steht für Spießigkeit aber auch für Beständigkeit. Wer also seine Tradition verleugnet, bestraft sich selbst. Haben wir also Nachsicht mit unserer oft so verschmähten Spießigkeit.
Titel: Reise in ein verborgenes Leben
Regie: Hans Neuenfels
Genre: Drama
Produktionsjahr: 1984
Produzent: Regina Ziegler Filmproduktion
Länge(min): 91
Ansprechpartner: Thomas Petersen
Inhalt: Eine imaginäre Biographie über Jean Genet, den Dichter und Theologen des Bösen: geboren 1910 in Paris, in Erziehungsheimen aufgewachsen und gedemütigt, ein Päderast und Dieb, 14 Mal zu Gefängnisstrafen verurteilt und aus 5 europäischen Ländern ausgewiesen. Seine Romane sind Balladen von giftgetränkter Schönheit, seine Theaterstücke sind düstere Zeremonien der Unterdrückung - jeder Mensch spielt eine Rolle, die andere ihm auferlegen."Ich erlaube mir die Revolte", sagte Genet 1975 in einem Gespräch mit Hubert Fichte.(Stern)
Warum gescheitert:
Kommentar: Dieser unterirdische Streifzug durch die Welt der Sehnsüchte jünger Männer, die hier in dieser Welt keinen Platz finden, zeichnet einen entblätternden Zyklus des genuienen Jean Genets von Rimbaud über Törleß zum Helden Daedalis aus James Joyces Ulyssis nach. ?Das Glück ist immer obszön und das Extreme ist die einzig mögliche Mitte?. Die Überwindung der Fessel der Körper-Geist-Trennung ist nur so möglich. Das Aushalten von Schmerzen und der totalen Unterwerfung. Liebe und Demut sind zwei untrennbare Brüder, die selbst von einer bürgerlichen Gesellschaft nicht zu trennen sind. Ein Film an der Zeit, aber zu gewagt, zu direkt, zu ehrlich um nicht zu scheitern. Eine Sprache, die unser Trallalavergüngsterrorismus verbietet. Schade, ein nachhaltig wirkender Film. Ein Lob für die Produzenten, dem Regisseur und vor allem den Schauspielern, die gleich jungen Grashalmen die Wege der Freiheit eines Walt Whitman beschritten.
Titel: Reisefieber - BlitFilm No. 2
Regie: Dirk Weiler
Genre: Beziehungskomödie
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Dirk Weiler
Länge(min): 6
Ansprechpartner: Dirk Weiler
Inhalt: ?Endlich Urlaub?, denken sich Karen (Karen Lauenstein) und Steve (Steve Walter), haben dann aber die Rechnung ohne Tom gemacht, denn sein Auto birgt außer einem leeren Tank noch weitere Überraschungen.
In nur einer ?Einstellung?, d.h. ohne Schnitt gedreht, ist der Film nicht nur ein mutiges Experiment, sondern auch eine sehr lebendige und realitätsnahe groteske Beziehungskomödie.
Dabei steht weniger die eigentliche Handlung im Vordergrund, als die unterschiedliche Kommunikationsweisen von Männern und Frauen, besonders wenn es sich um Paare handelt.
Warum gescheitert: Der Film behandelt das Scheitern in mehreren Dingen. Gescheitert ist der Urlaub der beiden Protagonisten, gescheitert ist ihre Beziehung hinsichtlich der fehlenden oder fehlgeschlagenen Kommunikation zwischen ihnen. Die Dialoge und Wendungen zeigen deutlich, daß Karen und Steve immer aneinander vorbei reden und selten die selbe Sprache sprechen. Das Scheitern ihres Urlaubs steht hier fast schon sinnbildlich für das Scheitern ihrer Beziehung, das sie so noch nicht realisiert haben.
Kommentar: Karen ist keine Zicke und Steve weiß immer wo´s lang geht. Theoretisch. Denn eine Leiche im Kofferraum und kein Benzin im Tank scheint diesem Pärchen ein ganz normaler Zustand. Klar , dass die nichts mehr merken, denn sie reden nicht, sie brüllen. Moderner geht´s nicht. Nette Studie über Lebenskrüppel in einer beliebig gewordenen Welt ohne Bezug zu und vor allem gegeneinander. Der Tod ist nur eine lästige Beiläufigkeit. Kurz und gut gemacht mit nur 1. (Hand-)Kameraeinstellung. Kompliment an die Oberarme von Dirk Weiler.
Titel: Rob
Regie: Niko Kühnel
Genre: Komödie
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Niko Kühnel
Länge(min): 9
Ansprechpartner: Niko Kühnel
Inhalt: Rob will eine Bank ausrauben, scheitert aber immer wieder an seiner eigenen Inkompetenz.
Warum gescheitert: Der Film beschäftigt sich auf inhaltlicher Ebene mit dem Thema scheitern. Ein Mann hat einen festen Plan, der aber immer wieder durch verflixte Kleinigkeiten vereitelt wird.
Kommentar: Wir haben ja immer gewusst, scheitern führt zum Erfolg. ROB ist der eindeutige Beweis. ROB ist kein echter Krimineller, deshalb kann er keine Bank überfallen. Er ist ein so guter Mensch, dass ihm der Herrgott die Erfüllung seines Wunsches in den Schos fallen lässt. Sehr gut erzählt. Sehr schön gescheitert.
Titel: Rufus
Regie: Georg Csarmann
Genre: Episodenhafte Experimental-Tragikkomödie
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Georg Csarmann
Länge(min): 15
Ansprechpartner: Georg Csarmann
Inhalt: Der Hauptcharakter Rufus erfährt eines Tages von einer Spielzeugfigur, dass er innerhalb der nächsten fünf Tage sterben wird.
Infolgedessen beobachten wir Rufus wie er mit dieser Prophezeiung umgeht und was in diesen Tagen geschieht.
Warum gescheitert: Der Film ist auf verschiedenen Ebenen gescheitert:
1. Auf kreativer, weil durch technische Komplikationen kleinere Störungen im Bild auftreten. Weiters war es zwar eine spannende Idee, den Film größtenteils zu improvisieren, doch litt der Aufbau ein wenig darunter.
2. Obwohl wir den Film bei einigen Festivals eingereicht haben, wurde er bei keinem akzeptiert.
3. Der Hauptprotagonist des Films scheitert am Leben.
Kommentar: "Rufus" ruft Schnoopi. Aldijana ruft auch. Dann brüllt Rufus. Und dann der Unfall. Das Klatschen einer Hand, mitten auf die Strin. Ahnung und Verwirrung. Alles klar? Ja, eine sprituelle Vorhersehung. Schauen und selbst beurteilen.
Titel: S.C.H
Regie: Christina Karababa
Genre: experimantal
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Christina Karababa
Länge(min): 2
Ansprechpartner: Christina Karababa
Inhalt: Das Wort "Scheitern" wird buchstabiert. Dabei bestehen die Bilder aus den einzelnen Buchstaben des Wortes "Scheitern". Abbilder von Vanitas-Motiven werden gezeigt, wobei in allen gezeigten Bildern, allen Buchstaben des Wortes "Scheitern" vorkommen.
Warum gescheitert: Es handelt sich inhaltlich über das Scheitern in der Kunst.
Kommentar: Die Definition des Bildes erschöpft sich nicht in der Beschreibung seiner Formate oder seine Pixelmenge. Die Auflösung spielt bei der Dechiffrierung durch unseren Verstand keine Rolle. Es ist die Leistung unserer CPU im Hirn das Messer, die Madonna oder die Frau zu erkennen. An die Wand fahren wir aber dieses komplexe und über Jahrmillionen entwickelte System, wenn wir versuchen weitere Sinnenebenen, hier die Sprache, zu implementieren. Das weite Feld der Kunst. Und offene Fragen treiben uns weiter, dank wahrnehmungspraktischer oder -theoretischer Ansätze von Christina Karababa. Es gibt viel zu tun.
Titel: Same Difference
Regie: Felix von Poser
Genre: Psychogram / Krimi
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Felix von Poser
Länge(min): 23
Ansprechpartner: Felix von Poser
Inhalt: Patrick ist Auftragsmörder. Sein heutiger Auftrag scheint Routine zu sein. Doch als er mit einem alten Bekannten konfrontiert wird kommt alles anders. Ein psychologisches Portrait eines nicht ganz gewöhnlichen Berufs - mit überraschendem Ausgang.
Warum gescheitert: Patrick, der Held des Filmes, versucht zwar dem Schicksal das jeden Menschen erwartet zu entgehen, indem er einen Ausnahmeberuf ergreift, doch am Ende scheitert er auch daran. Scheitern tut in diesem Film also der Protagonist.
Kommentar: Aus einem Killer wird ein Philosoph mit sozialkritischem Ansatz. Ein Auftragsmörder mit Grips. Ich wage mir vorzustellen, dass nur ein schmalhirniger GI einmal über sein Tun mal reflektiert. Wir würden mehr verstehen, vielleicht sogar Verständnis haben?
Titel: Schlaflos
Regie: Christian Genzel
Genre: Drama
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Christian Genzel
Länge(min): 39
Ansprechpartner: Christian Genzel
Inhalt: Um die Trennung von seiner Freundin zu verkraften, beschließt Ben, drastische Maßnahmen zu ergreifen: Er wird anfangen zu rauchen. Er wird sich in sein Auto setzen und ziellos in die Nacht fahren. Und er wird nie wieder schlafen. Bei einem Zwischenstop in einem Fast-Food-Lokal aber drohen Bens Pläne zu scheitern: Peter, ein Musiker, will nach Salzburg, um dort in einem Lokal spielen zu können. Peters Offenheit und Lebensfreude stellen Bens Verdrängungsmechanismen schon bald auf die Probe...
Warum gescheitert: Ist "Schlaflos" gescheitert? Das ist eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, weil ein einfaches "ja" so etwas wie ein resigniertes Resumee unter einen Film setzt, in den ich beinahe zwei Jahre meines Lebens investiert habe. Aber natürlich ist er auf mancherlei Art und Weise gescheitert: Die Resonanz jenseits der Premiere war bei weitem nicht so groß, wie ich sie mir erhofft hatte. Aufgrund der ungewöhnlichen Länge ? 39 Minuten ? fällt der Film schon rein formell bei vielen Festivals aus dem Rahmen, weil er entweder zu kurz oder zu lang ist (wo doch in Wahrheit eine Geschichte immer genau so lang ist wie notwendig). Aber auch bei solchen Festivals, wo er den formellen Kriterien entsprach, fiel er oft aus dem Rahmen: Der Film hat ein ruhiges Tempo, keine schnellen Schnitte, keine technischen Tricks, und er erzählt eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte ? und damit lenkt er nicht marktschreierisch Aufmerksamkeit auf sich. Ich glaube nicht, dass eine Art des Geschichtenerzählens besser ist als die andere ? ich glaube nur, jede Art von Geschichte braucht ihre eigene Erzählweise, und die leisen Geschichten gehen gegen die lauten eben manchmal unter.
Natürlich beschäftigt sich der Film aber auch inhaltlich mit dem Scheitern ? immerhin geht es um eine gescheiterte Beziehung, die mit einer unpersönlichen Nachricht beendet wird. Aus seiner Verwirrung heraus entwickelt der Protagonist drei Vorhaben, die ihm helfen sollen, mit der Situation umzugehen: Natürlich allesamt unvernünftige Vorsätze, an denen er auch der Reihe nach scheitert. Und gerade dieses Scheitern hilft ihm, weiterzukommen: Das Nichtgelingen entwickelt sich zu etwas Positivem, und so kann die Geschichte auf einer versöhnlichen Note enden.
Ist "Schlaflos" also gescheitert? Das sollen andere entscheiden. Wenn ja, ergeben sich aus diesem Scheitern vielleicht, wie im Film selbst, neue Perspektiven. Vielleicht ist er auch nur bislang gescheitert, und wird dafür noch lange Zeit weiterleben?
Kommentar: Abschied per Video. So macht man das heute. Danach folgt die Lonely-Cowboy-Story mit der ganzen amerikanischen Sentimentalsoße. Und man muss halt englisch singen, damit es ja keiner versteht, am wenigsten die Angebettete. Aber dann, wenn sich das Gefühl ins Herz bahn bricht, dass kommt das wahre Leid, in eigener Sprache. Der Blues hat mehr mit Salzburg gemein als man glaubt. Hier pulst die Schwermut, die Sehnsucht aber auch die Erlösung.
Titel: SCHOSCHANA - Und ich? Ich bin eine Sabres.
Regie: Andreas Büttner
Genre: Dokumentar
Produktionsjahr: 2004/05
Produzent: Andreas Büttner
Länge(min): 80
Ansprechpartner: Andreas Büttner
Inhalt: Schoschana Segré-Beck erzählt aus Ihrem Leben zwischen Israel und Deutschland. Als Kulisse dienen verschiedene postkartenreife Ansichten Würzburgs
Warum gescheitert: vom ZDF abgelehnt, da das Thema nicht von allgemeinem Interesse sei
Kommentar: Schoschana´s Blick auf Deutschland hat etwas sehr versöhnendes. Direkt und frontal stellt sie sich ihrem Doppelleben zwischen Israel und Würzburg: ein wahres "Interview", ein Zwischenblick einer in Israel geborene, einer Sabres (Kaktusfeige), die inzwischen auch in Deutschland angewurzelt ist. Schade, dass die öffentlich-rechtlichen Sender so vernagelt sind. Mir ist das jüdische Leben hier in unserem Land in Meilenstiefeln entgegen geschritten. Gerne mehr davon.
Titel: Screenwalker
Regie: Michael Lutz
Genre: Satire
Produktionsjahr: 2006/07
Produzent: Michael Lutz
Länge(min): 26
Ansprechpartner: Michael Lutz
Inhalt: Während der Dreharbeiten zu »Lunch at McTiffy« verliebt sich der Filmstar Paul van Plemm in die Statistin L.A.X.19/64. Dies bleibt dem Co-Filmstar Charlotte Kenzo (bekannt aus »Breakfast at McTiffy«) nicht verborgen. Aus purer Bosheit versucht Kenzo, das Liebesglück von L.A.X.19/64 und van Plemm zu vereiteln.
Warum gescheitert: SCREENWALKER handelt von Schauspielern und Komparsen, die bereit sind, alles zu tun, um in einem Film mitwirken zu dürfen. Frei nach der Illusion: "Ich bin beim Film - also bin ich!" Sogar den Tod - und damit das ultimative Scheitern - nehmen sie für dieses Ziel in kauf.
Kommentar: Die sarkastische Frage, ob dieser Film vom Künstlerdienst finanziert wurde, stellt sich aus zweierlei Gründen nicht: Erstens ist das Thema zu nah an der Realität analysiert, zweitens ist er viel zu professionell umgesetzt. Gut gespielt und spannend erzählt. Er hat nur ein Fehler, und das ist der Grund, warum er wohl auf dem Markt scheitern wird. Er ist zu kurz. Man möchte mehr.
Titel: sechshundertviertausendachthundert sekunden
Regie: Veronika Wenger
Genre: Experimentalvideo
Produktionsjahr: 2007
Produzent: WEWA Film
Länge(min): 44
Ansprechpartner: Veronika Wenger
Inhalt: Trommelwirbel. Manege frei.
Zu sehen sind eine Sängerin und ein Mann, zwei sich Liebende auf einem Foto. Dann zerspringt die Realität in die Buntheit eines Zirkus.
Ein Lachen, ein Getränk, eine gemeinsame Nacht. Das ist alles was die Frau gibt, und das ist alles, dem der Mann nachläuft, im Bewusstsein es nicht mehr wieder zu finden, nicht auf den zahlreichen Bühnenfotos der Frau (Veronika Wenger), nicht auf der CD, die den Trommelwirbel wie einen rasenden Herzschlag durch den Film trägt, nicht in der Stadt, die vor der Suche des Mannes (Stefan Schessl) zur labyrinthähnlichen Bühnendekoration wird. Bunt eingefärbt ist das Scheitern dem man zuschaut, nicht dem Scheitern der Liebe, sondern dem Scheitern der Liebe vor dem Bild der Liebe.
Warum gescheitert: Diesmal scheitere nicht nur ich, sondern auch die Protagonisten meines Films. Bunt eingefärbt ist das Scheitern dem man zuschaut, nicht dem Scheitern der Liebe, sondern dem Scheitern der Liebe vor dem Bild der Liebe.
Inzwischen empfinde ich das Scheitern fast angenehmer als nicht zu scheitern. Es lebt sich amüsanter.
Kommentar: mit 604000 hat mit „letztes Jahr in Marienbad“ von Alain Resnais nicht nur die Location(Nymphenburg) gemein, sondern auch die mathematische Präzession jenes Kreisels, der mit den beiden zentrifugalen Enden die Unmöglichkeit einer seelischen Berührung beschreibt. 604000Sec sind genau 7 Tage. Solange hat der Meister von oben gebraucht Adam und Eva zu schaffen, um sie dann aus dem Paradies zu werfen. Ich habe die Trommelschläge gezählt, es fehlt genau einer, der letzte, jener bei dem sich die Schmetterlinge der Großstadt hätten treffen können.
Titel: So Confused
Regie: Zazou Röver
Genre: Thriller
Produktionsjahr: 2004
Produzent: proFOSI - Foundation Of Stupid Individuals
Länge(min): 3
Ansprechpartner: Zazou Röver
Inhalt: Der Kampf im Inneren einer Person, entweder wegzulaufen oder anzugreifen, scheitert und es bleibt nur die geistige Flucht in den Wahnsinn.
Warum gescheitert: Das Protagonisten-Ich scheitert am Konflikt und wird verrückt.
Kommentar: Wille und Vorstellung sind die Eltern der Tat. Aber auch das Zwillingspaar welches uns zerreißt, wenn wir aus unseren Kellerträume konfus erwachen und nicht wissen, welcher Welt wir mehr trauen können. Diese psychoanalytische Studie zeigt komprimiert den alten Mythos, weit vor Freud, Mohammed, Christus und Heraklit, von der Doppelwelt des Festen und Losem, und zwischendrin der Mensch, komplett confused.
Titel: Step into Darkness
Regie: Richard Marx
Genre: Drama
Produktionsjahr: 2004
Produzent: HMW-Cooperation
Länge(min): 10
Ansprechpartner: Richard Marx
Inhalt: Eine junge Frau merkt, dass ihr Freund, ein linker Terrorist, anstatt einer Bank ein ganzes Kaufhaus sprengen will! Ein Konflikt entsteht, in dem sie versucht, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Bei dem Streit um Recht und Unrecht, Sinn und Unsinn solcher Aktionen kommt es zur Eskalation. Und plötzlich wird die Wohnung gestürmt.
Warum gescheitert: Der Film zeigt Personen, die in ihrer Handlungsweise an ihren persönlichen Vorstellungen der Welt scheitern; da sie die wahren Verhältnisse nicht mehr richtig deuten können. Jeder hat für sich einen Blickwinkel der Realität geschaffen, aufgrund dessen sich die Protagonisten untereinander nicht mehr verstehen. Am Ende scheitern sie alle mit ihrem Leben an der Bombe.
In der Umsetzung krankt es überwiegend an den laienhaften Darstellern, die zwar ambitioniert, aber am Ende nicht überzeugend, die Geisteshaltungen ihrer Charaktere zum Ausdruck bringen. Das Drehbuch, welches weitgehend logisch konzipiert ist, weist aber erhebliche emotionale Schwächen auf. Bei mehreren kleinen Präsentationen zeigte sich, dass der Film seinem eigenem Anspruch nicht gerecht werden konnte, sämtliche Seiten zu Wort kommen zu lassen. Er bleibt am Ende ein ambitionierter, jugendlicher Versuch die RAF-Geschichte zu begreifen.
Kommentar: 2008 jährt sich 68 zum 40zigsten Male. So ist eine Reflexion über den darauffolgenden Terror der RAF und seiner Nachfolger von dem Gespann Marx/Henze aus der Sicht der heutigen Jugend ein sinnvoller Beitrag. Der Film will nicht erklären, pädagogisch Fingerzeigen oder sonst was, sondern nur äkschn(action) und die Lust daran bei uns wecken. Ich, als alter Hippie springe mal losgelöst vom Anti-Hollywood-Reflex von meinem Tellerrand und gestehe diesem Film zähneknirschend zu, dass er trotz oder gerade wegen der darstellerischen Schwächen durchaus zeitgemäß ist.
Titel: Streifen
Regie: Dave Lojek
Genre: Romanze / Poesiefilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Dave Lojek
Länge(min): 8
Ansprechpartner: Dave Lojek
Inhalt: Eine blonde Flaschenpostwerferin wird vom Poeten am Strand gesehen.
Er läßt sich von dieser Muse inspirieren, wird übermütig. Wie findet man sich?
Kleines Alltagsmärchen & Gitarrenmusik.
Warum gescheitert: Abgelehnt von diversen Kurzfilmfestivals ohne Begründung.
Kommentar: Hamburg deiner Schiffer Masten und die Deern mit dem winterweißen Haar, dann die Flaschenpost in die Elbe und die Sehnsucht strandet in der Theaterkantine. Ein Liebesfilm, spröde bis zum Hautauschlag, wie die Hamburger halt sind. Sehenswert.
Titel: Süße Versuchung
Regie: Richard Marx, Co: Ralf Henze
Genre: Märchen
Produktionsjahr: 2006
Produzent: HMW-Cooperation
Länge(min): 08
Ansprechpartner: Richard Marx
Inhalt: Es herrscht angespannte Stille beim Abendessen und hinterher soll Marie mal wieder den Tisch abräumen. Da hat sie nun wirklich überhaupt keine Lust drauf. Lieber würde sie noch eines dieser wunderschönen Bonbons essen. Zu dumm, dass der Vater diese hoch auf den Schrank gestellt hat. Als sie sich mit Stuhl und Gabel daran macht, tönt plötzlich eine Stimme aus einem Kochtopf.
Warum gescheitert: Marie scheitert daran, dass sie in ihrer Gier alles zu wollen am Ende alles wieder verliert. Einzig allein für die Zukunft hat sie daraus gelernt.
Kommentar: Sich einer Versuchung hinzugeben, birgt manche Überraschung. Und sei es, dass das Gewissen gemeine Haken schlägt. Nettes Kinder-Drama.
Titel: Süßstoff
Regie: Ines Schneider
Genre: Tragikomödie
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Ines Schneider
Länge(min): 4
Ansprechpartner: Ines Schneider
Inhalt: Das Geschäft läuft schleppend für zwei billige Nutten. Der Kirschlikör ist nur ein schwacher Trost und selbst in den Pfefferminzbonbons ist nur Süßstoff statt Zucker.
Warum gescheitert: Bei dem Wettbewerb mit dem Motto "Zucker - alles was süß ist", für den "Süßstoff" gedacht war, ist der Film gar nicht erst angenommen worden. Auch kein anderes Kurzfilmfestival wollte ihn zeigen. Alle Mitwirkenden wollen nicht mehr an das Filmchen erinnert werden und kurz nach den Dreharbeiten haben sich Stefan Daut (der Kamera-, Schnitt- und Tonmann) und ich (Ines Schneider, Buch und Regie) getrennt, nachdem wir über zehn Jahre lang ein Paar waren.
Kommentar: Zwei Zuckerschnecken am Strassenrand. Keine Kundschaft, aber viel Spass. Ein Kaugummi, ein Furz. Arbeitsalltag von Frauen, die nicht an der Kasse oder am Flussband sitzen wollen. Witzig auf den Punkt gebracht, dieses Hundeleben.
Titel: tantenterror featuring petra & Brigitte
Regie: Claire Walka, Eva Kietzmann
Genre: Experimental/Doku/Performance/Tagebuchfi
Produktionsjahr: 2005
Produzent: exfor- Institut für Existenzforschung, walka/kietz
Länge(min): 60
Ansprechpartner: Claire Walka
Inhalt: zwei Freundinnen Mitte 20, die eine aus Berlin, die andere aus Frankfurt, welchen Platz aktuelle und viel zitierte Frauen-(Zeitschriften-)Themen in ihrem Leben haben.
Mal lustig, mal ernst, sieht man die beiden im Umgang mit Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Norm.
Dabei tauchen viele Fragen auf:
Ist mein Leben noch zu retten? Wie ist die Frau von heute? Muss ich das ernst nehmen? Wann kann ich endlich wieder schlafen?
15 Kapitel à je ca zwei Minuten
Warum gescheitert: Der Film arbeitet mit Schlagwörtern zu derzeitigen gesellschaftlichen Idealen wie "Schönheit", "Erfolg", "Fitness", "Mode"... Wie man an diesen Idealen scheitern kann oder scheitern will zeigt dieser Film.
Kommentar: "Biester" von Claude Chabrol mag Pate gestanden haben an der fein entsponnenen an Zärtlichkeiten nicht geizenden Geschichte zweier filmenden Freundinnen (Claire Walka und Eva Kietzmann) die ihren Seh(n)süchte nur über bebilderte Selbstreflexionen Raum schaffen können. Jung sind sie, das verheimlichen sie nicht, naiv und trotzig gegen den Rest der Welt. Alles wird eingesogen, eingezogen, Gegenstand ihrer jungendlichen Weltbetrachtung. Ein zufälliger Ornameur im Busch, ein Rascheln hinter den Gedanken beim täglichen Abwasch lassen dem Zuschauer tiefe Blicke in die verschlungenen sexuellen Frühwarnsysteme einer alles in Frage stellenden Jugend. Zweifellos. Zweifellos sehenswert, trotz einiger Längen.
Titel: TANZ
Regie: beatemariapeters
Genre: Philosophischer Lyrik-Kunst-Kurzfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: devipahamburg
Länge(min): 12
Ansprechpartner: beatemariapeters
Inhalt: Philosophischer-Lyrik-Kunst-Kurzfilm um die Dualität im Menschen-Schöpfer und Zerstörer- dargestellt über das ambivalente Verhältnis zB zum Baum und als unendlicher Tanz der Natur
Warum gescheitert: In einer Zeit, wo Natur nur noch als Dekoration wahrgenommen wird, und zB das Fällen von Bäumen unreflektiert als wirtschaftliche Notwendigkeit akzeptiert wird, stellt sich die Frage, wieweit haben wir uns von der Natur und damit von uns selbst entfernt?Umweltbewußtsein setzt Selbstbewußtsein voraus.Ignoranz gegen die Diktatur der Wirtschaft und ein persönliches Komfortzonengefängniss aber läßt die Menschheit daran scheitern, sich als Teil der Natur zu empfinden und damit zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Kommentar: Der Wald, Heimstadt der Götter und Gnome, der Zwerge und Elfen. Doch der Germanen liebstes Kind, schlägt nun gnadenlos zurück. Könnte doch ein Wahlspruch Al Gores lauten: So wie du in den Wald hineinrufst, so hallt es zurück. Eine ästhetisch ausgefeilte Parabel auf das Gute und Böse allen Werdens.
Titel: the XTC of Gold
Regie: Paul Wiersbinski
Genre: Experimentalfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Paul Wiersbinski
Länge(min): 30
Ansprechpartner: Paul Wiersbinski
Inhalt: Bei „The XTC of Gold“ handelt es sich weder um eine theatrale Inszenierung noch um einen Film im klassisch narrativen Sinn. Die Arbeit beruht auf Improvisationen und performativen Elementen, die als Probensituation direkt von zwei Kameras dokumentiert wurden. Inhaltlich wird auf die gängigen Motive (Schatzsuche, Gewalt, Freiheit) und Kostümierung von Piratenfilmen zurückgegriffen, um Begriffe von Unfug, Anarchie und Gier zu untersuchen.
Warum gescheitert: Das Video wurde bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland eingereicht, jedoch ueberall abgelehnt. Durch einen Freund wurde eine einmalige Präsentation in Bremen bei einem Theaterfestival ermöglicht. Allerdings lief die Arbeit hier als "Installation" auf einem Fernseher unter einer Treppe, so dass ihn kaum jemand der ohnehin wenigen Besucher zu Gesicht bekommen haben wird. Die schiere Länge der Arbeit dürfte bei der Aussortierung eine entscheidende Rolle gespielt haben. Außerdem wird auch die scheinbar zusammenhangslose Form von Idiotie und Nonsens, sowie der theatrale Charakter der Arbeit den hauptsächlich narrativ ausgerichteten Kriterien herkömmlicher Spielfilme nicht entsprochen haben. Dabei sind diese beiden Elemente die zentralen Bausteine der Atmosphäre und Aussage des Videos. Destruktive und ernsthafte Stupidität scheint neben dem leicht verdaulichen und oberflächlichen Quatsch herkömmlicher Filmfestivals keinen Platz zu haben.
Kommentar: Es beginnt mit einer Bild- und Tonrückkopplung. Das Pfeifen bleibt auch während der intelligent erzählten und sozialkritischen Metaphorik. Die Parallelerzählung funktioniert hervorragend, wird aber durch die Tortour des Tonmartyriums schwer relativiert. Lautsensibelchen sollten Ohropax mitbringen.
Titel: TraumJoseph
Regie: Henrik Dören
Genre: Kunst-Film
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Henrik Dören
Länge(min): 17
Ansprechpartner: Henrik Dören
Inhalt: Ein personifizierter Traum sucht sich selbst und durchschreitet dabei mystische Fraktale der Selbstreflektion. Hierbei beleuchtet er auch seine Position innerhalb der Gesellschaft und die Gründe, warum man ihn als Fehlschlag betrachtet. Im Kontakt mit Magie und umgeben von Gefährten und Widersachern erlangt er jedoch letztendlich die Transzendenz seiner selbst.
Warum gescheitert: Gescheitert vielleicht daher, da er, obwohl schon über drei Jahre alt, noch nie öffentlich gezeigt wurde. Wird er es jedoch nun, kommen wir zum vielleicht noch viel wichtigeren Grund, warum er so gut zum Festival des gescheiterten Films passt: Er behandelt nämlich das
Thema Scheitern und dies intensivst :-)
Kommentar: Henrik Dören ist Handwerker. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er malt seine Titel, seine Bilder, greift selbst zur Gitarre. Er ist der ewige Sinnsucher. Im Schnee, als Narr, als Hermann Hesses Sohn. Dörens Bilderrätsel sind ungewohnt, sie umkreisen immer das Zentrum seines Schaffen: der negrophile Punkfilm. Hadestaucher, Himmelstöter oder Prophet. Aber immer steht Fassbinder im Schatten. Gebt ihm mal ne Arriflex in die Hand, dann werden wir staunen.
Titel: U.F.O.s above Berlin
Regie: Geoff Montgomery
Genre: SciFiAction
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Björn Gerling, Caro Seider
Länge(min): 12
Ansprechpartner: Sven Johannssen
Inhalt: ?People are acting weird, Mr. President!?
Warum gescheitert: Das meint die FBW- Jury zu ?U.F.O.s above Berlin?:
Kommentar: Ein unbekanntes Flugobjekt(Ufo) über Berlin könnte zynisch betrachtet Amors Pfeil sein. Fremde Wesen bedrohen uns ja immer wieder, tagtäglich, Allabendlich. Und der Präsident ist in einer anderen Welt. Wer oder was rettet uns? Wer gibt der Liebe ein Asyl? Der englischen Fassung Mal ungeachtet finden wir eine nettes verspieltes Set vor uns. Gut und verstörend eingesetzt.
Titel: Unbekannt verzogen
Regie: Claire Walka
Genre: Experimetal
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Claire Walka, Zuchtfilmkollektiv
Länge(min): 6
Ansprechpartner: Claire Walka
Inhalt: Passanten streifen vorbei, in ihren Wortfetzen spiegelt sie für Marie ihr eigener leeren Alltag. Immer wieder durchbricht ihre Erinnerung das "ganz normale Leben". In ihrer Vergangenheit verfangen verharrt Marie in ihrerTrostlosigkeit obwohl ein Schritt nach vorne unvermeidlich ist.
Warum gescheitert: Marie scheitert bei dem Versuch, die Vergangenheit zurückzuholen, aber auch loslassen kann sie nicht. Ein Ausweg aus dem Scheitern kann aber nur durch einen Neuanfang gefunden werden.
Kommentar: Mit einem privaten Blick, der Ausschnitt der Welt im eigentlichem Sinne und dem Mut fremden Leuten fremde Texte in und auf den Mund zu legen, zeigt Claire Walka wie ihr subjektiver Diskurs über den Sinn und Unsinn des Lebens am besten durch Veränderung vorangebracht werden kann. Die Bilder die sie dabei findet sind subtil und verletzend zugleich. Der Drachen fliegt, der Pulli zurück...Unbekannt verzogen. Einfach neu anfangen...
Titel: UNGEBROCHEN
Regie: Jolanka Höhn
Genre: Doku
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Jolanka Höhn
Länge(min): 6
Ansprechpartner: Jolanka Höhn
Inhalt: Wolfgang ist Mitte 50 und wuchs in der ehemaligen DDR auf.
Er studierte Außenhandel in Berlin und arbeitete nach seinem Diplom 17 Jahre bei TechnoCommerz, einem Betrieb für den Handel mit Maschinen für die Zulieferindustrie.
Zum Zeitpunkt des Mauerfalls muss sich Wolfgang völlig neu orientieren und lernt um auf Versicherungsfachmann. Erst angestellt für eine deutsche Versicherung, dann selbständig tätig, kann er für sich und seine Familie ein paar Jahre lang sorgen. Als die eigene Firma insolvent geht, kann er nur noch unregelmäßig bei verschiedenen Firmen Jobs finden, eine feste Anstellung jedoch nicht.
2001 sieht er keine andere Möglichkeit mehr, wieder allein auf die Beine zu kommen und sucht erstmalig das Arbeitsamt auf. Sein Arbeitsvermittler bietet ihm erst 2005 einen Ein-Euro-Job in einer Berliner Schulbibliothek an, den er mit Freude annimmt. Die Arbeit mit den Kindern und der Kontakt zu Kollegen ermöglichen es ihm, sich wieder als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu fühlen.
Trotz der einschneidenden Erlebnisse - dem Mauerfall und den daraus folgenden Veränderungen auf sein Leben sowie den Widrigkeiten, die die neue Situation mit sich brachte, scheint Wolfgang den Lebensmut nicht verloren zu haben. Siebzehn Jahre nach der Wiedervereinigung zeichnet das Porträt ein sehr persönliches Bild seines Lebens.
Warum gescheitert: 1 siehe Inhalt des Films: Gemessen an gesellschaftlichen Ansprüchen scheiterte der Protagonist nach der Wende.
2 "Ungebrochen" war ursprünglich mein Bewerbungsfilm für das Produktionsstudium an der dffb. Hat leider nicht
Kommentar: Ein Film übers Scheitern, übers Weitermachen. Ein Film für unser Festival...
Titel: Vlado Kristl - Ich bin ein Mensch-Versuch
Regie: Johanna Pauline Maier / Markus Nechleba
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: weekend film / pickpocket production
Länge(min): 87
Ansprechpartner: Markus Nechleba
Inhalt: Vlado Kristl (1922-2004): kroatischer Filmemacher, Maler und Lyriker, zeitlebens mißverstanden als Experimentalfilmer und Anarchist. Das Genie des Jungen Deutschen Films. Poetischer Freiheitskämpfer, Zertrümmerer und Erfinder des Kinos. Der Film zeigt ihn während seiner letzten zwei Lebensjahre in München. Künstlerische Arbeit und Leben sind untrennbar eins: der (scheiternde) Versuch, radikale Freiheit zu schaffen.
Warum gescheitert: Siehe Synopsis. Alles, was wirklich die Verhältnisse verändern würde, muss scheitern.
Kommentar: "Ich habe die ganze Welt gegen mich aufgebaut - das ist die Kunst - ein Versuchsmensch zu sein." Technische Mittel zu verneinen und den undeutlichen Ton als Stilmittel zu erklären, zeugt schon von einer gewissen Verstiegenheit. Aber das zu zeigen, ist Absicht dieses Filmes. Der Maler und Filmemacher Vlado Kristl sitzt in seinem Raum, der nur von seinen Bildern begrenzt ist. Es ist sein kleines Gegenuniversum, nur ein Fenster, drahtversponnen, aus dem heraus er sein gescheitertes Weltbild in den erkalteten Kosmos schleudert. Das Ich, die Kunst der Antimaterie, das schwarze Loch in der sich alle festen Gedanken verlieren. Ja, solche Künstler hat es gegeben und Galeristen wie Klaus Lea ist Dank geschuldet, für solche Lebensentwürfe einen Raum, einen Unraum, eine Utopie bereitzustellen. Diese phychologisch geschickt inszenierte Doku ist ein Gang in den Hades, eine Hymne auf das letzte Informell, auf das Flüssige, auf das rein Mensch sein. "Das Material gibt die Idee".
Titel: Von Dogma bis Dogville - Dont try this at home
Regie: Matthias Maaß
Genre: Dokumentation
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Matthias Maaß
Länge(min): 65
Ansprechpartner: Matthias Maaß
Inhalt: Die Top-Kameramänner Robby Müller, Anthony Dod Mantle und Benedict Neuenfels, erzählen von ihren Schwierigkeiten Amateurkameras im szenischen Kinofilm einzusetzen. Alle wurden zuerst von der gesamten Branche - teilweise weltweit - verhöhnt obwohl Filme wie ?Das Fest? mehrfach ausgezeichnet und zum Kultfilm wurden. Durch das mangelnde Verständnis auf Produktionsseite für die Besonderheiten der Technik, fühlen sich aber teilweise auch die Kameramänner selber in ihrer Arbeit gescheitert. Es wird klar, welcher Aufwand neben dem künstlerischen Ansatz nötig ist, um eben nicht zu scheitern.
Warum gescheitert: Abgelehnt von Filmfestivals wie Berlin, Houston etc., Fernsehsender wie SWR und Arte, sowie von der Filmförderung auf Antrag für eine Vertriebsförderung. Regisseur Matthias Maaß hat selber als Kameramann den Film "Zoe" gedreht, der zwar auf dem Münchener Filmfestival 1999 den Preis für den besten Nachwuchsregisseur bekam, aufgrund von Streitigkeiten zwischen der Produktion und dem ZDF wurde allerdings die Kinoauswertung durch einen frühen Sendetermin ruiniert. Gleichzeitig wurde ein unautorisiertes Sendeband erstellt, das jede Stimmung in dem Film zerstörte und damit auch die Karriere des Kameramannes quasi beendete. Der Dokumentarfilm arbeitet dieses Trauma im Gespräch mit den erfolgreichen Kollegen auf und stellt fest, auch diese sind dem großen Scheitern oft sehr nah gewesen...
Kommentar: Ein wichtiger Beitrag zum Thema digitaler Film. Ein Bonmon für jeden Filmemacher!
Titel: Von Einem Der Auszog...
Regie: Milos Karalic / Sebastian Heinzel
Genre: Mockumentary
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Milos Karalic / Sebastian Heinzel
Länge(min): 32
Ansprechpartner: Milos Karalic
Inhalt: Zwei Wochen lang begleitet ein unabhängiges Filmteam einen jungen Aussteiger, der nach eigenen Angaben seit vier Jahren im Wald lebt. Die jungen Filmemacher wollen dem Mysterium seines Lebensexperiments auf den Grund gehen, stoßen aber bei dem schrulligen Mann im grünen Overall nicht nur auf einen schwierigen Interviewpartner, sondern ebenfalls an die Grenzen des dokumentarischen Filmemachens.
Warum gescheitert: Eine Fake-Doku, bei der der Fake ziemlich unspektakulär und überhaupt nicht herausgearbeitet ist. Kein Aha-Effekt. Keiner will den Film zeigen, keiner wird ihn je sehen.
Kommentar: Auf der Suche nach den Waldmenschen. Auf der Suche nach dem Besonderen. Auf der Suche nach dem ultimativen Stoff. Immer auf der Suche, wir Stadthasen. Nein, der Waldmensch ist kein Aussteiger, er hat nur seine Ruhe gefunden. Und die sollte man ihm lassen.
Titel: Weihnachten im Juni
Regie: ulla berlin
Genre: Unsauberer Dogmafilm
Produktionsjahr: 2001
Länge(min): 90
Ansprechpartner: ulla berlin
Inhalt: Eine bekloppte Mutter lädt ihre zwei erwachsenen Söhne im Juni zum Weihnachtsfest ein. Der alternativ wirkende Sebastian kommt mit seiner türkischen Freundin Laila angereist. Der jüngere Bruder Hannes dagegen wirkt zuerst in seinem Z 3 wie der geborene New-Age-Gewinner. Es gibt Suppe, die es gesalzen hat: im Verlauf des Abends sickert immer mehr durch, daß die einzige Tochter Simone erschossen wurde. Alle Verdächtigen den Schwager Berthold, der es aber nicht gewesen sein kann. Wer dann? Der Film besticht durch seine hohe Emotionalität gerade der männlichen Darsteller und verblüfft durch seine außergewöhnlichen mehrfach überlagernden schnellen Schnittweise. "Auch die Kühe kommen neurotisch rüber," kommentiert ein Betrachter diesen außergewöhnlichen Film. Die Verfließung zwischen Real- und Spielfilm ist spindelerregend: Es findet keine Unterscheidung statt, es wurden sowohl dokumentarische Sequenzen verwendet als auch Spielfilmszenen gedreht und miteinander / ineinander geschnitten. Der Film wurde in nur 13 Tagen realisiert. Die Weihnachtslieder von Marlene Dietrich wie "Glocken läuten" z.B. setzt der makaberen emotionalen Ebene dieses für Deutschland sehr außergewöhnlichen mutigen Film das Sahnehäubchen auf! - Gerade in der Vorweihnachtszeit der ideale Alternativ-Weihnachtsfilm!!!
Warum gescheitert: keine zeit mich um die weiterverwertung zu kümmern, 20 kopien an kommunale kinos, die unbeantwortet blieben, an german films gegeben - fanden sie gut, festival genannt zur einreichung, wieder nicht zur einreichung gekommen...
Kommentar: Eine Geschichte ist geschichtete Wirklichkeit. Selten fein säuberlich übereinander für den Wäscheschrank vorsortiert, oft wie Erdkrusten aufgeworfen, bruchstückhaft, vulkanisch erosiert. Was ein hochdotierter Tatort-Regisseur oft vergeblich versucht, ist Ulla Berlin gelungen: in jedem Moment dieses Krimis den Anfang, das Ende und alle anderen Möglichkeiten gleichzeitig zu zeigen. Immer meint man die Geschichte zu kennen, ist dennoch höchst verwirrt und irritiert am Schluss, über alle Zweifel verstiegen, zu erkennen, ja den Film kannte ich. Weihnachten im Juni ist der Titel, zurecht. Das einzige was fehlte war der Schnee. Ein gekonnt unsauber geschichtetes Dogma-Kalkül.
Titel: Wenn der Mond platzt
Regie: Roland Winterstein
Genre: Fiction/Experimental/Defocussion
Produktionsjahr: 2006/07
Produzent: left of centre films & echtzeit entertainment
Länge(min): 60
Ansprechpartner: Roland Winterstein
Inhalt: siehe bitte: www.wenndermondplatzt.de
Warum gescheitert: Menschen scheitern in diesem Film manchmal beinahe in ihrem Lebensstrudeln, scheitern aber nicht an ihren unbedingten Lebenwillen und dem trotzig starken Festhalten an ihren Träumen von Glück, Weite und Verstandensein. Manchmal wünschte man sich, man könnte das Leben scharfstellen. Und alles wäre so klar und eindeutig. Ist es aber nicht.Ist es niemals ...
Kommentar: Defocussierung wird sich als Stilmittel ähnlich wie "die subjektive Kamera versus objektiver Realität" gegen allen "mainstream Dogma-Taumel" durchsetzten. Wenn Roland Winterstein der Mut nicht schwindet und er die gewöhnungsbedürftige, weil radikale Bildästhetik weiterverfolgt, dann müssen wir uns den Namen schnell merken, bevor er in der unscharfen Neomanie der alles schnellverschlingenden Aftermodernen verschwindet.
Wir folgen der Geschichte als eines langsam Erblindenden. Die stetig zunehmende Unschärfe der Bilder fordert unseren Verstand bis an seinen naturverhafteten Grenzen, den Inhalt auf eine Minimalsinn zu kompilieren. Eine echte Alternative zu dem Kontrast- und Schärfefetischismus unseres TV-Pseudo-Realismusses. Wenn auch schmerzhaft, gerne mehr.
Titel: Wer zuerst lacht
Regie: Daniel Petersen
Genre: Mafiawestern
Produktionsjahr: 2001/02
Produzent: Daniel Petersen
Länge(min): 25
Ansprechpartner: Daniel Petersen
Inhalt: Ein auserwählter Schüler (Marek Harloff) betritt das Reich eines Meisters (Mehmet Kurtulus), der ihn in der Meisterschaft der unterschwelligen Menschenführung unterrichtet, die andere Leute im Glauben, es sei ihr eigener Wille, allerlei niedere und dumme Sachen veranstalten lässt. Im Zuge der Ausbildung findet der Schüler Gefallen an seinen erwachenden Fähigkeiten, und der Meister muss erkennen, dass in der Tat nur die Vielversprechenden es wert sind, in seine Obhut geschickt zu werden. Einige Blechschäden, entmannte Polizisten und hypermaskuline Himmelfahrtskommandos später, muss als praktische Prüfung ein direktes Duell über den Erfolg der Ausbildung entscheiden. - Ein Mafiawestern, eine Parabel ohne Moral sowie ein gerade noch surreales Konzentrat der Wirklichkeit.
Warum gescheitert: Keine Ahnung. Jedenfalls wollte kein Sender, kein Festival, kein Kino den zeigen (rühmliche Ausnahmen: Max Ophüls-Fest 2003, Zeise Hamburg 2006). Zweimal Prädikat verweigert. Gründe: Schwarzweiß? Zu lang? Zu verquer? (Und dann noch doppelt gescheitert: bei euch Einreichung verpasst. Naja, fürs nächste Mal.) DVD folgt bald.
Kommentar: In einer Gesellschaft, in der „naiv“ mit „dumm“ gleichgesetzt wird, die Elite mentalen Machtmissbrauch professionalisiert, brauchen wir lernbeflissene Schüler der subversiven Gemeinheiten, die ihrem Ego den berechtigten Raum lassen. Es lebe der Alphamensch. Es lebe das Supermarkt-Kundalini. Das Kreditkarten-Chakra zwischen den hochgezogenen Augenbrauen es genialen Jünglings
Titel: What about Don Quichotte?
Regie: Falko Seidel
Genre: Stummfilm
Produktionsjahr: 2005/2006
Produzent: Falko Seidel
Länge(min): 08
Ansprechpartner: Falko Seidel
Inhalt: Don Quichotte und sein Knappe Sancho Pansa reiten durch Brüssel, um eine vermisste Prinzessin zu finden. Als Don die vermeintliche Dame im Park gefunden zu haben glaubt, hegt Sancho Zweifel. Es kommt zu einer Begegnung zweier Menschen, die in völlig unterschiedlichen Welten leben.
Der Klassiker von Cervantes wird in die Gegenwart versetzt und in eine filmische Form gebracht.
Warum gescheitert: Der Film ist vor allem formal gescheitert. Viele Festivaljuries fanden ihn zwar originell aber wollten ihn nicht in ihr Programm aufnehmen, da er zu sehr aus dem Rahmen fällt, was Aufnahmetechnik (Super8), Bildästhetik (ein verwaschenes Schwarz-Weiß) und Erzählweise(Stummfilm) angeht.Ich bin natürlich der Ansicht, dass es keine bessere Ästhetik gibt, um die Story zu transportieren. Da der Film auch nicht vollständig einer Stummfilmästhetik der 20er Jahre entspricht(denn die drehten ja schon auf 35mm) passt er in keine Schublade und kann allgemeine Publikumserwartungen nicht erfüllen.
Kommentar: Das Thema des Mühlenstürmers Don Quichotte ist der Grundton jeden Scheiterns. Der medienverblendete Held von Falko Seidel braucht keine Mühlen, keine Mancha und vor allem keine Pferde. Ihm reicht der städtische Park und ein Besenstiel, um seiner Dulcinea, einer Nutte aus der Nachbarschaft seine Aufwartung zu machen. Die imitierte Patina eines sehr, sehr alten Filmes ist hier nur konsequent. Ersetzt man nun noch die Mühlen mit kleinen TV´s, dann ist der Spaß perfekt.
Titel: Yksinäinen Mies (einsamer Mann)
Regie: Lars Henze
Genre: Drama
Produktionsjahr: 2007
Produzent: HMW Cooperation
Länge(min): 7
Ansprechpartner: Lars Henze
Inhalt: Ein einsamer Mann: keine Freunde, keine Bekannten, keine Kontakte. Sein einziger Gesprächspartner: er selbst. Allein und verlassen dreht er seine Runden durch die Stadt. Von niemandem beachtet, von keinem geliebt. Doch in der Disco am Abend nimmt er sich vor, endlich jemanden kennen zu lernen. Wird es seine Rettung oder sein Untergang sein?
Warum gescheitert: Der Film stellt das Scheitern eines Mannes dar, dem, gefangen in seiner Einsamkeit, die Fähigkeit zur Kommunikation und Sozialisation abhanden gekommen ist. Da es trotz seiner Bemühungen keinen Ausweg aus dieser Situation gibt, führt sein letzter Weg über eine Flussbrücke, wo er sein Schicksal besiegelt.
Kommentar: Ein brauner Fluss fließt durch den weißen Schnee. Einsamer Mann, gen Westen, in den Schneessturm, in den Suff. Und wieder Heim, ins leere Heim. Man könnte auswandern...
Titel: You´ll never walk alone
Regie: Anna-Carolin Weber mit Tobias Kopka
Genre: Tanzfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Anna-Carolin Weber mit Tobias Kopka
Länge(min): 05
Ansprechpartner: Anna-Carolin Weber
Inhalt: Zwei junge Frauen verwandeln tanzend eine Skulptur in ein Fußballfeld
Warum gescheitert: Ein Tanzfilm als offizieller Wettbewerbsbeitrag zu Sönke Wortmanns 48-Stunden Kurzfilmwettbewerb zu Fußball-WM in Deutschland 2006 schien für die beurteilende Jury unzumutbar. Kommentar vor Publikum:
"Also damit konnten wir ja gar nix anfangen...aber interessanter Drehort...erklärt mir mal den Film"
Kommentar: In der Arena steht, liegt, sitzt, leidet die Frau. Ein verletzter Fußball wird zum Spielball zwischen zwei tanzenden Gegnerinnen. Sportzombies. Es bleibt nur scheinbar ein Spiel.
Titel: Zelten verboten!
Regie: Bernd Schneid
Genre: (Not-)COMING-OF-AGE
Produktionsjahr: 2006
Produzent: EL Produktionen
Länge(min): 94
Ansprechpartner: Chris Lehnemann
Inhalt: Daß Stille auch erfahrbar ist, spüren vier vor der Welt Flüchtende auf der Suche nach Privatspähre. Ob eine Berghütte der richtige Ort ist, um Vergangenes hinter sich zu lassen? Draußen liegt ein weißes Nichts, das die Erfahrungsgrenze markiert ... und wenn der Neuanfang zu scheitern droht, wenn nur noch billige Spaßmacher weiterhelfen, dann bleibt am nächsten Morgen die Kälte im Kopf. Und keiner holt dich ab. Oder doch?
Warum gescheitert: Nachdem sich der Regisseur, sowie die Schauspieler auf unzähligen Filmhochschulen und Schauspielschulen beworben hatten, aber nie genommen wurden, beschlossen sie, selbst einen 90-Minuten-Film zu drehen - mit der Aussicht auf Erfolg. Die Produktion verlief mit Omas, die einfach während des Drehs gestorben sind, über die berühmte Kälte, die uns fast das Equipment und Blutkreislauf eingefroren hätte. Mikrofonkatzen, die ins Bild hängen nicht zu vergessen. Letztlich wollte den Film weder ein Filmfestival, noch Freunde und Bekannte für sich begeistern. Tja. Aber das Scheitern, einen Film gemacht zu haben, ist dann auch schon wieder was. Scheitern kann eben doch auch Spaß machen. Wie sagt schon der alte chinesische Mönch Lau-Pei-Tu: Es ist besser, es versucht zu haben, und zu verlieren, als es nie versucht zu haben. Das nämlich ist der Tod.
Kommentar: Zelten Verboten, meint lieben verboten, oder meint, dass die erste Liebe frisch aus der Pubertät Stolpersteine auf den Pfaden der ersten Erfahrungen birgt und die Annäherung ans andere Universum schwer erkämpft werden muss. Gut, dass es den guten alten Amor mit seinen in Vodka getränkten Pfeilen gibt. Da kommt zusammen, was zusammen gehört oder macht blind für den schlechten Charakter seines Partners. Diese technisch teilweise gewöhnungsbedürftige Produktion brilliert durch die laienhafte Darstellung und wird für jene Teenis, die angenervt von einer berliner Produktion ähnlichen Inhalts(Verliebt in...) sind, zu einem willlbekommenen Leckerli ,sprich Alternative.
Titel: Zwei Schicksale oder Eine kleine Königstragödie
Regie: Lothar Warneke †
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 1992/1993
Produzent: Peter Gärtner
Länge(min): 77
Ansprechpartner: Peter Gärtner
Inhalt: Dies ist ein Dokumentarfilm über zwei alte Herren,hochbetagte Kontrahenten, die sich nie in ihrem Leben begegnet sind, sich nie gesehen haben, und die sich doch in einer spannungsvollen Wechselbeziehung zueinander befinden. Einer von den beiden ist der 87jährige Filmregisseur Richard G., der in den 60er Jahren bei der DEFA in Babelsberg einen Spielfilm gedreht hat, dem die Originalakten der Kriminalpolizei über einen unverschämten Optikschieber zugrunde lagen, der von den Zollbehörden Ost und West gleichermaßen gesucht, aber nie gefunden wurde. Der andere ist eben jener Schmuggler, der als Multimillionär und Autokönig von Mallorca überall bekannt geworden ist.
Warum gescheitert: Der Film wurde frei produziert und anschließend mehreren öffentlich-rechtlichen Sendern angeboten . Leider erfolglos !
Kommentar: Groschopp kam zu Trickfilm aus Geiz oder Armut. Schützendorf war schon als 14jähriger auf dem besten Wege seiner kriminellen Karriere. Der Westler also wurde vermögend und hat sich seinen Jugendtraum auf Mallorca erfüllt, der andere blieb im Osten und wurde Filmemacher.
Zwei Wege, zwei Richtungen, verbunden durch Ihr Schicksal.
Ich werde immer gefragt, warum machst du dieses selbstlose Festival. Lieber Herr Groschopp, Danke für den Rückenwind, und lieber Herr Lothar Warneke, egal in welchem Himmel Sie sich gerade aufhalten, möge ihr jetziger Chef eine Kamera für Sie bereit halten. Denn Sie haben mit Ihrem Film einen zentralen innerdeutschen Konflikt auf den Punkt gebracht, wie kein Anderer.