alle Filme der 3.Staffel sortiert nach Titeln
Titel: 2
Regie: philipp hirsch
Genre: versuch
Produktionsjahr: 2007
Produzent: philipp hirsch
Länge(min): 3
Ansprechpartner: philipp hirsch
Inhalt: Ein bauarbeiter auf der Suche und ein Hund beim Spiel. durch uebliches (aber recht freies) Filmen und Editieren sollten kurze, schluessige und vor allem abgeschlossene "Filmdinger" entstehen. So weit sollte es nicht kommen.
Warum gescheitert: der grund des scheiterns liegt hauptsaechlich in meiner zunehmenden ratlosigkeit gegenueber der frage:
in welchem stadium seiner fertigstellung befindet sich eigentlich der film bzw. befinden sich seine fragmente?
so kam es letztendlich rasch zur stagnation.
durch die existenz eines "festivals des gescheiterten filmes" kann ich mich nun bestens damit anfreunden, das seit zwei jahren liegende material als vollendet zu definieren - vollendet gescheitert. das ist der laengst faellige abschluss. und so umgehe ich hoffentlich auch die option, mich zukuenftig nochmals an dem material zu versuchen.
Kommentar: Ein Mann, nicht 2, betritt den Fahrstuhl. Das war´s. Er befindet sich, wie der Film, auf einem leeren Blatt Papier. Nur eine Hand, eine Idee hat Spuren verkratzter Tinte hinterlassen. Wir zerknüllen das Papier und werfen es aus dem Fenster. Ein Hund jagt es im Spiel. Und wir beginnen von vorne. Mit einer Geschichte.
Titel: 2LOVE.NET
Regie: Vera Göpfert, Dave Lojek
Genre: Realsatire
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Dave Lojek
Länge(min): 30
Ansprechpartner: Dave Lojek
Inhalt: Realsatire über ein Paar, das sich durch eine Online-Partnerbörse findet.
Gabi schreibt ihre Geschichte als Dankesbrief an die Vermittler.
Gabi und Harald mögen ein ungleiches Gespann sein, aber ihre Liebe ist ...echt!
Warum gescheitert: Von diversen Filmfestivals abgelehnt ohne Begründung.
Der Film behandelt nebenher auch das Scheitern der Erwartung und bleibt teilweise rätselhaft.
Kommentar: Was sich schreibt, das neckt sich. Die wolrd wide wiese ist ein Hausfischbecken für Amors Pfeile.
Titel: AUSWÄRTSSPIEL
Regie: Martin Bieri und Corina Schwingruber
Genre: (Mo-,)Documetary
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Corina Schwingruber
Länge(min): 16
Ansprechpartner: Corina Schwingruber
Inhalt: Fußball ist überall. Es scheint die Hauptmythologie unserer Zeiten zu sein. Der Held ist der Sieger. Aber das ist eine Lüge. Das am meisten Anwesende im Fußball ist nicht Sieg, sondern die Niederlage. Sieg kommt durch die Kraft der Gewalt. Kann Misserfolg deshalb eine Tat des Widerstands sein? "AUSWÄRTSSPIEL" erzählt die Geschichte einer Gruppe von Leuten, die eine Fußballmannschaft sein wollen. Eine Reise nach Sizilien soll dies testen. Sie unterwerfen sich den Gesetzen des Spiels. Das heisst: Sie versuchen es. Aber werden sie es schaffen?
Warum gescheitert: Die Mannschaft selber ist gescheitert. Wir gingen nach Sizilien um eine Fussballmannschaft zu spielen, um zu verlieren, da niemand von uns richtig spielen kann. Jeder glaubte, mit dem Scheitern umgehen zu können, doch es kam anders raus...
Kommentar: Fußball ist ein Spiel. Ein Spiel zwischen Gewinnen und Verlieren. Beides ist möglich und bedingt einander. Die schwyzer Damen waren recht mutig ihre fußballerischen Künste gerade bei den Sizilianer auszuprobieren. Die Idee ist mehr als eine europäische Handreichung, sie ist der Nachahmung würdig.
Titel: Bauer, Vater & Sohn
Regie: Piotr J. Lewandowski
Genre: Familienfilm/Kurzspielfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Celine Burgy
Länge(min): 12
Ansprechpartner: Piotr J. Lewandowski
Inhalt: 'Bauer, Vater & Sohn' erzählt die Geschichte des kleinen 'Landgasthofs Bauer', der schon bessere Zeiten gesehen hat. Ludwig Bauer führt das Haus nach wie vor mit viel Liebe seine Angestellten und die wenigen Gäste.
Wesentlich schlechter ist sein Verhältnis zu seiner eigentlichen Familie. Die hat wenig Sinn für Sentimentales, würde das Hotel lieber verkaufen und Ludwig Bauer stattdessen in der ?Seniorenresidenz Herbstglück? einquartieren. Rettung kommt aus unerwarteter Richtung und erfordert ein gewisses Umdenken, doch schwierige Zeiten fordern nun mal unkonventionelle Lösungen...
Warum gescheitert: Mein Dozent fand diesen Film katastrophal, im Gegensatz zum Publikum während der Präsentation. Ihn hat das nicht von seiner Meinung abrücken lassen und mich darin bestärkt, jetzt erst recht weiter zu machen.
Kommentar: Mächtig, schweigsam und sagenhaft reich“ steht in der Zeitung, die der alte Hotelier liest, um festzustellen das damit später nach einem Kampf mit dem Sohn um das Anwesen der helfende Engel, sprich seine Angestellte gemeint ist. Welch Unternehmer wäre nicht dankbar, um solch loyale Mitarbeiter.
Titel: Classical Creatures I - Freund und Feind
Regie: Detlef R. Kerkau
Genre: Fantasy
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Detlef R. Kerkau
Länge(min): 101
Ansprechpartner: Detlef R. Kerkau
Inhalt: Im Cyberspace existiert einer Welt, die vom Economy-Faschismus geprägt ist. Arme werden zu Monstern und per Gesetze mehr und mehr unterdrückt ("Ab sofort ist es den Monsten verboten Monster zu sein"). Sie werden verfolgt und müssen sich nicht nur gegen den Staat sondern auch gegen Aliens wehren. Zudem trägt sie die Hoffnung, einen Weg zu finden, sich von Gottes Fluch zu erlösen. Die Classical Creatures Saga wird in drei Spielfilmen erzählt, wovon dieser der Erste ist.
Warum gescheitert: Ich habe den Film mehreren Fensehsendern und Filmfestivals angeboten. Alle Bescheide waren ablehnend mit der Begründung: Für dieses neue Format (Bitfilm) bestände kein Interesse. Der Film selbst reflektiert eine gescheiterte Gesellschaft der Moderne - die voller Gewalt und Widersprüche steckt. Eigentlich ist alles gescheitert: Die internationel imperialistische Kriegspolitik von Lügnern - die in einem fürchterlichen Attentat mündet - das widerum als Argument für weitere Kriegsgelüste dient. Der Film spricht das Scheitern der Sozialpolitik an, die auf Verarmung-Entrechtung und Verknechtung weiter Teile der Bevölkerung zielt. Dies führt dahin, das Zombies nicht mehr Krankenversichert sind (Zu hohes Risiko) und Vampire sich keinen Zahnersatz mehr leisten können. Und auch die Mumie hat kein Geld mehr für saubere neue Bandagen. Im Grunde ist der Film ein Spiegelbild über das Scheitern der heutigen Gesellschaftsstrukturen und beinhaltet Kritik an das Wirtschaftsvasallentum von Religion und Politik. Schätze, das die Brisanz des Inhalts dieses Dreiteilers keinen kommerziellen Erfolg bringen wird - eben wegen diesen kritischem Elementen. Und wahrscheinlich auch, weil meine Animatiosfilme keine niedlichen Disneyfiguren präsentieren, sondern Gewalt, (geistige) Armut und Zerstörung beschreiben. Dennoch wird an Teil II -Stunde der Engel- und Teil III - Himmel und Hölle - unverdrossen weitergearbeitet. Denn das Scheitern sagt mir, das diese Geschichte unbedingt komplett erzählt werden muss. Denn sie hebt sich ab, von dem einerlei des einseitigen TV und traditionellem Kinoprogramms.
Kommentar: Dieser opulent animierte Sci-Fi stellt neben gesellschaftskritischen vor allem ganz praktische Fragen. Wie gehe ich eigentlich mit meiner Paranoia um, wenn diese permanent fremd geht? Was mache ich, wenn die Phantasie in meinem Schädel voll auf den grauen Asphalt der Realität zerschellt. Kann ich dann noch besten Gewissens meine staatsbürgerlichen Pflichten nachkommen und mich, an Leib und Seele verletzt, zu nächsten Wahl schleppen? Brennende Fragen und Infernos! Leider etwas zu lang, der Film.
Titel: Das Apfelkomplott
Regie: Milos Karalic
Genre: Märchen
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Julia Gerhardt / Birke Birkner
Länge(min): 25
Ansprechpartner: Julia Gerhardt
Inhalt: Weihnachtszeit in Bortonville. Die verbitterte Bäckerin Agatha und ihr etwas einfach geratener Adoptivsohn Shlomo bereiten sich auf den alljährlichen Backwettbewerb vor. Nach Jahren der Erfolglosigkeit will Agatha in diesem Jahr endlich gewinnen, und zwar mit dem besten und geheimsten Apfelkuchenrezept aller Zeiten. Was jetzt noch fehlt sind die magischen Zutaten...
Warum gescheitert: zu wenig Zeit für Script und visuelle Gestaltung...
Kommentar: Im Weihnachtsidyll bei schneeverschneitem Vollmond strickt die alte Agatha ihren Frust gegen den ungeliebten Adoptivsohn und den Rest der Welt. Erst der gespritzte Apfel bringt die Genugtuung. Sie bannt die Geister ihrer Feinde in dieser süßen Frucht. Ein Gruselfilm für junge Quereinsteiger in dieses Genre. Es ist ein Märchen, und was für eins. Bös, hinterhältig und ein wenig wahr.
Titel: Das geheime Kino
Regie: Michael Wolf
Genre: Horror/Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2007
Produzent: Natalie Lambsdorff, Johanna Teichmann
Länge(min): 33
Ansprechpartner: Michael Wolf
Inhalt: Ein neugieriger Junge wird auf die wunderlichen Vorgänge in einem altehrwürdigen Filmpalast aufmerksam: Hier zeigt Der geheimnisvolle Filmclub Buio Omega all die Filme, vor denen unsere Eltern uns gewarnt haben - streng geheim, versteht sich, und nur für Mitglieder. Der blinde Passagier schleicht sich in die verbotene Zone, um das Geheimnis des Filmclubs zu lüften. Für ihn beginnt eine aufregende Reise in eine Welt der verbotenen Bilder, in der alles möglich und nichts heilig ist...
Warum gescheitert: Die wilde Welt des Exploitation-Filmes ist gewissermaßen aus Tradition ein Ort des Scheiterns. Die Filme gelten weithin als anzüglich, provokant und querdenkerisch, vor allem aber auch als minderwertig, spekulativ und reißerisch. Sie müssen sich behaupten gegen die Ansagen der Zensur, die Meinungsmache der Kulturelite und die Gewohnheiten des Massenpublikums, eine solide Mauer, an der sie nur allzu oft scheitern. Doch es gibt Schlupflöcher: Bahnhofskinos und Videotheken, Schulhöfe und Filmbörsen - und "Das geheime Kino", ein Ort an dem alles möglich und nichts heilig ist...
Kommentar: Das geheime Kino ist der Raum des Zeremonienmeister der mit 25 Bilder in der Sec den Bann zum Jenseits schlägt. Das Ungesehene und der Kitzel eine Grenzen zu überschreiten sind die Elixiere des Grauens, welche die Clubmitglieder des Buio Amega auf Schalke seinen Mitgliedern kredenzen. Denn eines wird klar, der sogenannte B-Movie oder Exploitationfilm ist cinematographisch-historisch sicherlich genauso wichtig wie der Film noir, nur gewagter und konsequenter. Michael Wolf ist ein Cineast bis in die Poren, und seine Halbscheindoku ein Einstieg in ein unterschätztes Genre.
Titel: Das Leben ist kein Fußballspiel. Auf der Suche nach dem Abseits
Regie: Philipp Hartmann
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Philipp Hartmann und HfbK Hamburg
Länge(min): 30
Ansprechpartner: Philipp Hartmann
Inhalt: Menschen aus verschiedenen Ländern und Prominenz aus dem Filmgeschäft erklären die Abseitsregel. Im Fußball und im wahren Leben. Sport und Philosophie gehen Hand in Hand...
Warum gescheitert: Beim Fußball stellt die Abseitsregel wohl einen der klassischsten Momente des Scheitern dar. Der Stürmer jubelt, feiert sein Tor, und plötzlich bricht der Jubel jäh ab, weil der Linienrichter die Fahne hebt... Aber auch im wahren Leben kann man auf die unterschiedlichsten Arten im Abseits landen. Dies thematisiert der 5-teilige Kurz-Dokumentarfilm in unterhaltsamer und zugleich hochgradig philosophischer Weise.
Ich habe den Film im WM-Jahr 2006 nach fast einjähriger intensiver Dreharbeit auf der ganzen Welt fertig gestellt. Durch das WM-Fieber in Deutschland schlug die Auswertung zunächst einen vermeintlich vielversprechenden Weg ein - gleich drei Fernsehsender strahlten das Werk aus, Fernsehsender freilich, die fast niemand kennt, denn es handelte sich um lokale und freie Sender in drei deutschen Städten. Immerhin - bei einem der drei gewann der Film einen Amateur-Film-Wettbewerb zum Thema Fußball - der Preis war ein 4 Jahre altes WM-Trikot von Miroslav Klose. Beflügelt durch die Fußball-Euphorie habe ich den Film auf nahezu alle großen und kleinen deutschen und internationalen Filmfestivals eingereicht - und habe bis auf eines ausschließlich Absagen erhalten. Da ich immer noch an die Qualität des Films glaube, neige ich dazu, zu glauben, dass nach der WM-Euphorie eine Fußball-Übersättigung in der Welt um sich gegriffen hat und der Film vielleicht einfach plötzlich zum falschen Zeitpunkt an allen möglichen denkbar falschen Orten gelandet ist. So schnell steht man eben im Abseits...
Kommentar: Das Wort „Abseits“ hat die unterschiedlichsten Bedeutungen und Erklärungen, jeder kennt ihn, kann ihn aber nicht erklären. In seiner umgedeuteten Struktur beschreibt der Abseits auch gerne Zusammenhänge des Alltags, der Politik, der Liebe und natürlich des Fußballs, mit all seinen Regelverletzungen und Spielarten. Philipp Hartmann dekodiert in einem Panoptikum von Meinungen den Begriff auf seinen philosophischen Grundgehalt. Schließlich lässt sich das Letzte festhalten, der Grund, dass jeder irgendwie und irgendwo und irgendwann abseits steht. Das Zentrum, an dem wir den Anstoß nehmen aber ist leer. Jeder strebt weg vom Abseits ins Tor, dem Netz.
Titel: Dawn of the Dorks
Regie: Eric Esser
Genre: Trash-Satire
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Tobias Weishaupt
Länge(min): 22
Ansprechpartner: Eric Esser
Inhalt: Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnational-trikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhörlich Fußball-lieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen. Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.
Warum gescheitert: Ist auf den grossen Filmfestivals abgelehnt worden.
Kommentar: Als ich damals das -Große Fressen- sah, habe ich merkwürdigerweise genau an diesem Gegenfilm(das große Kotzen) gedacht. Fliegenpilz und Gammelfleisch sind Gifte, die jede Fanmeile zum Erlebnis werden lässt. Frei nach Elfriede Jelinek : Fußball kotzt mich an. Ein geschmackloser Film, im wahrsten Sinne des Wortes.
Titel: Den Hörer in der Hand
Regie: Tom Kimmig
Genre: Dokumentarfilm
Produktionsjahr: 2004
Produzent: Drife Filmproductions
Länge(min): 63
Ansprechpartner: Tom Kimmig
Inhalt: Wie sieht der Telefonisten-Alltag von Bayern 1 Radio des Bayerischen Rundfunks aus? Wer hat den Hörer in der Hand?
Warum gescheitert: Brisant wurde der Film, sobald ihn das bayerische Fernsehen kurzfristig aus dem Programm nahm und die beteiligten Telefonisten aus den Diensten des bayerischen Radiosenders entlassen wurden. "Es kann sein, dass dem BR seine eigenen Hörer peinlich sind. Gut vorstellbar angesichts dieses Films, in dem kiebige und keifende Anrufer die Telefonisten fast an den Rand des Nervenzusammenbruchs treiben...Wenn Radio- oder TV-Sender Befragungen in Auftrag geben, kommt meist heraus, dass sie eine ganz tolle Zielgruppe haben, die genauso viel Spaß am Leben hat wie die Moderatoren, die den ganzen Tag gut drauf sind. Vielleicht hätte der BR so eine Studie in Auftrag geben sollen. Ein Dokumentarfilm ist etwas anderes. So liegt der BR gleich zweimal daneben. Erst hat man die falsche Vorstellung von Kimmigs Film gehabt, nun glaubt man offenbar an einen Imageschaden, wenn er gesendet wird." Oliver Gehrs, Frankfurter Rundschau
Siehe auch im Pressespiegel: www.denhoererinderhand.de
Kommentar: Überwindet man all seine dumpfen Vorurteile gegen folkloristisch vermeintlich bügernahe Radiosender, dann wird man nach der aufschlussreichen Sichtung von Tom Kimmigs „Hörer in der Hand“ eingestehen müssen, dass die Mitarbeiter von Hörerredaktionen durchaus Arbeit am Menschen leisten. Sie sind gleichsam Mülleimer für Frustrierte und für Sorgentaschen von vereinsamten Landhörern. Die ehrliche Hingabe der jungen Menschen ist mit dem rührenden Eifer von Telefonseelsorgern vergleichbar. Kimmig erzählt unkommentiert aber pointiert anhand einer treuen Hörerin, wie ernst und sinnvoll solch eine Arbeit sein kann. Schön das Kimmig nicht in den Sch.eimer greift und das obligatorische Ablachen über bayrischen Idiome anstimmt. Dies ist ein Werbefilm für den BR, aber der ist nacht-schwarz unterwandert, deshalb kann er nicht sehen, was ihm da durch die Hände gefallen ist.
Titel: Der Jäger
Regie: Felix Stienz
Genre: Kurzfilm
Produktionsjahr: 2006
Produzent: Felix Stienz
Länge(min): 06
Ansprechpartner: Felix Stienz
Inhalt: ?...seit Jahren verfolge ich ein von mir erschaffenes Ritual um meine Sucht zu stillen. Es tut mir leid, dass dabei zahlreiche Frauen auf der Strecke bleiben. Ja: Ich bin süchtig nach Frauen!...?
Warum gescheitert: Ursprünglich als Bewerbungsfilm für die DFFB gedreht und auch so beworben. Leider NIX. Weder für Kameramann, noch für Regisseur. Nich mal zum Test eingeladen worden. Auch an der Film AK in Ludwigsburg krass gescheitert...
Kommentar: Warum glauben eigentlich alle Möchtegern-Assi-Tonis der Welt sie wären ganz allein auf der gleichen. Einzig da, das andere Geschlecht zu beglücken. Gibt es wirklich diesen Männermangel, oder kann es sein, das Viagra nicht nur auf die Nüsse, sondern auch auf die Birne geht? Schade, in dem Fall wäre Felix Stienz eine Bereicherung für jede Filmhochschule
Titel: Der Kompromiss
Regie: Harald Holstein
Genre: Parabel
Produktionsjahr: 2005
Produzent: Harald Holstein
Länge(min): 20
Ansprechpartner: Harald Holstein
Inhalt: Eine angehende Lehrerin verweigert sich dem Standard von Freizügigkeit in der Kleidung und möchte persönliche Empfindungen gegen das Gängige und allgemein Geforderte durchsetzen. Sie wird jedoch von den Schülern ihrer Klasse gemobbt. Verzweifelt versucht sie bei dem Direktor der Schule Gehör für ihre Gefühle und Werte zu finden. Schließlich muss sie vor Gericht mit dem Anwalt ihres Vorgesetzten um ihre Anstellung kämpfen.
"Der Kompromiss" ist ein Film über gesellschaftliche Normen und den Zwang zur Anpassung, eine vielseitig übertragbare und allgemeine Parabel über Verweigerung und die Macht des Üblichen.
Warum gescheitert: Der Kurzfilm ist 'textlastig'. Ein Film, bei dem man genau zuhören muss, wie im richtigen Leben. Die Argumentation hat dokumentarischen Anspruch und wirkt sehr sperrig. Die filmische Umsetzung ist dafür etwas zu spröde und theatralisch geraten.
Das und die thematische Nähe zum Kopftuchverbot sind wohl der Grund, dass der Film nie eingeladen wurde. In kleinem Kreis hat er wunderbare Diskussionen und Gespräche ausgelöst. Aber die klare Kritik, der Hang des Drehbuchs zum Bitterbösen und Sarkastischen, das Drastische hat die Entscheidungsträger abgehalten, den Film einem größeren Publikum zu erlauben. Insofern ist der aufklärerische Ansatz gescheitert.
Gescheitert ist auch die Hauptfigur des Kurzfilms, da sie kein Gehör und kein Verständnis findet für ihre ganz privaten Gefühle und Bedürfnisse, die in Wahrheit immer von politischer Bedeutung sind. Die 'Integration', die sie zur Selbsterhaltung leisten muss, ist ein bitterer Kompromiss.
Kommentar: Ja, dieser Film ist kopflastig. Aber das liegt nicht an Harald Holstein, sondern am System. Am System der verbürokratisierten Lehre. Durch die Verkehrung der Argumente einer pseudoaufgeklärten Gesellschaft entblößt Holstein den Mechanismus der gruppendynamischen Geschmackverirrung. Hier wollte ein Mensch nur schlicht sein. Aber die Gesellschaft befiehlt Partytime. Da ist jeder Verweigerer Spielverderber und ziemlich schnell arbeitslos. Holstein hat Monte-Phyton-Qualitäten.